Allgemeine Berichte | 17.12.2019

Werner Schüller blickt zurück auf Weihnachtsvorbereitungen in Ramersbach

Eine Erfahrung fürs Leben

Heimatautor Werner Schüller.Fotos: privat

Ramersbach. Für die weihnachtliche Dekoration und die Krippe in der St. Barbarakirche in Ramersbach waren immer die älteren Schulbuben zuständig. Im Advent 1963 war ich mit noch vier Schulkameraden vom damaligen Lehrer Peter Rössel für diese Arbeiten in der Kirche eingeteilt worden. Es hatte schon seit Anfang Dezember immer wieder geschneit, und bei unter null Grad Frost war der Schnee auch liegen geblieben. Aber trotz des Schnees mussten zwei hohe Tannen für den Chorraum und drei kleinere für die Krippe in der Kirche geschlagen werden.

So zogen wir mit Axt und Säge, sobald es hell war, in die nahe gelegene Fichtenschonung unterhalb von Ramersbach. Dort in dem Hohlweg lag der Schnee schon kniehoch. Trotzdem wurden wir schnell fündig und bald zogen wir die Tannenbäume durch den hohen Schnee in Richtung Dorf und Pfarrhaus.

Für den Krippenbau in der Ramersbacher Kirche waren zu der Zeit die älteren Messdiener zuständig. Das hieß, in der letzten Woche vor Weihnachten wurden die Wurzelstöcke, welche über das Jahr in einem Holzschuppen an der Ramersbacher Schule lagerten, zum Bau der Krippenlandschaft mit der „Deukarre“ in die Kirche transportiert. In mehreren großen Körben sammelten wir im nahe liegenden Wald verschiedene Sorten Moos. Nun lag in dem Jahr aber seit Anfang Dezember schon Schnee. Wir mussten mit Besen und Schaufeln in den Wald und konnten nur mit Mühe die entsprechende Menge Moos besorgen. Das Moos war auch dementsprechend, nämlich nass wie ein Schwamm. Unser Lehrer Rössel sagte, das Moos werde an der Krippe noch bis Weihnachten trocken. So nahm das „Unglück“ seinen Lauf. Für die Krippe war die ganze Ecke um den Seitenaltar bis zu den Bänken reserviert. Vier große Tische wurden dort für die Krippe aufgestellt. Im Hintergrund wurden zuerst mehrere kleinere Tannen und davor der Stall aufgestellt. Mit den Wurzeln und dem Moos sollte nun eine schöne Krippenlandschaft entstehen. So hatten wir auch kräftig gearbeitet, die Wurzelstöcke waren als Gebirge aufgebaut, der Stall hatte seinen Platz gefunden und das Heu für Ochse und Esel lag schon bereit. Das ausgebreitete Moos glich einer schönen grünen Wiese. Es fehlte nur noch die Beleuchtung. Diese bestand aus ca. 14 Fassungen mit elektrischen Glühbirnen, die mit jeweils zwei Drähten verbunden waren, und am Ende des Kabels befand sich ein Stecker für die Steckdose. An den Fassungen waren die blanken Drähte nur notdürftig mit Isolierband umwickelt.

Ich selbst saß zwischen Moos und Wurzeln und war damit beschäftigt, die Fassungen mit Moos so zu verdecken, dass nur noch die Glühbirnen herausragten und der Krippe später die nötige Beleuchtung geben sollte. Soweit so gut! Wäre da nicht der übereifrige Messdienerkollege gewesen, der die Lichter nun endlich brennen sehen wollte! Während ich noch mit dem Kabel und den Fassungen beschäftigt war, steckte er den Stecker der provisorischen Beleuchtungskette in die Steckdose.

Da muss wohl ein Draht freigelegen haben und verstärkt durch das nasse Moos erhielt ich einen derartigen Stromschlag, dass mir das Lachen verging und ich wohl geschrien haben muss. Ich bin dann sofort von der Krippenlandschaft heruntergestiegen. Ich zitterte am ganzen Körper und keine zehn Pferde hätten mich da noch einmal hinaufbekommen. Ich setzte mich in eine Bank und die Arbeit war für mich beendet.

Auch zum Aufstellen der Krippenfiguren und dem Schmücken der großen Weihnachtsbäume im Chorraum hatte ich jetzt keine Lust mehr, obwohl dafür noch keine elektrische Beleuchtung vorhanden war und diese nur mit Wachskerzen und Lametta geschmückt wurden. Nach dieser schlechten Erfahrung mit dem Strom in meiner Jugend mache ich auch heute noch einen großen Bogen um alles Elektrische. Außer dem Wechseln einer Glühbirne ist da bei mir nichts drin.

Krippenbau hat in der Ramerbacher Kirche eine lange Tradition. Hier ein Foto von 1931.

Krippenbau hat in der Ramerbacher Kirche eine lange Tradition. Hier ein Foto von 1931.

Heimatautor Werner Schüller.Fotos: privat

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Mirko Walden: Es ging doch darum, dass nicht gewarnt wurde und die Lage nicht erkannt wurde. Ebenfalls wurden keine Maßnahmen umgesetzt. Was ist hierzu passiert? Was bringen neue Sirenen, wenn nicht evakuiert wird?...
  • Dieter Borrmann: Der landschaftlich großartige Weg unterhalb Brauselay über den Conder Kreuzweg nach Cond ist teils unbefestigt, teils sehr glatt, teils steil. Sehr gutes, rutschfestes Schuhwerk (Profilsohle) wird unbedingt angeraten.
  • Bertram: Das ist mittlerweile der 4. Bus der von dieser Marke vollkommen ausbrennt. Des Weiteren berichte die Rhein Zeitung darüber, dass der VREM 37. Busse der ersten Generation vorsichtshalber außer betrieb...
  • Fabian F: Nichts Neues gefühlt ein Bus pro Woche
Dauerauftrag
Titelanzeige KW 15
SO 2 - Wohnträume Sonderseiten, Wohnen
Leiter/in (w/m/d)
Anzeige Lagerverkauf
Anzeige Radiologie & Nuklearmedizin
10 Jahre Bella Vita Frauenfitness
130 Jahre freiwillige Feuerwehr Bad Neuenahr und Tag der offenen Tür, 19.04.26
Empfohlene Artikel
Symbolbild.
337

Buchholz. Am Sonntag, dem 22.03.26 wurden im Rahmen eines Schadensfalls mit zwei toten und einem verschwundenen Damwild aus dem Gemeindegebiet Buchholz, Verbandsgemeinde Asbach (Kreis Neuwied) DNA-Abstriche genommen und an das Senckenberg Institut zur Analyse überstellt. Bei der Untersuchung der Proben wurde als Ergebnis „Wolf“ mit dem Haplotyp HW01 - daher zugehörig zur Mitteleuropäischen Flachlandpopulation - nachgewiesen.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Maria Ginzler. Foto: privat
11

Die gebürtige Heimersheimerin hat sich im Kreisgebiet und darüber hinaus verdient gemacht.

Kreis Ahrweiler: Große Trauer um Maria Ginzler

Region. Nach kurzer Krankheit starb Maria Ginzler im Alter von 97 Jahren am Samstag, 11. April im Krankenhaus Mayen. Durch ihren ehrenamtlichen Einsatz hat sich die gebürtige Heimersheimerin im Kreisgebiet und darüber hinaus verdient gemacht.

Weiterlesen

Von links: Ortsvorsteher von Miesenheim, Stefan Kneib, gemeinsam mit Oberbürgermeister der Stadt Andernach, Christian Greiner.Foto: Stadtverwaltung Andernach / Elline Köckritz
12

Stadt Andernach verbessert Infrastruktur für Pendlerinnen und Pendler in Kooperation mit der Deutschen Bahn

Einfach umsteigen: Neue Fahrradabstellanlage am Bahnhof Miesenheim

Andernach. Die Stadt Andernach hat im Stadtteil Miesenheim eine neue Fahrradabstellanlage am Bahnhof errichtet. Das Projekt wurde in enger Abstimmung mit der Deutschen Bahn umgesetzt und stellt einen wichtigen Baustein für die Förderung nachhaltiger Mobilität dar.

Weiterlesen

Dauerauftrag 2026
Imageanzeige
Dauerauftrag Imageanzeige
Imageanzeige - Dauerauftrag
Titelanzeige
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0220#
Wohnträume - Wohnen & Garten im Blick
SO 2 - Wohnträume Sonderseiten, beim Artikel Gartenmarkt/Stadt Neuwied
Wohnträume - Wohnen & Garten im Blick
Sonderseite 02 -Wohnträume NR
Wohnträume - Wohnen & Garten im Blick
Staplerfahrer (m/w/d)
Anzeige KW 15
Aushilfskraft (w/m/d)
Titelanzeige
Rückseite