Allgemeine Berichte | 26.10.2023

Realisierungswettbewerb „Brückenschlag Bad Neuenahr-Ahrweiler“

Entwürfe für die Neubauten von Kurgarten- und Casinobrücke präsentiert

Modellentwurf von Schlaich Bergermann Partner aus Stuttgart mit Atelier Loidl Landschaftsarchitekten, Berlin (Platz 1 beim Wettbewerb „Brückenschlag Bad Neuenahr-Ahrweiler).

Modellentwurf von Schlaich Bergermann Partner aus Stuttgart mit Atelier Loidl Landschaftsarchitekten, Berlin (Platz 1 beim Wettbewerb „Brückenschlag Bad Neuenahr-Ahrweiler).

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Die stadtbildprägenden Brückenbauwerke „Kurgartenbrücke“ und „Casinobrücke“ samt deren umgebende, öffentliche Straßen, Freiräume und Uferzonen sind besondere Wiederaufbauprojekte der Kreisstadt nach der Flutkatastrophe 2021. Organisiert durch die Aufbau- und Entwicklungsgesellschaft Bad Neuenahr-Ahrweiler, gab es hierzu einen offenen, zweiphasigen Realisierungswettbewerb „Brückenschlag Bad Neuenahr-Ahrweiler“ zur Planung der entsprechenden Ersatzneubauten. Von den Teilnehmern des Wettbewerbs wurden Lösungen erwartet, die sich gestalterisch mit dem spezifischen Thema des Bauens im historischen Kontext und der Einfügung in den Landschaftsraum des Ahrtals auseinandersetzen. Proportionen, Material, Form- und Farbgebung sollten dem bedeutsamen Ort und der Funktion als Brückenbauwerke angemessen sein. Von besonderer Relevanz ist dabei die Ausarbeitung der Konstruktion des Tragwerks und der Untersicht der Brückenbauwerke sowie der Ausstattung der Brücken in Gestaltdetails wie Geländern, Bodenbelägen und Farbgebung. Im Zuge des Projekts sollen auch die Einmündungen in die Telegrafenstraße und die Poststraße neugestaltet werden. Die Zielplanung sieht vor, die Kurgartenbrücke im Alltag für den Kfz-Verkehr zu öffnen und im Bedarfsfall mit Pollern zu schließen. Feuerwehr und Rettungsdienst würden mit entsprechenden Zugangsberechtigungen ausgestattet.

14 eingereichte Entwürfe aus Deutschland und Europa

Darüber hinaus gehört der ingenieurtechnische Vorentwurf für die Ufermauern- und Befestigungen im Teilbereich des Realisierungsteils zum Projekt. Insgesamt 14 Planungen von Ingenieur- und Architekturbüros, unter anderem aus München, Hamburg, Essen, Darmstadt, Osnabrück, Mainz, Köln, Kassel, Erfurt und sogar aus Amsterdam und Paris wurden eingereicht – in einem Wettbewerb, der durchaus als interdisziplinär bezeichnet werden kann. Denn neben Architekten waren auch Landschaftsarchitekten, Fachingenieure und Brückenau-Spezialisten gefragt, die jeweils im Team agieren mussten. Nach einer ersten Vorauswahl im Juni dieses Jahres, wurden aus den sechs verbliebenen Teilnehmern schließlich die Preisträger ermittelt und kürzlich der Öffentlichkeit vorgestellt. Hierfür zuständig war eine 39-köpfige Preisrichter-Jury, bestehend aus Sachverständigen, Mitgliedern aus den Fraktionen des Stadtrates sowie Vertretern der Aufbau- und Entwicklungsgesellschaft.

Einstimmige Beschlussfassungen der Jury

„Es gab am Ende einstimmige Beschlussfassungen der Jury, die Grundlage unserer Arbeit sind. Besonders wichtig war uns auch die wissenschaftliche Begleitung, ebenso wie die Berücksichtigung der Strömungen in der Stadt. Es ist für uns ein gewisser Meilenstein, weil es ein Herzstück der zukünftigen Stadtentwicklung und auch für unsere Aufgabe selbst ist“, sagte Hermann-Josef Pelgrim, Geschäftsführer der Aufbau- und Entwicklungsgesellschaft, der der Stadt und den Zuwendungsgebern ausdrücklich dafür dankte, dass alles in Form eines Wettbewerbs umgesetzt werden konnte. Als Sieger eben jenes Wettbewerbs konnte sich der Entwurf von Schlaich Bergermann Partner aus Stuttgart mit Atelier Loidl Landschaftsarchitekten, Berlin durchsetzen. Dieses Konzept sieht zwei Boulevards vor – den Ahrboulevard in der Lindenstraße und Georg-Kreuzberg-Straße sowie die Kurgartenpromenade, die jeweils zentral auf den Platz an der Martin-Luther-Kirche zu-fluchten. Dieser Platz war für die Planer besonders wichtig, weil von dort aus sternförmig die Stadt erkundet werden kann. Mit Gastronomie-Möglichkeit und verschiedenen Sitz- und Aufenthaltsmöglichkeiten wurde auch der soziale Aspekt berücksichtigt.

Unterschiedliche Tragwerk- Konzepte bei den Brücken

Die Kurgartenbrücke ist in robuster Tiefgründung als Stahlvariante konzipiert. Zudem bietet die Gestaltung hier in Form einer langen Sitzbank eine überaus interessante Aufenthaltsmöglichkeit. Die Casinobrücke soll optisch anders mit tragendem Geländer und aus wetterfestem Stahl als anhebbare Hubbrücke erstellt werden. Zusätzlich wird die Tragwirkung durch einen schlanken Untergurt aus Quadratrohren sowie Ausfachung durch gelochte Cortenstahlplatten realsiert. Das alles überzeugte auch die Jury, die den „angemessenen Umgang mit der Uferzone, die zurückhaltende Formensprache und die direkten, klaren Brückenpositionierungen“ lobte. „Wir freuen uns wahnsinnig, den ersten Preis gemacht zu haben. Was uns bewegt hat war die Frage ‚wie bringt man Bad Neuenahr wieder an die Ahr?‘. Gleichzeitig wollten wir eine klassische Gestaltung schaffen, die gut altert. Mit Robustheit, Pragmatismus und hochwertiger Materialität“, so Martin Schmitz vom Atelier Loidl. „Es waren spannende Tage und Stunden mit sehr guten Entwürfen. Wir sind froh, dass wir gute Lösungen und namhafte Preisträger haben“, zeigte sich auch Bürgermeister- und Jurymitglied Guido Orthen sichtlich zufrieden mit dem Wettbewerbsverlauf. Der Siegerentwurf, aber auch die weiteren Entwürfe sind für die Bürgerinnen und Bürger noch bis zum 3. November in den Räumlichkeiten der Aufbau- und Entwicklungsgesellschaft (Hauptstraße 136a) zu besichtigen.

Modellentwurf von Schlaich Bergermann Partner aus Stuttgart mit Atelier Loidl Landschaftsarchitekten, Berlin (Platz 1 beim Wettbewerb „Brückenschlag Bad Neuenahr-Ahrweiler).

Modellentwurf von Schlaich Bergermann Partner aus Stuttgart mit Atelier Loidl Landschaftsarchitekten, Berlin (Platz 1 beim Wettbewerb „Brückenschlag Bad Neuenahr-Ahrweiler).

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Dauerauftrag 2026
Stellenanzeige Gärtner, kostenfreie Anzeige zur "2+1" Aktion
Image
Imageanzeige HUK, Auftragsnummer 4700022057, 1. Anzeige "2+1" Aktion
Stellenanzeige, 2. Anzeige "2+1" Aktion
Empfohlene Artikel
Pfarrer Dr. Arno-Lutz Henkel.Foto: privat
15

Es gibt eine Rubrik der kuriosen Feiertage, die im Internet abrufbar ist und für jeden Tag im Jahr eine Vielzahl interessanter oder auch nur amüsanter Feiertage auflistet. Für den 28. Juli wird in dieser Liste der Tag des Kaffeesatzes ausgewiesen, der bundesweit seit 2021 begangen wird. Ob es sich wirklich um einen Feiertag handelt oder nicht doch um einen initiierten Gedenktag, da nicht alle Kaffee trinken , das sei dahingestellt.

Weiterlesen

Die Innenstadt war stets gut besucht.
36

Remagen. Es stimmte einfach alles beim ersten Jakobsmarktsonntag in Remagen. Fand am Abend vorher die Wallfahrtseröffnung mit der Erhebung des Heiligen Hauptes großen Zuspruch, so erlebte der erste Jakobsmarktsonntag wohl sein bestes Jahr seit einigen Jahren. Nicht zuletzt sorgten dafür die sehr angenehmen Temperaturen. So ließen es sich wirklich Tausende Gäste aus Nah und Fern nicht nehmen, nach Remagen zu kommen und den ersten Jakobsmarktsonntag zu besuchen.

Weiterlesen

Weitere Artikel
„La Dolce Mayen“ am 30. Juli in der Mayener Innenstadt
2050

Mayen. Mediterrane Atmosphäre, stimmungsvolle Musik und entspanntes Einkaufen: Unter dem Motto „La Dolce Mayen“ präsentieren „geMYnsam – Die INNENSTADTmacher“, MY-Gemeinschaft, Brückenstraßengemeinschaft zusammen mit der Stadt Mayen im Rahmen der Eventreihe „Schöner langer Donnerstag“ am 30. Juli von 17 bis 22 Uhr einen italienisch inspirierten Sommerabend in der Mayener Innenstadt.

Von Zoe Mertz aus Mayen

Weiterlesen

Foto: Polizei
3456

Der Mann soll eine Seniorin um ihr Geld betrogen haben:

18.07.: Foto-Fahndung in Neuwied: Wer kennt diesen Mann?

Neuwied. Am 16.06.2026 wurde eine 76-jährige Seniorin in Neuwied Opfer eines Betrugs. Gegen 11:30 Uhr kontaktierte sie ein bislang unbekannter Täter telefonisch und gab sich als Mitarbeiter einer Bank aus. Kurz darauf erschien ein der Geschädigten unbekannter Mann an der Anschrift und erlangte ihre Bankkarte samt PIN.

Weiterlesen