Geplante Ausstellung im Stadtmuseum Herrenhaus Burg Altendorf
Geschichte des Ortsteils Lüftelberg
Interessantes Material als Leihgabe gesucht
Meckenheim. Der Verein „Meckenheimer Stadtmuseum und Kulturforum e.V.“, inzwischen eine Begegnungsstätte für Meckenheimer Geschichte und Kultur, hat sich zur Aufgabe gemacht, die Meckenheimer Geschichte zu dokumentieren, zu bewahren und interessierten Bürgern in Ausstellungen zu zeigen. Dieses Ziel ist erreicht. Mitbürger, die an der Geschichte der Stadt interessiert sind, haben durch Aufarbeitung und Präsentation, schriftliche Abhandlungen, Vorträge mitgearbeitet und sich an der historischen Spurensuche beteiligt.
Ortsvorsteher will Bürger mit ins Boot holen
Der Lüftelberger Ortsvorsteher Siegfried Schwaner ist stolz auf „seinen“ Ortsteil Lüftelberg. Er ist gerade dabei, viele Bürger mit ins Boot zu holen und für die geplante Ausstellung zu interessieren; er bittet, ihm interessantes Material über Lüftelberg leihweise zur Verfügung zu stellen.
Ein Modell des Bahnhofs Kottenforst ist im Museum vorhanden, aber vielleicht gibt es dazu noch alte Bilder oder Zeitungsartikel von der Eröffnung. Lüfthildis, Schall von Bell, Schloss, Rad der alten Wassermühle und Teilstück der über Lüftelberg führenden römischen Wasserleitung sind von besonderem Interesse – und natürlich alle Ideen, welche die Bürger einbringen können.
Lüftelberg hat viel zu bieten
Was hat dieser Ortsteil nicht alles zu bieten: Die St. Petrus Wallfahrtskirche aus dem elften Jahrhundert ist Zeugnis der Heiligen Lüfthildis, die im neunten Jahrhundert gelebt haben soll. Ihr zu Ehren werden jährlich in der St. Petrus-Kirche die Lüfthildis-Mysterienfestspiele aufgeführt.
In der Petrusstraße wurde 1852 Johannes Klais, der große Orgelbauer, geboren. Klais Orgeln gibt es selbst in Peking, und in Tokio wurde eine Klais-Orgel in der Kirche eingebaut. Die letzte große Klais-Orgel steht in der Hamburger Elbphilharmonie.
Erwähnt werden muss die Burg Lüftelberg mit dem zweiteiligen Wasserschloss und seinen Rundtürmen, ist doch Schloss und Name der vormaligen und jetzigen Burgherrn Carl-Hubertus von Jordan untrennbar mit dem Ortsteil Lüftelberg verbunden. Die dazu gehörende Mühle mit neuem Mühlrad wurde wiederhergestellt mit großzügigen Spenden.
Erinnerung an Adam Schall von Bell
Eine mannshohe Skulptur in der Petrusstraße erinnert an Adam Schall von Bell, der aus dem gleichnamigen Adelsgeschlecht entstammt. Die Quellen nennen Lüftelberg. Bell war Jesuit, studierte Theologie, aber auch Mathematik und Astrologie. Etwa um 1615 erreichte Adam Schall mit einer kleinen Gruppe China. Schall von Bell veröffentlichte in chinesischer Sprache den Traktat über das Fernrohr.
Der Kottenforst, ein riesiges Waldgebiet, liegt vor Lüftelbergs Haustür mit dem schönen Gartenrestaurant „Bahnhof Kottenforst“.
Schwaner ist überzeugt: Die Darstellung der Lüftelberger Geschichte wird ebenso erfolgreich sein wie alle anderen bisher gezeigten Ausstellungen; selbst Schulleitungen schicken ihre Schüler dorthin, damit diese mehr von Meckenheims Vergangenheit und seinen frühzeitlichen Bewohnern erfahren.
