Allgemeine Berichte | 30.08.2017

Forstamt Adenau

Graffiti an Waldbäumen – Was soll das?

Mit Zeichensprache gestalten Forstleute die Zukunft des Waldes.

Förster Markus Noack vom Forstamt Adenau zeichnet im Gemeindewald Hönningen eine Douglasie aus.Zukunftsbaum aus.Dietmar Ebi / Landesforsten.rlp.de

Adenau. „Gibt es hier eine Schnitzeljagd?“ immer wieder fragende Gesichter bei so manchem Waldspaziergang im Hönninger-Wald. Die Zeichen sind nicht zu übersehen: hier ein Punkt, da ein schräger Strich oder eine weiße Welle. Förster Markus Noack vom Forstrevier Kesseling erklärt, was es mit den bunten Punkten, Strichen und Symbolen auf den Bäumen auf sich hat.

„Während die Waldbesuchenden noch den Sommerwald genießen, bereitet das Forstamt sich schon auf die Arbeit im kommenden Herbst und Winter vor. Die Farbmarkierungen an den Bäumen dienen den Forstwirten zur Orientierung bei der Waldarbeit“. Die Kennzeichnungen, die die Förster auf die Bäume gesprüht haben, sagen den Mitarbeitenden zum Beispiel, ob ein Baum gefällt werden soll, ob hier eine Gasse für den Holztransport angelegt wird, oder ob der Baum ein Zukunfts- oder ein Biotopbaum ist. Es gibt also eine Art Zeichensprache, mit der sich Förster und Forstwirte verständigen. Das Anbringen solcher Symbole mit spezieller Sprühfarbe nennen die Forstleute „Auszeichnen“.

„Zukunftsbäume“ sind die Stars im Wald

„Beim Auszeichnen richtet sich mein erster Blick in die Baumkrone und auf den Baumstamm“, berichtet Markus Noack aus der forstlichen Praxis. „Ich schaue dabei nicht primär, welcher Baum weg muss, sondern welcher Baum gefördert werden sollte.“ Das heißt, dass ein solcher Zukunftsbaum – oder kurz Z-Baum – unterstützt wird, indem Konkurrenten, die sein Wachstum behindern, entnommen werden. Die Z-Bäume werden mit einem weißen, Ring markiert. Die Waldarbeiter wissen dann: Auf diese Bäume muss ich besonders aufpassen! Entscheidend, ob ein Baum gefördert oder gefällt werden soll, ist beispielsweise, wenn es eine seltene Baumart ist, wenn ein Baum besonders kräftig und vital erscheint oder wenn ein besonders guter, geasteter, gerader Stamm verspricht, später einmal wertvolles Holz zu liefern. „Beispielsweise für den Möbelbau“, erläutert Förster Noack. Ein schräger Farbstrich bedeutet dagegen, dass die Bäume bei der nächsten Waldpflegemaßnahme geerntet werden sollen.

Rückegassen als Wegweiser

Mit zwei waagerechten Doppelstrichen werden die sogenannten Rückegassen gekennzeichnet. „Das sind schmale Fahrlinien im Wald, auf denen das Holz transportiert wird“, so der Fachmann vom Forstamt Adenau. Heutzutage übernehmen meist Spezialfahrzeuge diese schwere Aufgabe. „Die Forstmaschinen fahren ausschließlich auf den gekennzeichneten Rückegassen. Damit schonen wir den empfindlichen Waldboden“.

Biotopbäume als Trittsteine der biologischen Vielfalt

Besonderes Fachwissen setzt auch die Kennzeichnung der sogenannten Biotopbäume voraus. Das sind Bäume, die ökologisch besonders bedeutsam sind, beispielsweise Specht-und Höhlenbäume. „Bei uns sind die Biotopbäume mit einer weißen Welle markiert“, rundet Markus Noack die kleine Zeichenkunde ab. Häufig sind das richtig urige und alte Bäume mit einem hohen Wert für die biologische Vielfalt. In Deutschland gibt es 93 Millionen Biotopbäume – also mehr als Einwohner.

Das wurde bei der letzten Bundeswaldinventur festgestellt. Ihr Bestand nimmt von Jahr zu Jahr weiter zu. Sie sind als Lebensraum vieler Tiehre, Pflanzen und Pilze sehr wertvoll und wichtiger Bestandteil eines Wirtschaftswaldes. Darum werden sie dauerhaft erhalten und nach dem Absterben auch als Totholz im Wald belassen. Weitere Informationen zum Thema Wald unter www.adenau.wald-rlp.de.

Förster Markus Noack vom Forstamt Adenau zeichnet im Gemeindewald Hönningen eine Douglasie aus. Foto: Zukunftsbaum aus.Dietmar Ebi / Landesforsten.rlp.de

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Bildergalerien
Ralf Schweiss
Anzeige Haushaltsauflösungen und Ankauf
Rund ums Haus
Dienstleistungen
Alles rund ums Haus
Lampionfest in Weißenthurm
Heimat aktiv erleben
Empfohlene Artikel
Prof. Dr. Roman Suthold, Verkehrspolitischer Sprecher des ADAC in NRW.
7

Bonn. Die Sperrung der Bonner Nordbrücke sorgt auf den Ausweichrouten über die A4 (Rodenkirchener Brücke), die B56 (Kennedybrücke) und A562 (Konrad-Adenauer-Brücke) für deutlich längere Staus. Auch auf der B9 stadteinwärts stockt der Verkehr gewaltig. Das bestätigt jetzt eine erste Datenanalyse des ADAC Nordrhein. Dazu hat der ADAC die Staudauer der vergangenen Woche (15. bis 21. Juni) mit den Zahlen einer Woche vor der Sperrung (4. bis 10. Mai) verglichen.

Weiterlesen

Das Sucellus Römerspektakel muss aufgrund der Hitzewelle abgesagt werden.
39

Kinheim. Das Sucellus Römerspektakel in Kinheim kann in diesem Jahr aufgrund der aktuellen Wetterlage nicht stattfinden. Die Entscheidung wurde nach intensiver Beratung und unter Berücksichtigung der Wetterprognosen, die Temperaturen von bis zu 40 °C vorhersagen, getroffen.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Unsere Stadtradlerinnen und Stadtradler
361

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Die Berufsbildende Schule Bad Neuenahr-Ahrweiler hat beim diesjährigen STADTRADELN ein beeindruckendes Zeichen für nachhaltige Mobilität gesetzt. Im Aktionszeitraum vom 17. Mai bis 6. Juni 2026 belegte die Schule in der Kategorie „Pro-Kopf-Kilometer“ den ersten Platz unter allen teilnehmenden Schulen im Kreis Ahrweiler.

Von Guido Höfer aus Bad Neuenahr-Ahrweiler

Weiterlesen

Die B267 in Rech.  Foto: ROB
902

Der Grund: Die Deutsche Bahn saniert

Ahrtal: Vollsperrung der B267 und Zugausfall ab 29.06.

Rech/Mayschoß. Die Bundesstraße 267 zwischen Rech und Mayschoß wird von Montag, 29. Juni, bis einschließlich Montag, 13. Juli 2026, für den Verkehr voll gesperrt. Grund hierfür sind Sanierungs- und Böschungsarbeiten der Deutschen Bahn. Die Vollsperrung ist notwendig, da die eingesetzten Arbeitsmaschinen beide Fahrstreifen in Anspruch nehmen und eine sichere Vorbeifahrt für Verkehrsteilnehmende nicht gewährleistet werden kann.

Weiterlesen