Allgemeine Berichte | 11.08.2020

Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz e.V.

Fake-Shops und Reiseärger

Verbraucherzentrale Koblenz zieht Bilanz 2019

Koblenz. Reiseärger und Insolvenz von Thomas Cook, Fake-Shops und unklare Rechnungsposten auf der Telefonrechnung – das sind nur einige Themen, die die Arbeit der Verbraucherzentrale Koblenz im vergangenen Jahr dominierten. Rund 6.600 Kontakte konnte die Koblenzer Beratungsstelle 2019 verbuchen – bei Beratungen, Vorträgen und Aktionen.

Ärger mit Fake-Shops und fragwürdigen Lieferungen

„Fake-Shops, also gefälschte Verkaufsplattformen im Internet, waren 2019 ein Beratungsschwerpunkt“, so Martina Röttig, Beraterin in Koblenz. „Sei es die goldene Uhr im Sonderangebot oder die teure Tasche zum Schnäppchenpreis – immer verlangen die betrügerischen Seitenbetreiber Vorauskasse. Die Ware wird dann entweder nicht geliefert oder ist minderwertig und das Geld ist futsch.“ Eine Dame aus Koblenz hatte bei einem Online-Shop einen Staubsauger bestellt. Als sie den Kaufpreis überweisen wollte, wurde sie aufgrund des spanischen Empfängerkontos und der nichtexistierenden Hotline misstrauisch und meldete dies der Verbraucherzentrale. Beraterin Röttig rät in solchen Fällen dringend zur Vorsicht, wenn Vorkasse geleistet werden soll. Ratsuchende, die Opfer eines Fake-Shops geworden sind, sollten Strafanzeige bei der Polizei erstatten.

Ungewollte Lieferungen von Potenzmitteln oder Diätpillen

Zahlreiche Beschwerden erhielt die Verbraucherzentrale Koblenz darüber hinaus zu Online-Shops, auf denen Diätpillen oder potenzsteigernde Mittel angeboten wurden. Die Internetseiten vermittelten den Eindruck, es sei eine einmalige Bestellung, stattdessen erhielten die Betroffenen wiederkehrende Lieferungen und hohe Rechnungen. „Betroffene sollten Rechnungen für ungewollte Waren nicht bezahlen, schriftlich Widerspruch einlegen und die angeblichen Verträge hilfsweise widerrufen, anfechten und vorsorglich kündigen“, so der Rat von Martina Röttig. „In der Regel werden danach keine Waren mehr geliefert und auch keine Rechnungen mehr gestellt.“

Reiseärger ohne Ende

Nach der Pleite des Touristikkonzerns Thomas Cook wandten sich zahlreiche Betroffene an die Verbraucherzentrale Koblenz, um sich hinsichtlich ihrer Rechte beraten oder unterstützen zu lassen. „Reiseärger gehört seit vielen Jahren zu den Dauerbrennern in unserem Beratungsalltag“, so Ursula Schwippert, Beraterin in Koblenz. „Nicht erst die Thomas Cook-Pleite hat deutlich gemacht, wie wichtig eine ausreichende Insolvenzabsicherung für Pauschalreisen ist.“ Weil Reisende nach der Insolvenz nicht ausreichend abgesichert waren, musste die Bundesregierung bei der Rückzahlung der Kundengelder einspringen.

Sicherheit im Netz

Die Macht der Daten und die Sicherheit im Netz standen am Weltverbrauchertag (jedes Jahr am 15. März) im Mittelpunkt der Aktivitäten der Verbraucherzentrale Koblenz. Bei einer Rallye durch fünf interaktive Stationen erhielten Interessierte Informationen darüber, welche Macht die täglich im Internet hinterlassenen Daten haben und welche Strategien helfen, die eigenen Daten zu schützen.

Ernährungsbildung

Die Ernährungsberaterinnen führten in Kindertagesstätten Hygiene-Schulungen für die Kita-Küche durch und informierten in Schulen mit einer interaktiven Mach-Bar-Tour zu Energy-Drinks. Bei einem Einkaufstraining der Verbraucherzentrale lernten Geflüchtete das Lebensmittelangebot und die Essgewohnheiten in Deutschland kennen. Für Seniorinnen und Senioren gab es in einem Vortrag Informationen zum genussvollen und gesunden Essen und Trinken und Seniorenheime erhielten Unterstützung bei der Aufstellung eines optimalen Speiseplans.

Corona-Pandemie

„Die in 2019 auf den Weg gebrachte Digitalisierung unserer Angebote war in der aktuellen Corona-Krise von großem Nutzen“, so Ursula Schwippert. „Mit Video-Beratungen und Web-Seminaren, aber auch mit der klassischen Telefonberatung konnten wir während der zeitweiligen Schließung der Beratungsstelle unser Informations- und Beratungsangebot aufrechterhalten und an die neuen Gegebenheiten anpassen.“ Für rechtliche Fragen bei Verträgen rund um die Pandemie hat die Verbraucherzentrale Mitte März eine kostenlose Hotline eingerichtet, die seither vor allem zu Problemen rund ums Reiserecht stark genutzt wird.

Die Folgen der Corona-Pandemie werden Verbraucherinnen und Verbraucher noch geraume Zeit beschäftigen. Viele kämpfen trotz Rechtsanspruchs nach wie vor um die Erstattung ihrer bereits bezahlten Reise. Finanzielle Folgen und damit verbundene Probleme werden in den nächsten Monaten weiterhin für eine hohe Nachfrage bei der Verbraucherzentrale sorgen. Die Verbraucherzentrale wird auch beobachten, wie die aktuelle Mehrwertsteuersenkung im Handel und bei Verträgen für Dienstleistungen umgesetzt wird.

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