Ukrainische Flüchtlinge aus Wachtberg besuchen den Kölner Zoo
Für einen Tag den Gedanken an den Krieg in der Heimat verdrängen
Wachtberg.Strahlender Sonnenschein begleitete über 50 ukrainische Flüchtlinge aus Wachtberg, als sie zu einem gemeinsamen Besuch in den Kölner Zoo aufbrachen. Mit Bus und Bahn, die für die ukrainischen Schutzsuchenden im Nahverkehr kostenlos zu nutzen sind, ging es in einer guten Stunde zu dem herrlich gelegenen und sehr naturnah gestalteten zoologischen Garten im Kölner Norden. Begleitet wurden die Familien, darunter viele Kinder, von ehrenamtlichen Unterstützerinnen und Unterstützern aus der Niederbachemer Flüchtlingshilfe. Diese standen für alle Fragen bereit. Mittels Übersetzungsapps auf den Mobiltelefonen wurden die Sprachbarrieren schnell überwunden. Einige der Mitgereisten konnten auch englisch und etwas deutsch, was zu einem regen Informationsaustausch führte, so dass keine Fragen offenblieben.
Tierfütterungen sind immer noch ein Magnet für alle Zoobesucher
Doch bei vielem bedurfte es keiner Worte: Die Fütterung der Paviane war genauso „international“ verständlich, wie die der Erdmännchen, der Flusspferde und der Seelöwen. Auch die Tiere genossen voller Wonne den Sonnenschein, die Kamele kauten ununterbrochen, die Flamingos streckten ihre Flügel, während die Geparden konzentriert Vögel fixierten, die über ihnen hin und her flogen, als wären sie ein potentieller Snack für zwischendurch. Gelegenheiten zu Toben für die Kinder boten auch die beiden Spielplätze innerhalb des Zoogeländes.
Das Programm im Zoo reicht für mehr als nur für einen Tag
Für den weitläufigen Zoo und das angeschlossene Aquarium standen fast fünf Stunden zur Verfügung, was für den einen oder anderen Gast aus der Ukraine wohl immer noch zu wenig schien. Als man sich zur gemeinsamen Rückfahrt sammelte, entschlossen sich einige Gäste, noch länger bleiben zu wollen – ein Zeichen dafür, wie wichtig solche integrativen Momente für die teils traumatisierten Schutzsuchenden und vor allem für die Kinder sind.
Organisiert wurde dieser Tag durch den Heimat- und Bürgerverein Gimmersdorf Aktiv e.V., der durch das Landesprogramm „Komm an“, der Ukrainehilfe Niederbachem und der Ehrenamtsbörse Wachtberg e.V. unterstützt wurde.
Da die Nachfrage und die Resonanz bei den ukrainischen Gästen so groß war, ist bereits ein weiterer Zoobesuch im Juni/Juli im Gespräch. Anmeldungen hierfür liegen bereits vor, weitere Plätze für ukrainische Mitbürgerinnen und Mitbürger sind noch frei (Interessenten bitte an die E-Mail wenden: m.c.turley@netcologne.de).
Über fünfzig ukrainische Flüchtlinge aus Wachtberg besuchten den Kölner Zoo; für einen Moment ein Verdrängen des Krieges in ihrer Heimat. Besonders für die Kinder ein Tag der Freude und der Ablenkung. Organisiert wurde die Tagestour u.a. vom Bürgerverein Gimmersdorf Aktiv e.V. mit Unterstützung des Landes NRW und der Ukrainehilfe Niederbachem. Fotos: privat
