Bei der Koblenzer Berufsfeuerwehr wurde die technische Hochrüstung der Integrierten Leitstelle offiziell in Betrieb genommen
Eine Abfragestelle für 500.000 Menschen
Bei Notfällen in Koblenz und drei Landkreisen alarmieren Disponenten per Touch Polizei und Einsatzkräfte
Koblenz. Es ist die hinterste Ecke der Grünen Hölle des Nürburgrings und es ist etwas passiert, wofür Hilfe gebraucht wird. Per Handy wird die 112 gewählt und wer meldet sich? Ein Disponent der Integrierten Leitstelle bei der Berufsfeuerwehr Koblenz. Dieser geschulte Mitarbeiter fragt exakt nach Standort und Ereignis und alarmiert über einen seiner beiden Touchscreens sofort Feuerwehr oder Rettungswagen in der Nähe. Welche da gerade frei sind sieht er auf einem seiner drei riesigen Monitore wo er z.B. über Google Earth auch schnell eine Karte oder Satellitenbild von der Umgebung des Einsatzorts aufrufen kann. Dass die aus der Stadt Koblenz, den Landkreisen Mayen-Koblenz, Cochem-Zell und Ahrweiler gewählten Notrufnummern 112 und 19222 (Krankentransport) bei der Berufsfeuerwehr auflaufen ist der technischen Optimierung der Integrierten Leitstelle zu verdanken. Dafür hat das Land 1,34 Millionen Euro in die Hand genommen, damit entsprechende Hard- und Softwarekomponenten installiert werden konnten. Jetzt wurde diese zentrale Abfrage- und Vermittlungstechnik (zAVT) von Oberbürgermeister Dr. Joachim Hofmann-Göttig – die Berufsfeuerwehr gehört als Amt für Brand- und Katastrophenschutz zur Stadtverwaltung – und Staatssekretär Randolf Stich vom Mainzer Innenministerium mit einem symbolischen Knopfdruck offiziell in Betrieb genommen.
Optimale Versorgung gewährleistet
Beide betonten, dass durch dieses System die Bevölkerung durch Rettungseinsätze optimal versorgt werde. Schließlich ist die Integrierte Leitstelle Koblenz zuständig für eine Fläche von 2500 Quadratkilometer in der etwa 513.000 Menschen leben. Die 32 Disponenten, oft sind es bis zu acht, arbeiten in Schichten rund um die Uhr und nehmen alle nichtpolizeilichen Notrufe an. Natürlich können sie einfach per Touchscreen auch direkt mit der Polizei verbinden, was auch für den Analog- und Digitalfunk der Rettungsorganisationen wie u.a. DRK, Feuerwehr, Johanniter- und Malteserhilfsdienst gilt. Ferner ist es möglich, wenn z.B. bei Elementarkatastrophen die Koblenzer Leitstelle überlastet ist, auch andere Leitstellen, insgesamt gibt es in Rheinland-Pfalz acht, mit einzuschalten. Alle Notrufe werden automatisch aufgezeichnet und die Telefonnummer gespeichert. So können auch leicht die ermittelt werden, die missbräuchlich einen Notfall vortäuschen, denn eine Rufnummerunterdrückung ist automatisch ausgeschaltet.
Dietmar Fuchs, Leiter der Projektgruppe Polizeitechnik in Rheinland-Pfalz, dankte dem Oberbürgermeister dafür, dass dieses Pilotprojekt bei der Koblenzer Berufsfeuerwehr eingerichtet werden konnte. Oberbrandrat Meik Maxeiner, als Amtsleiter Chef der Berufsfeuerwehr, blickte zurück auf die Probleme bei der Einrichtung des hochtechnischen Entwicklungsschritts. „Die Techniker waren oft zwölf Stunden bei uns und der erweiterte Probebetrieb musste mehrfach verschoben werden.“
Der läuft aber seit Ende April ohne Schwierigkeiten, so dass die zAVT jetzt als erste im Land offiziell in Betrieb genommen werden konnte. HEP
Mit einem symbolischen Knopfdruck nahmen Oberbürgermeister und Staatssekretär die neuen Anlage offiziell in Betrieb
