Allgemeine Berichte | 07.10.2024

75 Jahre Kreis-Chorverband Mayen – Jubiläum in der Begegnungsstätte Saffig

„Gesang ist die Muttersprache der Menschen“

Die Verbandsleitung des Kreis-Chorverbandes Mayen mit ihrem gewählten Sprecher Hans-Willi Fell (links).

Kreis Mayen-Koblenz. Egal ob Frauenchöre, gemischte Chöre, Männerchöre oder Kinder- und Jugendchöre: Landauf und landab hört man von Nachwuchsproblemen in den Gesangsvereinen. Um so wichtiger ist es, diejenigen, die sich in diesem Kulturbereich engagieren, zu unterstützen. Ein herausragendes Engagement in dieser Beziehung zeigt der Kreischorverband Mayen. Ihm gehören über 1.000 Aktive in 29 Chorvereinen mit 45 Chören an. Das Verbandsgebiet umfasst die Städte Andernach und Mayen sowie die Verbandsgemeinden Maifeld, Mendig, Pellenz und Vordereifel. In der Begegnungsstätte Saffig fand ein Festakt zum 75-jährigen Bestehen des Verbandes statt.

Begrüßt wurden die geladenen Gäste durch Hans-Willi Fell, seines Zeichens Sprecher der Verbandsleitung KCV Mayen. Für die musikalische Umrahmung sorgte das Duo „Con Moto“. Sylvia Mel-André (Querflöte) und Johannes André (Gitarre) präsentierten zu Beginn das Lied „Beginning to see the light“. Ein Titel, der zum Abend passte: Trotz schwieriger Rahmenbedingungen blickt der KCV Mayen optimistisch in die Zukunft. Dies machte Hans-Willi Fell gleich mehrere Male deutlich, wobei er natürlich auch an die lange Tradition der Gesangsvereine erinnerte. Viele Chöre der Region sind in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstanden, wobei damals vorwiegend Männer aktiv waren. Der älteste Verein des Verbandes ist der 1853 gegründete Männerchor Plaidt. „Der Blick zurück beschreibt, wer wir sind. Hiermit können wir die Fragen der Gegenwart beantworten und mit Stolz und Zuversicht in die Zukunft blicken“, so Hans-Willi Fell. „Unsere Amateur-Chöre und die ehrenamtliche Chor-Kultur sind ein wesentlicher Teil unserer Zivilgesellschaft. Mitglied in einem Chor zu sein heißt, gemeinsam leistungsstark und kreativ zu sein. Mit anderen Worten: Singen verbindet“, betonte der Sprecher der Verbandsleitung und stellte somit zugleich das neue Motto des KCV Mayen vor.

Stellvertretend für den verhinderten Landrat überbrachte der Beigeordnete Jens Firmenich die Grüße des Landkreises Mayen-Koblenz. „Singen ist nicht nur etwas besonders Schönes und Erfüllendes: Singen bedeutet, dem eigenen Inneren Ausdruck zu geben.“ Er dankte allen, die sich ehrenamtlich im Kreischorverband eingebracht haben und heute noch bringen. Für das gesellschaftliche Miteinander sei die Arbeit der Chöre enorm wichtig.

Auch von der Landes-Ebene erhielt der Verband Glückwünsche: Etienne Emard, Referatsleiter im zuständigen Ministerium, betonte, dass man von Seiten der Politik offene Ohren für die Anliegen der Vereine habe. Das Interesse der Bevölkerung an Musik sei nach wie vor sehr hoch. Dies zeige sich auch an der extrem hohen Anzahl von Musiktiteln, die bei den bekannten Branchen-Riesen im Internet abrufbar seien. Leider beschränke sich bei vielen Menschen das Interesse auf den passiven Musikgenuss. Bezogen auf die Einwohnerzahl habe man in Rheinland-Pfalz jedoch einen sehr hohen Anteil an Chorsängerinnen und -sängern. Es gelte, deren aktive Arbeit zu unterstützen und zu fördern. Hier leiste der KCV Mayen eine wichtige und herausragende Arbeit. „Gesang ist die eigentliche Muttersprache des Menschen“, so das schöne Fazit von Etienne Emard. Ein Zitat, welches auch auf einer Urkunde steht, die er im Auftrag der Ministerin dem KCV Mayen überreichte.

Hauptredner der Festveranstaltung war Dr. Björn Rodday, seines Zeichens Geschäftsführer der Stiftung Sayner Hütte. Ausführlich beschrieb er seinen musikalischen Lebenslauf, bei dem die Chormusik eine wichtige Rolle spielt. „Chormusik ist zeitlos und hat, wenn man die Stellschrauben richtig dreht, auch eine Zukunft“, so sein Fazit. Die Musikalische Arbeit und die kulturelle Bildung benötigen seiner Meinung nach auch eine feste Verankerung in den öffentlichen Haushalten. In einer schnelllebigen Zeit wäre es wichtig, insbesondere jungen Leuten ansprechende Angebote zu unterbreiten, in denen die Gemeinsamkeit und das Miteinander herausgestellt würden. Beides komme in vielen Bereichen des Alltags zu kurz, so Dr. Björn Rodday.

„Ich bin dankbar für die offenen Worte, die heute gesprochen wurden. Chöre sind unserer Welt, in unserer Gesellschaft ein unverzichtbarer Teil geworden. Man muss den Chören aber auch ein offenes Ohr schenken, und zwar für deren Gesang und deren Anliegen“, betonte Hans-Willi Fell zum Abschluss des offiziellen Teils, dem sich ein geselliger Austausch anschloss. Mit Richard Breitbach war sogar ein Zeitzeuge anwesend. Er ist Gründungsmitglied, des Verbandes, dessen Geschichte am 25. September 1949 im Hotel „Sterngarten“ in Mayen begann.

Das Duo „Con Moto“ (Sylvia Mel-André und Johannes André) umrahmte den Festakt musikalisch. Fotos: KH

Das Duo „Con Moto“ (Sylvia Mel-André und Johannes André) umrahmte den Festakt musikalisch. Fotos: KH

Die Verbandsleitung des Kreis-Chorverbandes Mayen mit ihrem gewählten Sprecher Hans-Willi Fell (links).

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Bertram: Das ist mittlerweile der 4. Bus der von dieser Marke vollkommen ausbrennt. Des Weiteren berichte die Rhein Zeitung darüber, dass der VREM 37. Busse der ersten Generation vorsichtshalber außer betrieb...
  • Fabian F: Nichts Neues gefühlt ein Bus pro Woche
  • Sandra Sattler: Der Zustand der L330 zwischen. Nassau und Zimmerschied ist eine absolute Katastrophe- und das nicht erst seit gestern! Wir sind wohnhaft in Hömberg und werden seit vielen Jahren mit diversen Ausreden vom LBM vertröstet.
  • Janek: Wer die Strecke kennt, kann sich den Grund bereits denken … Der Straßenzustand ist dort so schlecht, dass er besonders für Motorradfahrer ein ernstzunehmendes Sicherheitsrisiko darstellt. Dem verunglückten...
  • Siegfried Kowallek: Verwunderlich ist weiterhin, dass die SPD der Neuwieder CDU vorhält, gegen den Unvereinbarkeitsbeschluss der Christdemokraten in Bund und Land im Hinblick auf die Partei Die Linke zu verstoßen. In insgesamt...
  • Siegfried Kowallek: Die Nennung von BSW und der Partei Die Linke im selben Kontext ist sachlich nicht gerechtfertigt und damit unredlich. Prominentester linker Befürworter deutscher Waffenlieferungen an die Ukraine ist Bodo...
Imageanzeige
Wir helfen im Trauerfall
Wir helfen im Trauerfall
Sonderseite 02 -Wohnträume NR
Wir helfen im Trauerfall
Anzeige Tag der offenen Tür am Zeiberberg
Anzeige Radiologie & Nuklearmedizin
Empfohlene Artikel
6

Andernach. Die Mitglieder der Andernacher Karnevalsgesellschaft Fidelitas 1893 „Blaue Funken“ treffen sich am Freitag, 24. April, um 19.00 Uhr, in der Funkenhalle, Füllscheuer 22, zur diesjährigen Jahreshauptversammlung. Dabei gilt es unter anderem, Bilanz der zurückliegenden Session zu ziehen sowie einen ersten Ausblick auf das nächste Jahr zu bekommen, Ihre jeweiligen Berichte werden der Geschäftsführer, der Schatzmeister sowie die Kassenprüfer vortragen.

Weiterlesen

Foto: privat
17

Als Andernacher Bäckerjung habe ich es mir auch zum Ziel gemacht, auch einmal positive Dinge anzusprechen. Baustellen, von denen haben wir ja in Andernach genügend, sind meist unumgänglich und beinhalten für Anwohner, Lieferanten und Besucher viele Beeinträchtigungen. Seiten der Stadtverwaltung werden die Bauvorhaben aber genaustens geplant. Um das auch noch außen hin sichtbar zu machen, geht man...

Weiterlesen

Weitere Artikel
Anke Kern hat das Ehrenamt im Blut.  Foto: privat
0

Anke Kerns vielfältiges Engagement trägt wesentlich zum Zusammenhalt in Stebach bei

HeimatHelden: Anke Kern aus Stebach hat ein Herz für die Gemeinschaft

Kreis Neuwied/Stebach. In der BLICK aktuell-Reihe „HeimatHelden“ werden Menschen vorgestellt, die sich in besonderer Weise für ihr Umfeld einsetzen. Eine von ihnen ist Anke Kern aus Stebach, die sich seit vielen Jahren mit großem persönlichen Einsatz in das Dorfleben einbringt.

Weiterlesen

Der Zustand der L83 wird regelmässig bemängelt. Foto: GS
28

Viele wünschen sich einen Fahrradweg an der L83 - aber ist das auch realisierbar?

HeimatCheck: Kempenich/Hausten: Fahrradweg bleibt vorerst Wunschdenken

Kempenich/Weibern/Morswiesen. Immer wieder erreichen die Redaktion Hinweise von Leserinnen und Lesern zum Zustand der Mayener Straße (L83) zwischen Kempenich, Weibern und Hausten. Die Kritik: deutliche Fahrbahnschäden und der Wunsch nach einem sicheren Radweg entlang der Strecke. Im Rahmen der Reihe „HeimatCheck“ hat BLICK aktuell beim Landesbetrieb Mobilität (LBM) nachgefragt.

Weiterlesen

Symbolbild. Foto: pixabay.com
132

Eine unglaublich brutale Tat ereignete sich gestern an der Mosel:

12.04.: Mosel: Unbekannte enthaupten Schwan und stehlen Eier

Region. Am Morgen des 12.04.2026 wurde am Moselufer in Andel ein getöteter Schwan von Anwohnern aufgefunden. Nach derzeitigem Erkenntnisstand wurde dem Tier durch eine bislang unbekannte Person das Brustfleisch entnommen und der Kopf abgetrennt. Zudem wurden aus dem Nest eines brütenden Schwanenpaares sechs Eier entwendet.

Weiterlesen

Image Anzeige
Kleinanzeigen
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0220#
Wohnträume - Wohnen & Garten im Blick
Sonderseite 02 -Wohnträume NR
SO 2 - Wohnträume Sonderseiten, Wohnen
SO 2 - Wohnträume Sonderseiten- Modernisieren
Veranstaltung 15.April
Wohnträume - Wohnen & Garten im Blick
Titelanzeige Nissan  114/1407895/2454617/4746681
Blütenfest
Blütenfest in Meckenheim
Stellenausschreibung Hausmeister/in
Aushilfskraft (w/m/d)
Sonderseite Geschäftsführungswechsel
Anzeige Beratertage Schlafexperte
Rückseite
130 Jahre freiwillige Feuerwehr Bad Neuenahr und Tag der offenen Tür