Exkursion des Sinziger Denkmalvereins, der Basilika, Kloster und Keramik-Ausstellung besuchte, fand starken Anklang
Ein besonderer Ort: Maria Laach
Sinzig/Glees. Beim See, den man schon von der Straße aus sieht, weil jetzt die Bäume kein Laub tragen, taucht die Abtei auf, an einem Tag, der trüb beginnt, aber später auch Sonnenschein bringen wird. Trotzdem, es ist kalt, als Mitglieder und Gäste des Sinziger Denkmalfördervereins ihre Exkursion angehen. Das hat die Gäste keineswegs abgeschreckt. Knapp 40 Teilnehmer finden sich ein, versammeln sich vor dem Klosterforum um Walter Müller aus Niederzissen, versierter Kenner der Region. Womöglich passt die Witterung zum Vorhaben. Während im Sommer Besucherströme den Ort aufsuchen, ziehen nun, Mitte Februar, die Menschen überschaubar und gemächlich zur Buchhandlung und in der Klostergärtnerei oder daran vorbei zur Basilika.
Von Süden nähern sich die Denkmalfreunde der 800-jährigen dreischiffigen Kirche mit Vulkanparkführer Müller, der dem Verein schon zum dritten Mal kundig die Schätze der Heimat aufschließt. Auf dem Weg dahin passiert man den barocken Gartenpavillon mit seiner reich gestalteten Schaufront. Im 19. Jahrhundert betrieb darin der Besitzer des von Kolbschen Hauses in Wassenach die gut gehende Gastwirtschaft „Zum Laacher Hecht“. An der Südseite der sechstürmigen Klosterkirche erläutert Müller angesichts der Ostapsis mit Querhaus „den klar erkennbaren Übergang vom Roten zum hellen Tuff“. Noch während der ersten Bauphase entstand unter Pfalzgräfin Adelheid von Weimar-Orlamünde aus rotem Laacher Tuff das Querhaus bis in zehn Meter Höhe. Unter Abt Gilbert (1127 bis 1152) wurde mit beige-grauem Weiberner Tuff bis einschließlich des Giebels weitergebaut. Außerdem fand dunkle Basaltlava Verwendung. Viele Bau- und Umbauphasen erlebte die imposante Kirche. 1930 hat man Gothisierungen und Barockisierungen rückgängig gemacht und das zweistöckige Paradies um eine Etage heruntergezogen.
Feingliedrige Fabelwesen
Im Westen angelangt, bewundert die Gruppe am Paradies (Vorhalle) die feingliedrigen Figuren und Fabelwesen der Kapitelle. Eindrucksvolle Ansichten, dazu Einblicke hinter die Mauern des Benediktinerklosters, etwa in die Aula des Klosters, in die Krypta der Nikolauskirche mit Mönchsfriedhof und die Johanniskapelle sowie reiche Informationen wird Walter Müller vermitteln. Vor der Kirche taucht er in die Historie ab, denn im Gotteshaus selbst, wo man auch am Mittagsgebet der Mönche teilnimmt, soll nichts die Andacht stören. Stifter Pfalzgraf Heinrich II. zu Laach, der mit seiner Gemahlin Adelheid 1093 die Abtei am See gründete und gleich mit dem Kirchenbau begann, hat in diesem hervorragenden Zeugnis deutscher romanischer Baukunst die letzte Ruhe gefunden. Sein Hochgrab im Westchor mit prachtvoller Gründerfigur aus Holz war ursprünglich von dem Steinbaldachin bekrönt, der heute den Altar überwölbt. Die Fenster dahinter stifteten Bundeskanzler Konrad Adenauer, Bundespräsident Theodor Heuß und Peter Altmeier, Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz. Auch Ildefons Herwegen (von 1913 bis 1946 Abt von Maria Laach) ist in der Kirche begraben. Aus dem 15. Jahrhundert stammen die Pfeilerfresken der Heiligen Benedikt (Ordensstifter), Nikolaus (Mitpatron der Kirche samt kniendem Abt Simon) und Christophorus. Die Hallenkrypta mit dem Mosaikbildnis über dem Grab von Gilbert, erster Abt des Klosters, ist der älteste Teil des Gebäudes. Die Krypta ist außerdem in die Geschichte der Liturgischen Erneuerung eingegangen: Dort wurde 1913 erstmals in Deutschland unter stärkerer Einbeziehung der Gläubigen die Gemeinschaftsmesse gefeiert. Durch die Klausur gelangen die Besucher in die holzvertäfelte und im Jugendstil Beuroner Prägung ausgemalte Sakristei. In der Aula begegnen sie den Skulpturen wichtiger Laacher Persönlichkeiten. Bruder Titulus Haas hat sie aus Lindenholz geschaffen.
Nach Aufhebung des Klosters durch die Säkularisation 1802 verfügten die Franzosen über die Kircheneinrichtung. 1815 ging die Abtei an Preußen, wurde dann Privateigentum, 1863 erwarben sie die Jesuiten und errichteten dort ihre Hochschule mit Bibliothek, bis 1892 wieder Benediktinermönche ins Kloster einzogen und die Basilika komplett neu ausstatteten. Die 1872 aus dem Deutschen Reich ausgewiesenen Jesuiten nahmen Ihre Bücher mit. Den Bibliotheksbau von 1865 nutzten die Benediktiner weiter und füllten den Bestand auf.
Fabelhafte Bibliothek
Nicht sattsehen können sich die Denkmalfreunde an dem kunsthistorischen Kleinod mit der großartigen gusseisernen Treppen- und Brüstungskonstruktion. Laut der Landesdenkmalpflege gehört die Jesuitenbibliothek „zu den kulturgeschichtlich und denkmalpflegerisch bemerkenswertesten und besterhaltenen Bibliotheksbauten des 19. Jahrhunderts in der Nachfolge der großen barocken Klosterbibliotheken.“ Von außen sieht man auch den 2013 zum neuen Bibliotheksmagazin umgebauten sanierten ehemaligen Kuhstall des Klosters.
Mit einem ganz anderen Akzent ging für die Gruppe ein spannender Ausflug zu Ende: Bruder Stephan Oppermann führte engagiert und kenntnisreich in der ehemaligen Klosterschreinerei durch die Sonderausstellung „Asche oder Feuer“, die Entwicklungsabschnitte des Bauhauses anhand von Originalen und Repliken dokumentiert.
Im Schwerpunkt standen Keramiken aus der Hand von Nachfolgern und Nachfahren der beiden Bauhaus-Keramiker Theodor Bogler und Otto Lindig. Bruder Stephan, selbst in der Keramikmanufaktur Maria Laach tätig, stellte zudem Exponate von dort vor, darunter auch eigene Arbeiten. HG
Die Exkursionsgruppe vor der 800-jährigen Basilika.
Bruder Stephan Oppermann kennt sich mit Keramik aus.
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