Grandiose Kunstausstellung in der alten Druckerei

Frauenkunst/Weiberkunst ist auch ein politisches Statement

14.03.2019 - 13:57

Sinzig. In der alten Druckerei in der Sinziger Mühlenbachstraße ist noch bis zum 29. März die grandiose Kunstausstellung „Frauenkunst/ Weiberkunst“ zu sehen. Dass die Vernissage zur Ausstellung, bei der 40 Künstlerinnen ihre Werke zeigen, just am Freitag, 8. März, dem Weltfrauentag, stattfand, ist natürlich kein Zufall, sondern ganz bewusstes politisches Statement.


Bei der Vernissage erläuterte Macherin und Organisatorin Angelika Ehrhardt-Marschall, wie es zu dieser einzigartigen Ausstellung gekommen ist. Denn aus ihrem ganz zarten diesjährigen Neujahrsgruß mit einer entsprechenden Idee wurde mit viel Eigendynamik und viel Macht genau diese Ausstellung. Und die Ausstellung in Sinzig ist einfach nur grandios und sehenswert, obwohl letztlich nur knapp zwei Monate Vorbereitungszeit verblieben.

In der alten Druckerei wird übrigens genau jene große Ausstellungsfläche „bespielt“, die auch der Ahrtkomm ihre Heimat gibt. Und da gibt es natürlich Verknüpfungspunkte, denn Angelika Ehrhardt-Marschall kennt die Räumlichkeiten und auch die Ahrtkomm, an der sie sozusagen als künstlerische Beraterin wirkt. Immerhin lagen ihr binnen kürzester Zeit 243 Bewerbungen von Künstlerinnen vor, von denen es dann 40 in die Ausstellung schafften.

Die Benachteiligung von Frauen in der Kunstszene und im Kunsthandel wird natürlich auch inhaltlich hervorgehoben. Im Ausstellungsflyer heißt es dazu: Jahrhundertelang spielten Frauen als Künstlerinnen im Bewusstsein der Öffentlichkeit kaum eine Rolle. Heute setzen Frauen in der Kunst deutliche Akzente. Der Beweis wird in Sinzig sozusagen direkt an den Wänden der Ausstellungsräume geliefert. Dabei ist die Ausstellung in Sinzig nur der Auftakt zu einem Großprojekt des Kunsthauses Rheinlicht, das Angelika Ehrhardt-Marschall als bildende Künstlerin und Beatrice Fermor als Autorin noch weiter durch die Republik tragen wollen. Der Sinziger Premiere sollen Ausstellungen in den Metropolen Köln, Hamburg und Hannover folgen.

Auf die Benachteiligung von Frauen in der Kunstszene ging in seiner Eröffnungsrede auch Robert Reschkowski ein. Der wollte aber nicht von Frauenkunst, sondern eher von Kunst von Frauen im Selbstverständnis reden. Zentrale Forderung: die Gleichstellung von Künstlerinnen im männerdominierten Kunstgeschehen und vor allem im Kunstbetrieb.

Zunächst einmal gilt aber die klare Ansage, die gelungene Ausstellung unbedingt zu besuchen. Dabei besteht in der alten Druckerei diese Gelegenheit noch bis zum 29. März. Die Ausstellung ist jeweils samstags und sonntags von 15 bis 18 Uhr geöffnet. Weitere Termine sind auf Anfrage unter Tel. (0 15 75) 42 13 43 0 vereinbar.

Die alte Druckerei erwies sich übrigens einmal mehr als idealer Ausstellungsort auch für große Kunstausstellungen.

Weitere Informationen auf www.kunsthausrheinlicht.de.

BL

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juergen mueller:
Mit Millionen, Herr Rüddel, haben Sie ausnahmsweise einmal recht. Genau sind es über 30 Millionen Bürger*innen, die sich freiwillig und OHNE Bezahlung für das Gemeinwohl engagieren. Dazu gehört die Politik jedoch nicht, auch wenn dies, wie unlängst in Koblenz geschehen, hier auf die vermeintlich ehrenamtliche...
Gabriele Friedrich:
Wenn es Zeugen gegeben hat, warum haben die nicht geholfen? Es geschah am hellichten Tag...und keiner hat was gesehen? DAS ist unsere Gesellschaft, die verachtenswerter nicht sein kann....
Gabriele Friedrich:
Längst im Ausland...und Tschüß. Hier findet man den Wagen nicht mehr, dafür sind die Banden zu gut organisiert....
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