Allgemeine Berichte | 28.04.2025

Viele Verkehrsteilnehmer halten sich nicht daran

Großer Ärger über geänderte Verkehrsregelungen in Ettringen

Eine der Situationen in Ettringen: Der „Knotenpunkt“ Neue Schulstraße/Hauptstraße. Beide Richtungen wurden zur Einbahnstraße, aber kaum einer hält sich daran.  Fotos: BS

Ettringen. Normalerweise wird der Eifelort Ettringen liebevoll das „Dorf mit Herz genannt. Doch zur Zeit ist die Stimmung vieler Bürgerinnen und Bürger sehr gereizt und angespannt. Kein Wunder, vieles hat sich, bedingt durch diverse neue Verkehrsregelungen, geändert. Gründe dafür sind die, durch viele Baumaßnahmen rundum angeordneten Umleitungen. So wird der Verkehr großteils durch Ettringen geleitet. Nun könnte man ja dafür ein gewisses Verständnis aufbringen. Aber nicht nur bei Menschen im Ort, sondern auch in den sozialen Medien brodelt es „en masse“ über die momentane Situation.

Unter anderem: „Es hält sich kaum einer daran. Die fahren, wie sie gerade wollen. Hab einem der Falschfahrer gesagt, dass dies eine Einbahnstraße ist. Der hat mir den Vogel gezeigt“. Oder „Gestern stand ich eine Weile hinter einem Lieferwagen an der Kreuzung Hauptstraße/Keutelstraße. Habe mich gewundert, warum er nicht in die Keutelstraße, hin zu „In den Wiesen“ einbog. Er hat gewartet. Bis kein Gegenverkehr war, und ist dann ganz frech geradeaus gegen die Einbahn in der Hauptstraße gefahren“. Eine Dame äußerte sich sogar: „Hier könnt ihr schreiben, was ihr wollt. Ohne wiederkehrende Kontrollen wird das leider so bleiben“. Einer, der an einem wahren „Brennpunkt“ hautnah vor Ort, an der Kreuzung Neue Schulstraße/Hauptstraße wohnt, ist der Rentner Johannes Müller. Er berichtete, dass in nur einer Stunde 12 Fahrzeugführer in der Neuen Schulstraße, und 5 PKW in der Hauptstraße, die Einbahnregelung ignorierten. Und das muss man sich mal auf den Tag hoch rechnen. Ganz klar: „Wo kein Kläger da kein Richter“. Man kann nur hoffen und wünschen, das dort nichts Schlimmeres passiert.

Auch für den Ettringer Ortschef Alexander Weber ist dies alles keine erfreuliche Situation und er bestätigt unserer Zeitung: „Die aktuelle Verkehrssituation durch die Umleitung in unserer Gemeinde ist äußerst herausfordernd für alle Verkehrsteilnehmer und sehr anstrengend für die Anwohner. Es zeigt sich, dass viele Verkehrsteilnehmer die geänderten Gegebenheiten nicht wahrnehmen, und sich nicht an die entsprechenden Beschilderungen halten. Immer müssen wir feststellen, dass sehr viele Autofahrer die Verkehrszeichen ignorieren, oder sogar als Geisterfahrer in die falsche Richtung fahren. Besonders erschreckend ist für mich, dass die Geschwindigkeit nicht eingehalten wird. Hierzu kommt es nicht nur am Schulausgang in der Neuen Schulstraße, sondern auch innerorts zusätzlich zu gefährlichen Situationen für unsere Schulkinder. Trotz verstärkter Kontrollen durch das Ordnungsamt sowie Geschwindigkeitsmessungen der Polizei, scheinen viele Fahrer den Sinn und die Notwendigkeit der Umleitungen nicht zu erkennen. Ich weiß, das die Anwohner häufig die Initiative in die Hand nehmen und versuchen die Fahrzeugführer auf ihr Fehlverhalten hinzuweisen. Dies führt jedoch nicht selten zu verbalen Auseinandersetzungen und sogar Beleidigungen, was eine solche Situation zusätzlich eskalieren lässt. Ich weiß, dass diese Lage für die Bürgerinnen und Bürger unserer Gemeinde sehr belastend ist“, so der Ortsbürgermeister.

Dies weiß auch der Erste Polizei-Hauptkommissar, Lothar Rink: „Wir tun alles, was wir können. Es sind eben die vielen regionalen Baustellen, die zu dieser Verkehrssituation geführt haben. Wir sind ständig bemüht zum Wohle der Einwohner nachzubessern. Bei unseren Messungen haben wir festgestellt, dass besonders im Bereich „In den Wiesen“, trotz 30, stark durchgerast wird.

Anna Döpken, Fachbereichsleiterin „Bürgerdienste“ bei der VG Vordereifel bemerkte, dass das Ordnungsamt in Ettringen ständig Präsens zeige, und Verkehrstechnische Anordnungen permanent auf den neuesten Stand bringe, um die Verkehrssituationen zu optimieren und zu entschärfen. Und der Bürgermeister der VG, Alfred Schomisch, fügte hinzu: „Ich kann den Unmut der Ettringer Bürgerinnen und Bürger komplett nach vollziehen. Wir sind ständig in Gesprächen mit dem Landesbetrieb Mobilität (LBM), permanent bemüht, so schnell wie möglich Abhilfe zu schaffen“. Trotz aller verkehrstechnisch bedingter Streckenführungen mit diversen Einbahnregelungen und Umleitungen im Dorf am Hochsimmer, können die Ettringer in Bezug auf den gewohnt schnellen Einsatz der Rettungsdienste beruhigt sein. Denn nach Paragraf 35 der Straßenverkehrsordnung, (StVO) dürfen Einsatzfahrzeuge, der Behörde für öffentliche Sicherheitsaufgaben (BOS), wie Feuerwehr, Polizei, Rettungsdienst und das THW Sonderrechte wahrnehmen. Natürlich unter ständiger Vorsicht und gegenseitiger Rücksichtnahme, bei der jeweils momentan herrschenden Gefahrenlage. BS

Der Rentner Johannes Müller hat die Falschfahrer vor seinem Haus gezählt. In nur einer Stunde meldete er in der Neuen Schulstraße 12 und in der Hauptstraße 5 Fahrzeuge, die die Einbahnstraßenregelung missachteten. Da kommt an einem Tag schon einiges zusammen.

Der Rentner Johannes Müller hat die Falschfahrer vor seinem Haus gezählt. In nur einer Stunde meldete er in der Neuen Schulstraße 12 und in der Hauptstraße 5 Fahrzeuge, die die Einbahnstraßenregelung missachteten. Da kommt an einem Tag schon einiges zusammen.

Der Ettringer Ortsbürgermeister Alexander Weber: „Ich weiß, dass diese Lage für die Bürgerinnen und Bürger unserer Gemeinde sehr belastend ist. Es ist einfach keine erfreuliche Situation.“

Der Ettringer Ortsbürgermeister Alexander Weber: „Ich weiß, dass diese Lage für die Bürgerinnen und Bürger unserer Gemeinde sehr belastend ist. Es ist einfach keine erfreuliche Situation.“

Die Einfahrt „in den Wiesen“ in Richtung Ortsmitte wurde gesperrt. Umleitungen sind ausgeschildert.

Die Einfahrt „in den Wiesen“ in Richtung Ortsmitte wurde gesperrt. Umleitungen sind ausgeschildert.

Eine der Situationen in Ettringen: Der „Knotenpunkt“ Neue Schulstraße/Hauptstraße. Beide Richtungen wurden zur Einbahnstraße, aber kaum einer hält sich daran. Fotos: BS

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