Allgemeine Berichte | 20.12.2023

Eine Weihnachtsgeschichte aus Bad Neuenahr-Ahrweiler von Werner Schüller, Heimatautor aus dem Ahrtal

Eine Erfahrung fürs Leben

Der Kreis Ahrweiler im Winter. Foto: ROB

Für die weihnachtliche Dekoration und die Krippe in der St. Barbarakirche in Ramersbach waren immer die älteren Schulbuben zuständig. Im Advent 1963 war ich mit noch vier Schulkameraden vom Lehrer Peter Rössel für diese Arbeiten in der Kirche eingeteilt worden. Es hatte schon seit Anfang Dezember immer wieder geschneit, und bei unter null Grad Frost war der Schnee auch liegen geblieben. Aber trotz des Schnees mussten zwei hohe Tannen für den Chorraum und drei kleinere für die Krippe in der Kirche geschlagen werden.

So zogen wir mit Axt und Säge, sobald es hell war, in die nahe gelegene Fichtenschonung unterhalb von Müllenborn. Dort in dem Hohlweg lag der Schnee schon kniehoch. Wir wurden schnell fündig und bald zogen wir die Tannenbäume durch den hohen Schnee in Richtung Dorf und Pfarrhaus.

Für den Krippenbau in der Ramersbacher Kirche waren zu der Zeit die älteren Messdiener zuständig. Das hieß, in der letzten Woche vor Weihnachten wurden die Wurzelstöcke, welche über das Jahr in einem Holzschuppen an der Ramersbacher Schule lagerten, zum Bau der Krippenlandschaft mit der „Deukarre“ in die Kirche transportiert. In mehreren großen Körben sammelten wir im nahe liegenden Wald verschiedene Sorten Moos.

Nun lag in dem Jahr aber seit Anfang Dezember schon Schnee. Wir mussten mit Besen und Schaufeln in den Wald und konnten nur mit Mühe die entsprechende Menge Moos besorgen. Das Moos war auch dementsprechend, nämlich nass wie ein Schwamm. Unser Lehrer Rössel sagte, das Moos werde an der Krippe noch bis Weihnachten trocken. So nahm das „Unglück“ seinen Lauf.

Für die Krippe war die ganze Ecke um den Seitenaltar bis zu den Bänken reserviert. Vier große Tische wurden dort für die Krippe aufgestellt. Im Hintergrund wurden zuerst mehrere kleinere Tannen und davor der Stall aufgestellt. Mit den Wurzeln und dem Moos sollte nun eine schöne Krippenlandschaft entstehen. So hatten wir auch kräftig gearbeitet, die Wurzelstöcke waren als Gebirge aufgebaut, der Stall hatte seinen Platz gefunden und das Heu für Ochse und Esel lag schon bereit. Das ausgebreitete Moos glich einer schönen grünen Wiese. Es fehlte nur noch die Beleuchtung.

Diese bestand aus ca. 14 Fassungen mit elektrischen Glühbirnen, die mit jeweils zwei Drähten verbunden waren, und am Ende des Kabels befand sich ein Stecker für die Steckdose. An den Fassungen waren die blanken Drähte nur notdürftig mit Isolierband umwickelt. Ich selbst saß zwischen Moos und Wurzeln und war damit beschäftigt, die Fassungen mit Moos so zu verdecken, dass nur noch die Glühbirnen herausragten die der Krippe später die nötige Beleuchtung geben sollten. Soweit so gut! Wäre da nicht der übereifrige Messdienerkollege gewesen, der die Lichter nun endlich brennen sehen wollte! Während ich noch mit dem Kabel und den Fassungen beschäftigt war, steckte er den Stecker der provisorischen Beleuchtungskette in die Steckdose.

Da muss wohl ein Draht freigelegen haben und verstärkt durch das nasse Moos, erhielt ich einen derartigen Stromschlag, dass mir das Lachen verging und ich wohl geschrieen haben muss. Ich bin dann sofort von der Krippenlandschaft herunter gestiegen. Ich zitterte am ganzen Körper und keine zehn Pferde hätten mich noch einmal hinauf bekommen. Ich setzte mich in eine Bank und die Arbeit war für mich beendet.

Selbst zum Aufstellen der Krippenfiguren und zum Schmücken der großen Weihnachtsbäume im Chorraum hatte ich jetzt keine Lust mehr, obwohl dafür noch keine elektrische Beleuchtung vorhanden war und diese nur mit Wachskerzen und Lametta geschmückt wurden. Nach dieser schlechten Erfahrung im Umgang mit Strom in meiner Jugend mache ich auch heute noch einen großen Bogen um alles Elektrische. Bestenfalls wechsele ich gerade mal noch eine Glühbirne.

Werner Schüller, Jahrgang 1950, wurde in Ahrweiler geboren und hat im Stadtteil Ramersbach seine Kindheit und Jugendzeit verbracht. Dort ging er auch in die einklassige Volksschule. Seit 1980 wohnt er mit seiner Familie im Stadtteil Walporzheim. Er ist verheiratet, hat eine erwachsene Tochter und zwei Enkelkinder. Er erlernte nach der Volksschule den Beruf des Großhandelskaufmanns im Baustoffhandel. Später arbeitet er als Angestellter bei der Bundeswehr in Bad Neuenahr. Als Hobbyautor und Heimatforscher entstanden unter seiner Mitwirkung verschiedener Bücher, sowie zahlreiche Publikationen auch in den Heimatjahrbüchern des Kreises Ahrweiler

Quelle: Advent- u.Weihnachtsgeschichten aus Bad Neuenahr Ahrweiler.

Bei der Buchhandlung Moses Hauptstraße 83 Bad Neuenahr und Buchhandlung am Ahrtor, Ahrweiler jetzt Elligstraße 20 sind die Bücher noch vorrätig

Quelle: Privat

Quelle: Privat

Der Kreis Ahrweiler im Winter. Foto: ROB

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Neueste Artikel-Kommentare
  • Boomerang : Wenn man sich so intensiv um verarmte Kinder oder alte Menschen kümmern würde....
  • Tanja Busch : Ich kaufe am liebsten nachhaltig und finde es mehr als schade, dass Inpetto schließen musste. Es war immer ein Erlebnis dort einzukaufen und ich würde mir wünschen, dass sich ein neuer Platz in Bendorf anbietet für Second Hand Ware.

Illegale Müllentsorgung sorgt erneut für Ärger

  • Heuschrecke: Das ist leider nicht nur in Kesselheim es sieht leider überall an den Container so aus
  • Boomerang : Schlimme Zustände. Allerdings wird da anscheinend auch nicht oft genug geleert. Und der Wertstoffhof war zwischen den Jahren komplett zu.
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0020#
Image Anzeige
Stellenanzeige SB Straßenreinigung
Titelanzeige (Januar)
Unternehmen erfolgreich regional
Dauerauftrag 2026
Dauerauftrag Imageanzeige
Empfohlene Artikel

Walporzheim. Im Rahmen eines spontan abgesprochen Besuches bei der Kaffeerösterei „Röstahroma“ in der Oberhutstraße 14 zu Ahrweiler stellte die Karnevalsgesellschaft den Betreibern die amtierenden Tollitäten vor und überzeugte sich von den hohen Standards des neu eröffneten Betriebes.

Weiterlesen

Weitere Artikel

Stillvorbereitungskurs in Polch

„Stillen – ein guter Start ins Leben“

Polch. Das Stillen ist ein natürlicher und wichtiger Bestandteil des Lebens eines Neugeborenen. Die Fachstelle Frühe Hilfen lädt zu einem kostenfreien Stillvorbereitungskurs „Stillen – ein guter Start ins Leben“ am Freitag, 6. März 2026, von 18.30 bis ca. 20 Uhr ins @Viedel, Bachstraße 19 in Polch, ein. Die Ärztin Sara Karl wird den Abend gestalten.

Weiterlesen

VG Maifeld. Der neue Krombiere Jeck ist Visionär, Macher und ehemaliger Prinz Karneval. Außerdem Gründungsmitglied der legendären Rentner-Band, die aus dem Ochtendunger Karneval nicht wegzudenken ist und mit ihrem „Eisernen Gustav“ wie der „Schwarz-Weißen Nacht“ Furore macht. Kurz ein ideenreicher Tausendsassa. Seit 1987 ist er Chefredakteur von „de Zeydung“, seit 2014 Präsident der Großen Ochtendunger Karnevalsgesellschaft.

Weiterlesen

Fußballverband Rheinland ehrt zwei Mendiger

Engagierte Ehrenamtler

Mendig. Im Rahmen des Tags des Ehrenamts hat der Fußballverband Rheinland (FVR) wurden im Beisein des DFB-Präsidenten Bernd Neuendorf und der DFB-Vizepräsidentin Célia Sasic unter anderem „Fußballhelden“ im jungen Ehrenamt sowie jene der Aktion „Danke Schiri“ ausgezeichnet. Unter den Preisträgern waren auch zwei Ehrenamtler des SV Eintracht Mendig.

Weiterlesen

Sonderseite Gesundheitsexperten Bad Neuenahr-Ahrweiler
Dauerauftrag
Hausmeister, bis auf Widerruf
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0020#
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0020#
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0020#
Pellets
Dienstleistungen
Imagewerbung
Innovatives aus der VG Weißenthurm
Andernach Mitte Card
Start Frühjahrssemester
Seniorensitzung der Stadtsoldaten
Titelanzeige
Nachruf Kurth
Wir helfen im Trauerfall Vorsorge