BUND Kreisgruppe Ahrweiler begrüßt Bundes-Insektenschutzgesetz
Gewässerrandstreifen als Chance
Neu: Streuobstwiesen als geschütztes Biotop
Kreis Ahrweiler. Endlich: Das so genannte „Insektenschutzpaket“ des Bundes liegt vor. Der Ausstieg aus dem umweltschädlichen Unkrautvernichter Glyphosat bis 2024 geregelt und der eingeschränkte Einsatz von Herbiziden und Insektiziden in neuen Schutzgebieten und in der Nähe von Gewässern.
Albert Dietz aus Niederdürenbach begrüßt als Vorsitzender der BUND-Kreisgruppe Ahrweiler den Gesetzesvorschlag als ersten Schritt in die richtige Richtung: „Für eine erfolgreiche Umsetzung muss nun jedoch noch einiges mehr getan werden, um das Insektensterben und den Rückgang Artenvielfalt deutlich zu bremsen.“ So ist der geplante Glyphosat-Ausstieg bis 2024 längst überfällig, um die Nahrungsgrundlage von Insekten zu erhalten und somit den Schutz für Insekten zu erhöhen. Positiv ist auch, dass der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und Herbiziden in Schutzgebieten zumindest eingeschränkt werden soll. Neben den notwendigen Regelungen sind hier auch freiwillige Maßnahmen angesetzt, bei denen die Landwirtschaft die Ernsthaftigkeit ihrer Bemühungen unter Beweis stellen kann. Die Verordnung bietet dabei erste Ansatzpunkte für Förderprogramme und einen gegebenenfalls erforderlichen Ausgleich für Landwirte bei möglichen Ertragseinbußen.
Neu: Das Insektenschutzgesetz nimmt artenreiche Grünlandflächen und Streuobstwiesen in die Liste der geschützten Biotope auf. „Insgesamt haben wir beim Insektenschutz allerdings noch einen weiten Weg vor uns“, weiß Dietz um die Probleme. Auch über das Paket hinaus gilt es nun, den Einsatz von Pestiziden nicht nur innerhalb von Schutzgebieten, sondern in der gesamten Landschaft und in Gärten einzuschränken. Dazu sind verbindliche Programme zur Reduzierung der Pestizide und zur Förderung der biologischen Vielfalt von großer Bedeutung.
Die eigentliche Arbeit beginnt dann in den Bundesländern. Von der dortigen Umsetzung wird der Erfolg des Insektenschutzpakets maßgeblich abhängen. „Es muss ein gemeinsames Ziel der Ministerien für Umwelt und Forsten sowie für Landwirtschaft und Weinbau sein, die Lebensgrundlagen für Mensch und Tier zu erhalten. Nach der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz bietet sich die Chance, die Ministerien entsprechend zu besetzen“, zeigt sich der weitere BUND-Kreisvorstand mit Stefani Jürries aus Remagen und Winfried Sander aus Leimbach voller Hoffnung.
Pressemitteilung
BUND Kreisgruppe Ahrweiler
„Widderchen“. Foto: Michael Papenberg Foto: michael papenberg natursehen.de
Artenvielfalt bei Pflanzen auf der Streuobstwiese in Leimbach-Adorferhof im Mai2020. Foto: privat
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