Allgemeine Berichte | 20.04.2021

Lokale Gastronomie weist auf verzweifelte Situation der Branche hin

„Genug ist genug!“

13.500 Gastgeber bangen allein in Rheinland-Pfalz um ihre Existenz

Auf dem „Platz an der Linde“ fand eine Kundgebung mit Vertretern aus Gastronomie, Kunst/Kultur, Eventbranche, Weinbau, Politik und Einzelhandel statt. Fotos: DU

Bad Neuenahr-Ahrweiler.Die nach wie vor nahezu überall präsente Corona-Pandemie gefährdet längst zahlreiche berufliche und wirtschaftliche Existenzen. Und zwar nicht nur irgendwo „weit weg“, sondern auch vor der eigenen Haustür. Hiervon besonders betroffen ist die für den Ahrkreis so wichtige Gastronomie, aber beispielsweise auch Künstler, Einzelhändler, die Veranstaltungsbranche oder die Winzer. „Genug ist genug – wir wollen unserer Arbeit zuverlässig nachgehen dürfen und eine baldige Rückkehr zur Normalität!“, fordert daher der Kreisverband des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (DEHOGA) mit seinem Vorsitzenden Günther Uhl. Um diese Forderungen zu unterstreichen fand jetzt auf dem „Platz an der Linde“ eine Kundgebung mit Vertretern aus Gastronomie, Kunst/Kultur, Eventbranche, Weinbau, Politik und Einzelhandel statt. Dabei wurden die Forderungen nicht nur auf zahlreichen Bannern und Transparenten, sondern auch durch verschiedene Wortbeiträge nachdrücklich kommuniziert. So wies Günther Uhl unter anderem auf die Tatsache hin, dass die Gastronomiebetriebe seit nunmehr fast sechs Monaten zwangsgeschlossen sind. Was Anfang Oktober als „Lockdown light“ begann, hat sich für die Branche inzwischen zu einem „Leidenslockdown“ entwickelt.

„Die Lage ist katastrophal“

„Wir haben nach dem ersten Lockdown gezeigt, dass wir unsere Hausaufgaben gemacht haben - von Lüftungsanlagen über Hygienemaßnahmen bis hin zu Abstandsregelungen. Es geht hier in Rheinland Pfalz um nicht weniger als die Existenz der 13.500 Gastgeberfamilien und der 150.000 Beschäftigten in der Gastronomie. Dreiviertel dieser Betriebe stehen mit dem Rücken an der Wand, sind in akuten finanziellen Nöten – die Lage ist katastrophal. Die Politik muss jetzt handeln. Wir benötigen dringend einen Strategiewechsel für eine verbindliche und dauerhafte Öffnung für das Gastgewerbe“, betonte Gereon Haumann, Präsident des DEHOGA Rheinland-Pfalz und wies auf die aus seiner Sicht geringe Infektionsgefahr im Gastgewerbe hin: „Hundertausende Besucher an Ostern wären in unseren Hotelzimmern besser aufgehoben gewesen, als auf der Couch oder dem Ausziehsofa bei Familie und Freunden. Restaurantbesuche mit Abstand und negativem Test als „Eintrittskarte“ sind bei uns sicherer, als das Familientreffen am Küchentisch. Es wäre also ein Beitrag, das Infektionsgeschehen zu senken, wenn unsere Betriebe aufgeschlossen wären – nicht morgen, nicht übermorgen, sondern heute! Das bleibt unsere Forderung als DEHOGA-Landesverband an die Politik auf Landes- und Bundesebene“, so Haumann, der einen Sechs-Punkte-Plan des DEHOGA im Gepäck hatte, der unter anderem eine dauerhafte Ermäßigung des Umsatzsteuersatzes für alle Leistungen des Gastgewerbes fordert.

„Kunst ist etwas, das die Seele nährt“

Stephan Maria Glöckner machte die vielfältigen Corona-Probleme der Kulturschaffenden deutlich. „Als Künstler weiß ich jetzt noch nicht, wovon ich im Mai leben soll. Noch funktioniert es – zum Glück. In unserem Atelier hatten wir seit gut einem Jahr keine Besucher mehr, also muss man sich etwas andere einfallen lassen. Aber es gibt Kollegen, beispielsweise in der Musikszene, die jetzt schon gezwungen sind, Umschulungen zu machen. Kunst ist etwas, das die Seele nährt. Wir brauchen die Begegnung und den Austausch im Kulturraum. Außerdem betrifft es nicht nur uns Künstler, sondern beispielsweise auch Caterer, Bühnenbauer und viele mehr. Wenn das Virus die Angst wird, dann wird`s richtig gefährlich“, so Glöckner.

„Es ist bereits zwanzig nach zwölf“

„Seit 14 Monaten dürfen wir unserem Beruf nicht mehr nachgehen. Aufgrund von Staatsversagen bleibt weiterhin keine Perspektive. Der Dilettantismus des Krisenmanagements zerstört derzeit hunderttausende von Lebenswerken unserer Branche. Ich bin enttäuscht und fassungslos. Wird es nicht Zeit, dass wir lernen mit dem Virus zu leben und intelligente Konzepte mit Perspektive zu entwickeln? Es ist bereits zwanzig nach zwölf“, so die Worte von Mark Ulrich, der die dramatische Situation der Veranstaltungswirtschaft mit deutlichen Worten beschrieb. Darüber hinaus kamen Volker Danko für den Einzelhandel und Dr. Knut Schubert vom Winzer- und Bauernverband zu Wort, bevor Günther Uhl den offiziellen Forderungskatalog der DEHOGA an MdL Horst Gies überreichte, der diesen nicht nur an Ministerpräsidentin Malu Dreyer, sondern auch an die Landtagsfraktionen weiterleiten wird.

Mut, auch den Klageweg zu beschreiten

Darüber hinaus erhält auch MdB Mechthild Heil ein Exemplar, um das Thema auch auf Bundesebene präsent zu machen. Voll hinter die Forderungen stellte sich auch Bürgermeister Guido Orthen denn schließlich, so Orthen, sei die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler mit fast 800.000 jährlichen Übernachtungen stark vom Tourismus geprägt, was ein Zusammenarbeiten aller Branchen erfordere. Verbände und Einzelhandel müssten dabei gegebenenfalls auch den Mut haben, den Klageweg zu beschreiten.

Bei der Kundgebung machten die Teilnehmer mit zahlreichen Bannern und Transparenten auf ihre Forderungen aufmerksam.

Bei der Kundgebung machten die Teilnehmer mit zahlreichen Bannern und Transparenten auf ihre Forderungen aufmerksam.

Günther Uhl überreichte den offiziellen Forderungskatalog der DEHOGA an MdL Horst Gies.

Günther Uhl überreichte den offiziellen Forderungskatalog der DEHOGA an MdL Horst Gies.

Gereon Haumann, Präsident des DEHOGA Rheinland-Pfalz, fordert die Politiker zum Handeln auf.

Gereon Haumann, Präsident des DEHOGA Rheinland-Pfalz, fordert die Politiker zum Handeln auf.

„Genug ist genug!“

Auf dem „Platz an der Linde“ fand eine Kundgebung mit Vertretern aus Gastronomie, Kunst/Kultur, Eventbranche, Weinbau, Politik und Einzelhandel statt. Fotos: DU

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • H. Schüller: Der Stromschlagschutz bei der Bahn ist auf dem Stand vor 100 Jahren. Deshalb passiert fast alle zwei Wochen ein Bahnstromunfall und leider kommen in keinem Bahnsystem so viele Menschen und Tiere um wie im elektrischen.

Einladung zum Neujahrsempfang

  • Boomerang : Die Koblenzer Abu-Bakkr-Moschee beziehungsweise der dahinterstehende „Verein der Islamischen Kultur Koblenz“ steht unter Beobachtung des Verfassungsschutzes. Das teilt das rheinland-pfälzische Innenministerium...
  • S. Bastian: Troll! Die Ahmadiyya Muslim Jamaat werden nicht vom Verfassungsschutz beobachtet.
  • Boomerang : Ich brauche keine Neujahrswünsche von einer Gemeinschaft die Friedlichkeit vorgibt, aber seit Jahrzehnten vom Verfassungsschutz beobachtet wird.

Basiswissen bei Trennung und Scheidung

  • Boomerang : Meine Ex-Frau ließ sich in den 90ern von mir scheiden weil sie einen anderen hätte. Ich war für 10 Jahre finanziell ruiniert und lebte trotz Vollzeit am Existenzminimum. Um den Rentenausgleich zu kompensieren hätte ich bis 74 arbeiten müssen.
Dauerauftrag 2025
Dauerauftrag 2026
GO meets BBS Andernach
Anzeige Messe Go
Rosenmontag
Imageanzeige (Januar)
Lossprechungsfeier der KFZ Innung Ahrweiler
Empfohlene Artikel

Sinzig-Koisdorf. Die Chorgemeinschaft Koisdorf (Chg Koisdorf) startete mit zwei bedeutenden Ereignissen in das neue Jahr: der Jahreshauptversammlung am 20. Januar und der feierlichen Verabschiedung ihres langjährigen Chorleiters Sven Scheuren am 27. Januar. Beide Termine machten eindrucksvoll sichtbar, wie lebendig, engagiert und zukunftsorientiert der Verein aufgestellt ist.

Weiterlesen

Rheinland-Pfalz. Alle Grundstückseigentümerinnen und Grundstückseigentümer sind gesetzlich verpflichtet, dem zuständigen Finanzamt Änderungen mitzuteilen, die für die Bewertung eines Grundstücks relevant sind. Die Anzeige hat innerhalb der gesetzlich vorgesehenen Frist zu erfolgen. Grundsätzlich müssen Änderungen bis zum 31. März des Jahres angezeigt werden, das auf das Jahr der Änderung folgt. Änderungen, die im Jahr 2026 eintreten, sind somit bis zum 31. März 2027 anzuzeigen.

Weiterlesen

Rheinland-Pfalz. Bürgerinnen und Bürger, die ihre Steuererklärung in Papierform beim Finanzamt einreichen, erhalten auch im Jahr 2026 weiterhin einen Steuerbescheid in Papierform. Gleiches gilt für Steuerpflichtige, die ihre Steuererklärung elektronisch über ELSTER abgeben und bislang keiner digitalen Bekanntgabe von Verwaltungsakten zugestimmt haben. In diesen Fällen erfolgt die Zustellung des Steuerbescheids weiterhin per Post.

Weiterlesen

Weitere Artikel

Allgemeine Berichte

Auszeichnung für Heinz Walbröl

Oberwinter. Am Tag des Ehrenamts des Fußballverbandes Rheinland in Höhrgrenzhausen wurde Heinz Walbröl vom TuS Oberwinter für seinen außergewöhnlichen Einsatz für den Verein geehrt. Der 85 jährige Heinz Walbröl ist eine tragende Säule des Sportvereins und ein wahres Vorbild für soziales und ehrenamtliches Engagement. Seit Jahrzehnten prägt er den Verein mit und hat Generationen von Spielern sowie Vereinsmitglieder inspiriert.

Weiterlesen

Bendorf. Auf Einladung der FDP-Stadtratsfraktion hat sich die FDP-Direktkandidatin für den Landtagswahlkreis 10, zu dem auch Bendorf gehört, über die derzeit aktuellen Projekte und Probleme der Stadt informiert. Sandra Krämer, 24jährige WHU-Studentin, stammt aus Andernach, und hat Bildungs- und Wirtschaftspolitik als die aus ihrer Sicht wichtigsten Politikbereiche bezeichnet.

Weiterlesen

Generationswechsel nach 14 Jahren

FDP Bendorf wählt neuen Vorsitzenden

Bendorf. Der Stadtverband der FDP Bendorf hat auf seinem Ortsparteitag am Mittwochabend einen neuen Vorstand gewählt. Zum neuen Vorsitzenden wurde der 40-jährige Unternehmer und Kommunikationsexperte Jan Wambach einstimmig gewählt.

Weiterlesen

Vorabrechnung, Nr. AF2025.000354.0, Januar 2026
Daueranzeige (Januar 26)
Physiotherapeut/in (m/w/d)
Stellenanzeige IT Administrator
Imageanzeige Werbeplan 2026
Stellenanzeige Ingenieur/in
Messe GO meets BBS Andernach -  Bestellung Nr.: 0033082659
Azubimesse Go
Pflegefachkräfte in der Tagespflege(w/m/d)
Angebotsanzeige (Januar)
Karnevalssamstag
Titelanzeige
Maifeld
Betriebsferien Karneval 2026
Anzeige SALE
Rückseite o. B. Vorauskasse
Stellenanzeige Jugendpfleger/in u. Azubi Kauffrau Tourismus