Allgemeine Berichte | 19.09.2025, 09:06 Uhr

Der Neubau der Pfaffendorfer Brücke ist in vollem Gange, doch ein weiteres Großbauprojekt in Koblenz wirft bereits seine Schatten voraus

Europabrücke: das könnte teuer werden

Der komplette Neubau der Koblenzer Europabrücke wird auf bis zu 325 Millionen Euro geschätzt. Fotos: HEP
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Koblenz. Der Neubau der Pfaffendorfer Brücke ist in vollem Gange. Doch ein weiteres Großbauprojekt in Koblenz wirft bereits seine Schatten voraus: die Sanierung der Europabrücke.

Es ähnelt einem Kriminalfall: Der Tatort wird aufgesucht, Fachleute vernommen, Beweismittel gesichtet und Ermittlungen durchgeführt, die aber noch kein abschließendes Ergebnis brachten. Die Täter sind bekannt: Der Zahn der Zeit sowie Eisen und Beton.

Es geht um eine der meistbefahrenen B9-Flussüberquerungen im Land: Die Europabrücke in Koblenz. An die muss nicht nur Hand, sondern sogar Bagger, Beton und Eisen angelegt werden, denn sie ist altersschwach.

Jetzt informierte die Koblenzer Verwaltung den Stadtrat, was auf die Verkehrsteilnehmer und die Kommune zukommen könnte, aber: „Dies sind allerdings nur erste Überlegungen, nähere Planungen oder Überlegungen sind erst zu einem späteren Zeitpunkt nach entsprechenden Verkehrsuntersuchungen möglich“, heißt es in der Unterrichtungsvorlage.

Hauptbauwerke sind die Moselüberquerungen einmal flussaufwärts (395 Meter lang) und Richtung Rhein (432 Meter lang). Das älteste Bauteil stammt aus dem Jahr 1954, das jüngere von 1974. Dann gibt es noch die jeweiligen Vorlandbrücken aus den Jahren 1973 und 1974 und den 130 Meter langen „Überflieger“ für den Saarplatzkreisel von 1971.

Zustand der Tragfähigkeit und der Gebrauchstauglichkeit der Europabrücke: Sowohl die 1954 errichtete Brücke, als auch die 1974 errichtete Brücke entsprechen nicht den heutigen Anforderungen an die Tragfähigkeit. Insbesondere die 1954 errichtete Flussbrücke stadteinwärts weist erhebliche Defizite bei der Tragfähigkeit auf. Diese werden zusätzlich durch einen konstruktionsbedingten Baumangel begünstigt. In den Jahren 2011 - 2015 fanden umfangreiche Untersuchungen an dem Bauwerk statt, ebenso wurden verschiedenste Berechnungsmodelle angewendet, um die Resttragfähigkeit abzuschätzen. Die Einstufung der Tragfähigkeit, die streng genommen nicht den Anforderungen einer Brücke mit dieser Verkehrsbedeutung entspricht, war ein Kompromiss.

Auch wenn es noch mindestens drei Jahre dauern wird. Der komplette Neubau der Koblenzer Europabrücke wird auf bis zu 325 Millionen Euro geschätzt. Das Brückenteil stadteinwärts aus dem Jahr 1954 muss neu gebaut werden. Das Teil stadtauswärts kann wohl saniert werden. HEP

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