Den 21. Rheinhexenslam gewann „Christofer mit F“

Haschparty im Lehrerzimmer

Das Warmlaufen für den NRW-Slam in Aachen bescherte den Initiatoren von Rheinbach-Liest das bärenstarke Teilnehmerfeld

23.10.2019 - 14:30

Rheinbach. „Warum der Rheinhexenslam sich einen Zauberer zum Warm-up leistet?“, fragte Moderator Lasse Samström zu Beginn rhetorisch.


„Erstens war keine Hexe zu kriegen und zweitens: Weil wir es können.“ Toby Rudolph aus Bonn überzeugte jedenfalls mit charmanter Publikumsinteraktion beim Verbrennen von Geldscheinen. Der Slam-Poet Lenny Felling aus Mainz, dem der undankbare erste Startplatz zugelost worden war, hatte es anschließend, trotz reichlich Selbtstironie („Mein Leben als Lauch“), erwartbar schwer, auf genügend Punkte zum Bestehen der Vorrunde zu gelangen. Mit Simon Slomma aus Bonn musste ein weiterer Hochkaräter und Teilnehmer am NRW-Slam im stark besetzten Feld die Segel streichen. Die unglaubliche Rita Apel aus Bremen, pensionierte Grundschullehrerin, schaffte es mit einem staubtrockenen Text über den Wohlklang ausländischer Ortsnamen („Lago maggiore“) und die Hässlichkeit deutscher, die klängen wie etwas „wo der Hautarzt mal draufgucken sollte“ („Borkum“), hingegen in die Zwischenrunde.

Die, seit ihrem Sieg 2015, Trägerin des Hexenturms verpasste dann ob der Konkurrenz im verbliebenen 4er-Feld diesmal allerdings das Finale. Lara Schmidt aus Rheinbach, Abiturientin am SGR, nutzte den Heimvorteil und überzeugte mit zu Herzen gehenden Texten über ihre Familie und den Start ins Leben. Auch Vincent Sboron gelang dies mit frei vorgetragenen gesellschaftskritischen Texten: authentisch ernst und mahnend. Der Liebling des Abends und der PublikumsJury beim, wegen einer seltenen Punktegleichheit, durchgeführten Dreierfinale war aber verdientermaßen ein junger Lateinlehrer aus Bochum. „Christofer mit F“, brachte den Raum mit einer Satire über eine denkwürdige Zeugniskonferenz, in der versehentlich mitgebrachte Hash-Muffins eine bedeutende Rolle spielten, seinen dramatischen One-night-stand-Erlebnissen samt nächtlicher Verb-Konjugation und einer Rede für „Biertrinken gegen den Klimawandel“ zum Toben und bekam von Samström den Hexenturm aus Silber überreicht.

Die anwesenden Stifter und langjährigen Unterstützer des Rheinhexenslams Nadia und Christian Fassbender (CF-Atelier) waren von der Vielfalt der Texte und der tollen Stimmung begeistert. Poetry-Slam, den Dichterwettstreit am 5-Minuten-Mikro, gibt es seit 25 Jahren in Deutschland und seit 2012 auch in Rheinbach. „Wir sind stolz, dass wir mit Lara Schmidt endlich ein Eigengewächs in der Stadt haben“, gaben die Initiatoren von Rheinbach Liest um Steffi Scherer zu Protokoll. Die vielen jungen Menschen im Raum zeigten, dass sie nicht die letzte sein dürfte. „Poetry-Slam ist eine fantastische Persönlichkeitsschulung“, findet auch RHSL-Fotograf Gerd Engel. „Nur mit seinem eigenen Texten und seinen eigenen Gedanken ans Mikro zu gehen und dafür vom Publikum nach dem obersten Slam-Codex respektiert und manchmal sogar gefeiert zu werden, ist eine unschätzbare Erfahrung.“ Das Lob an diesem Abend galt auch den Gastgebern um Sarah Lessenich, Lehrerin am Städtischen Gymnasium, dem Hausmeister Herrn Weber und der Unterstützung des Thekenteams durch Schülerinnen aus dem Jahrgang 12. Mehr zur Literatur- und Kulturförderung bei Rheinbach liest e.V. auf rheinbach liest.de sowie auf facebook und instagram.

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Kommentare
S. Schmidt:
Diskriminierung erleben heute in Deutschland wieder Menschen die nicht gegen eine Erkrankung an COVID-19 geimpft sind, ebenfalls wird ihnen das Leben schwer gemacht, bis hin zur Unmöglichkeit der Teilnahme am gesellschaftlichen Leben oder dem Einkauf, siehe Ausweitung der sogenannten 2G Regeln!...
juergen mueller:
Gute Nacht Politik Koblenz - schlaft gut und vor allem träumt weiter von einem Einstieg in die Elektromobilität, der eh nicht zu Ende gedacht wurde....
P. Van der Land :
Unfassbar, welches Gremium der Ahnungslosen hat diesen Unfug entschieden? ...
S. Schmidt:
"In Friedenszeiten ersetzt die Verwaltung den Feind", in diesem Spruch liegt viel Wahrheit!...
Gerda Nehls:
Da der Nabu strickt gegen das Aufräumen war und ist, sollte der Nabu jetzt mal einen Teil der verursachten Schäden/ Kosten übernehmen. Treibgut war in erster Linie eben altes liegengelassenes Gehölz/ Bäume, nicht gemähte Ufer usw. Jetzt unterschreiben lassen, dass sie für die Zukunft für die Schäden...
 
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