Allgemeine Berichte | 10.05.2022

Partnerschaft des Friedens fährt mit 35 Rheinbacher Schülerinnen und Schülern nach Verdun

Geschichte wurde lebendig

Besuch der Gedenkstätte „Les Adieux“ im Fort Douaumont.

Rheinbach. Endlich war es wieder soweit: am Wochenende, vom 6 .- 7. Mai 2022, machte sich die Partnerschaft des Friedens Rheinbach/Douaumont-Vaux mit insgesamt 35 Schülerinnen und Schülern auf nach Verdun. „Eigentlich sieht es hier viel zu schön aus, als dass man glauben kann, dass dies ein solch furchtbares Schlachtfeld gewesen ist!“, bemerkte die 15-jährige Magda angesichts der im Sonnenschein liegenden Anhöhen des Gebiets um Douaumont-Vaux. Mit ihren 25 Mitschülerinnen und Mitschülern der Jahrgangsstufe 9 und Lehrerin Stephanie Ewald des Städtischen Gymnasiums hatte sie zunächst die dort im letzten Jahr durch deutsche und französische Jugendliche gemeinsam gepflanzten Friedensbäume besucht, die nun mit frischgrüner Baumkrone als Zeichen der Versöhnung und Freundschaft auf dem ehemaligen Dorfgebiet Douaumonts in den Himmel ragen. Doch die traurige Wahrheit um die Flächen, auf denen hunderttausende Soldaten im Ersten Weltkrieg ihr Leben ließen, beeindruckte alle sehr. Auch zehn Schülerinnen und Schüler der Rheinbacher Gesamtschule besuchten mit Lehrer Sebastian Gisbertz erstmalig an diesem Wochenende das Beinhaus und die Soldatenfriedhöfe. Sichtlich berührt verfassten die Jugendlichen an den Kreuzen Biografien für die Gefallenen, während sie Rosen niederlegten, um sich deren mögliche Hintergründe und Identitäten bewusst zu machen. „Die Fahrt hat uns nicht nur die Geschichte lebendig werden lassen, sondern auch uns Schülerinnen und Schüler der beiden Schulformen näher zusammengerückt.“, musste Jan feststellen. Am Abend hatte er gemeinsam mit den anderen im Centre de la Paix (Zentrum des Friedens) hoch über den Dächern von Verdun Riesenschach gespielt und die Erlebnisse seines Aufenthalts in vielen Gesprächen verarbeitet. „Ich bin das erste Mal in Frankreich und wusste nicht, wie schön und beeindruckend es hier ist.“, gab auch Nabil an dem Abend zu.

Stefan Raetz (Vorsitzender der Partnerschaft des Friedens) und Thomas Spitz führten souverän durch die Gedenkstätte des Fort Douaumont und der Ouvrage de la Falouse und erklärten den hoch interessierten Jugendlichen auch wesentliche Einzelheiten. Als besonders ehrenvolle Geste hatte Olivier Gérard (Direktor des Beinhauses) bei der kurzen Schweigeminute am Gedenkstein für die Rheinbacher Opfer die deutsche Nationalhymne gespielt. An der Bergkuppe „Toter Mann“ fand die Gruppe Kanonenhülsen und im Rundweg durch das Gebiet des zerstörten Dorfes Forges sur Meuse Tonziegel und Keramikscherben. „Das war sicher mal idyllisches Dörfchen mit den beiden Mühlen und die konnten doch auch alle gar nichts für den Krieg!“, war das traurige Fazit der Schülerinnen und Schüler am Ende.

Nicht selten erkannten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Fahrt die erschütternden Parallelen zu den aktuellen Kriegsopfern in der Ukraine. „Es ist unser Ziel, durch das Gedenken an die vergangenen Ereignisse euer Bewusstsein für die aktuellen Geschehnisse zu schärfen. Übernehmt als junge Generation politische Verantwortung und erhaltet die deutsch-französische Freundschaft und den europäischen Frieden“, appellierte Stephanie Ewald beim Abschlussgespräch. Die Fahrt wurde durch private Sponsoren und Gönner des Vereins ermöglicht, denen vor allem die Jugendarbeit in der Frage des Gedenkens ein besonderes persönliches Anliegen ist. Die nächste Fahrt ist für den September terminiert und als nächstes Projekt ist eine Friedensallee im Stadtpark am Ehrenmal geplant. Die Bäume sollen wiederum mit deutschen und französischen Jugendlichen gepflanzt werden. Diese Allee soll dann auch einen virtuellen Rundgang durch Verdun ermöglichen.

Jugendliche verfassen Gedanken zu den in Verdun gefallenen französischen Soldaten. Fotos: privat

Jugendliche verfassen Gedanken zu den in Verdun gefallenen französischen Soldaten. Fotos: privat

Besuch der Gedenkstätte „Les Adieux“ im Fort Douaumont.

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