Allgemeine Berichte | 29.01.2024

Bürgerinitiative „Unsere Altstadt“

Erinnerung an die Balduinstraße

Die Informationstafel wird enthüllt. Foto: Hermann Schäfer

Koblenz. Einer Anregung und Initiative der Bürgerinitiative „Unsere Altstadt“ folgend gibt es jetzt in der Koblenzer Altstadt eine Informationstafel, die an die fast vergessene Verbindung zwischen Görgenstrasse und Casinostrasse erinnert. Die Einweihung erfolgte, auch in Erinnerung an die lange Zeit hier lebenden jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger, am 27. Januar dem nationalen Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus. Immerhin war die Balduinstraße lange Zeit als „kleine Judengasse“ bekannt. Hier wurde 1820 auch eine kleine Synagoge geweiht, die bis zum Umzug der jüdischen Gemeinde 1851 in den Bürresheimer Hof, den jüdischen Mitbürgern als Gotteshaus diente. Darüber hinaus gab es hier eine kleine Schule, sowie Wohn- und Geschäftshäuser. Erst in den 1880er Jahren wurde die Straße in Balduinstraße umbenannt. Zuletzt noch 1942 waren hier in sogenannten „Judenhäusern“ Altstädter Juden untergebracht, bis sie in die Vernichtungslager der NS-Diktatur deportiert wurden. Die Stolpersteine der Familie Bernd und von Kurt Rosenblatt erinnern noch daran. Im Zweiten Weltkrieg stark zerstört, waren die Ruinen der Balduinstraße unter anderem „Abenteuerspielplatz“ für die Altstadtkinder. Erst im Rahmen des Neubau des „Schängelcenters“ wurde die Straße zwischen 1970 und 1973 überbaut und verschwand aus dem Straßenbild.

Leider konnte die erkrankte Bürgermeisterin Ulrike Mohrs die Erinnerungstafel nicht selbst ihrer Bestimmung übergeben unterstrich aber in einem Grußwort, dass von Seiten der Stadt Koblenz die Erinnerung an diese fast vergessene Straße ein besonderes Anliegen der Kommune und der Stadtgesellschaft sei. Pfarrerin Marina Brilmayer von der evangelischen Kirchengemeinde Koblenz-Mitte, die das Projekt von Anfang an begleitete, verwies auf die besondere Bedeutung des Erinnerns und die Notwendigkeit gerade in der heutigen Zeit dem Vergessen entgegen zu wirken.

Mit dem daraus abgeleiteten Satz „Wir wollen nicht vergessen“ wurde das Anliegen und die Tafel durch Claus Mölich und Jürgen Potratz von der Bürgerinitiative ihrer Bestimmung übergeben.

Pressemitteilung der

Bürgerinitiative „Unsere Altstadt“

Die Informationstafel wird enthüllt. Foto: Hermann Schäfer Foto: Hermann Schaefer

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