Allgemeine Berichte | 04.07.2023

Bücherschatz‘-Aktion fördert Lesebegeisterung bei Rheinbacher Kindern

Ein Schatz, den es zu heben gilt

Leseförderung mal anders: Rheinbacher Kinder entscheiden, welche Bücher ihre Schulbücherei bereichern. Quelle: RHEINBACH LIEST

Rheinbach.Für insgesamt 700 Euro haben Rheinbacher Kinder aus den 4. und 5. Klassen ihren jüngeren Mitschülerinnen und Mitschülern Bücher ausgesucht. Die Aktion „Bücherschatz“ des Vereins zur Leseförderung anlässlich des Welttages des Buches fand vor den Sommerferien ihren Abschluss. Jedes Jahr werden die Kinder der Klassenstufen 4. und 5. in den örtlichen Buchhandel eingeladen, um sich zeitlich um den Welttag des Buches herum - immer am 23. April - ihr Gratisexemplar eines spannenden Abenteuers abzuholen. Die Leseförderaktion des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels und der Stiftung Lesen soll den Lesenachwuchs zudem mit der Arbeit und den Vorzügen des lokalen Buchhandels vertraut machen. Auch in Rheinbach nutzen die meisten der angesprochenen Klassen dieses Angebot. Der Verein RHEINBACH LIEST hat sich in diesem Jahr ein die Aktion ergänzendes Projekt ausgedacht. „Wir betrachten Bücher als Schatz, den es zu heben gilt, und schickten deshalb die Kinder in unseren beiden Rheinbacher Buchhandlungen auf Schatzsuche“, erklärt RHEINBACH LIEST-Vorsitzende Monika Flieger. Jede Rheinbacher Schulklasse der Stufen 4 und 5 bekam dazu vor dem Welttag einen Büchergutschein im Wert von 50 Euro geschenkt. Damit sollten die Viert- und Fünftklässler für ihre Klassen- und Schulbüchereien beim Besuch in den Buchhandlungen eigenverantwortlich einkaufen gehen und dabei besonders an ihre jüngeren Mitschüler denken.

„Von der Resonanz und der Umsetzung waren wir begeistert“, berichtet Team-Mitglied Gerd Engel. Viele Klassen haben ein richtiges Unterrichtsprojekt daraus gemacht und für uns ihr Vorgehen dokumentiert. So berichtet die Fuchsklasse der GGS Sürster Weg, dass jedes Kind zunächst als Hausaufgabe je ein „gutes Buch“ in die Schule mitgebracht habe. Dort wurde in gemeinsamer Arbeit eingeordnet, zu welcher Klassenstufe es passt und der aktuelle Preis ermittelt. Am Ende stellten sich die Kinder die Bücher gegenseitig vor und stimmten darüber ab, welche vier Bücher es in die Auswahl schaffen. „Schließlich war bei uns noch Geld für ein fünftes Buch übrig. Wir entschieden uns für eine Sachbuch – natürlich über Füchse“, schrieb die Klasse. Andere Klassen stöberten spontan vor Ort, berichtet Buchhändlerin Jasmin in’t Velt von der Buchhandlung Kayser. „Die Sichtung des Angebots gehört sowieso zu jedem Besuch, nun durften die Kinder mit ihren 50 Euro auch richtig einkaufen.“ Spannend waren offenbar auch die Diskussionen zwischen Mädchen und Jungen über unterschiedliche Vorlieben.

„Genau das war auch eines unserer Ziele“, erklärt Monika Flieger. „Bücher zu kaufen – vor Ort und nicht im Internet - macht Spaß und ist ein Erlebnis, aber bei einem begrenzten Budget und in der Gruppe, muss man für den attraktiven teuren Band einer neuen Fantasy-Serie schon gute Argumente finden.“

„Die Kinder lernten, dass Bücher kostbar sind und im wahrsten Sinne wertvoll“, beobachtete auch Melanie Korber, Inhaberin der Buchhandlung kunterbunt. Diesen vom Besuch mitgebrachten Bücherschatz dann auch angemessen feierlich in den jüngeren Partnerklassen zu überreichen – das ergab sich ganz natürlich, berichteten auch die Kinder der Fuchsklasse. Wo die Bücher letztlich dauerhaft verbleiben, ob in einer Klasse oder sogar in der Schulbücherei, ist den Schulen freigestellt. Bedarf an frischen Büchern gibt es auch in den Rheinbacher Schulen immer, denn von Seiten der Landesregierung oder der kommunalen Schulträger gibt es für Kinderliteratur oder gar Schulbüchereien keinen Euro. „Ob die niederschmetternden Ergebnisse der neuesten IGLU-Studie daran mal etwas ändern?“, fragt sich Gerd Engel, der selbst Grundschullehrer ist. „Es sollen ja vom Schulministerium im neuen Schuljahr spezielle Materialien zum Lesenlernen bereitgestellt werden. Dabei gibt es die längst – sie heißen Bücher“.

Die Erfahrungen mit der Aktion „Bücherschatz“ waren jedenfalls so gut, dass bei den Rheinbach-liest-Aktiven derzeit eine Fortführung im neuen Jahr erwogen wird.

Leseförderung mal anders: Rheinbacher Kinder entscheiden, welche Bücher ihre Schulbücherei bereichern. Quelle: RHEINBACH LIEST

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