Allgemeine Berichte | 12.06.2026

„Heimat?Land!“ #009: Das Rosendorf Löhndorf

von Daniel Robbel

Schönste Rosen blühen in Löhndorf. Foto: ROB

Wer nach Löhndorf, einem Ortsteil von Sinzig, kommt, merkt schnell: Dieses Dorf hat nicht nur Zukunft, sondern auch eine beeindruckende Vergangenheit. Gleich dreimal wurde der rund 1.300 Einwohner zählende Ortsteil mit der Goldmedaille im Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden – Unser Dorf hat Zukunft“ ausgezeichnet. Doch Auszeichnungen allein machen noch kein liebenswertes Dorf aus. Es sind vor allem die Menschen, die Löhndorf seinen besonderen Charme verleihen.

Hier werden Nachbarschaft und Gemeinschaft noch großgeschrieben. Zahlreiche Vereine und Gruppen sorgen für ein reges Dorfleben, und Gäste werden mit einer Herzlichkeit empfangen, die man nicht überall findet. Wer ein Stück gelebte Tradition erleben möchte, sollte dem historischen Backhaus einen Besuch abstatten. Viele Familien backen dort bis heute ihr eigenes Brot – ein Duft, der Erinnerungen weckt und Appetit macht.

Auch gefeiert wird in Löhndorf mit Leidenschaft. Die Kirmes zu Ehren des Heiligen Georg am letzten Sonntag im April dauert gleich vier Tage. Hier zeigt sich, dass die Löhndorfer nicht nur arbeiten, sondern auch wissen, wie man das Leben genießt.

Besonders bekannt ist der Ort jedoch für seine Rosen. Ende der 1990er Jahre griff der damalige Ortsvorsteher Friedhelm Münch die Idee eines Löhndorfer Ehepaares auf, sich intensiver mit der „Königin der Blumen“ zu beschäftigen. Daraus entstand etwas Außergewöhnliches und eine Begeisterung, die das ganze Dorf erfasste. Rosen schmücken heute öffentliche Plätze ebenso wie private Gärten. Für dieses Engagement wurde Löhndorf 2004 vom Verein Deutscher Rosenfreunde als „Rosendorf“ anerkannt – eine Ehre, die deutschlandweit bislang nur fünf Orten zuteilwurde.

Dass die Rosen auch künftig in voller Pracht blühen, dafür sorgen die engagierten Rosenfreunde des Dorfes. Und tatsächlich: Im Sommer scheint es fast, als würde ganz Löhndorf in Blütenfarben leuchten.

Eine kleine Überraschung hält das Dorf allerdings noch bereit. Trotz aller Rosenromantik ist das Symbol Löhndorfs nicht etwa die Rose, sondern der Ochse. Der Legende nach wurden die Löhndorfer einst nach dem robusten Rindvieh benannt, dem man eine gewisse Sturheit nachsagt. Ob dieses Urteil heute noch zutrifft, sei dahingestellt. Fest steht jedoch: Wenn sich die Löhndorfer etwas vorgenommen haben, verfolgen sie ihr Ziel mit bewundernswerter Hartnäckigkeit. Ohne diesen langen Atem wäre aus einer Idee wohl kaum eines der bekanntesten Rosendörfer Deutschlands geworden.

Wo gehts hin: Löhndorf

Wo muss ich hin: Ab Sinzig über die Bachstraße in Richtung Bad Neuenahr-Ahrweiler

Was nehme ich mit: Jede Menge Zeit zum Betrachten der wunderschönen Rosen

Über „Heimat?Land!“

In der Kolumne „Heimat?Land!“ schreibt Daniel Robbel, BLICK aktuell-Journalist und prämierter Reisebuchautor (111 Orte im Ahrtal die man gesehen haben muss, 111 Orte im Westerwald die man gesehen haben muss, 111 Orte an der Sieg die man gesehen haben muss) über die schönsten Ecken in der Region, inklusive Mittelrhein, Ahrtal, Westerwald und Siegtal.

Autor Daniel Robbel. Foto: privat

Autor Daniel Robbel. Foto: privat

Schönste Rosen blühen in Löhndorf. Foto: ROB

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Bildergalerien
Dauerauftrag 2026
Anzeige Monte Mare Firmenlauf
Stellenanzeige
Lebenskunstmarkt Remagen
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0354#
Weinblütenfest Mayschoß
Empfohlene Artikel
Der neue und der alte Bürgermeister: Pascal Rowald (Mitte), Guido Orthen (r.) und der 1. Beigeordnete Peter Diewald.  Foto: Christoph Steinborn
92

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Mit einem feierlichen Festakt in der Landskroner Festhalle in Heimersheim ist am Montag Pascal Rowald offiziell als neuer Bürgermeister der Kreisstadt Bad Neuenahr-Ahrweiler in sein Amt eingeführt worden. Gleichzeitig wurde sein Vorgänger Guido Orthen nach 16 Jahren als Stadtchef verabschiedet.

Weiterlesen

Blick in die Telegrafenstraße in Bad Neuenahr.  Foto: ROB
502

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Der Wiederaufbau der Poststraße und Kreuzstraße sowie des Platzes an der Linde in der Innenstadt von Bad Neuenahr schreiten voran. Für die Arbeiten am Kanal im Kreuzungsbereich Kreuzstraße / Telegrafenstraße / Weststraße ist von Montag, 22. Juni, bis voraussichtlich Ende Juli eine Vollsperrung im nördlichen Einmündungsbereich der Kreuzung erforderlich.

Weiterlesen

v.l.n.r.: Dominik Gieler (Bürgermeister der VG Altenahr), Guido Nisius (Bürgermeister der VG Adenau), Cornelia Weigand (Landrätin des LK Ahrweiler), Andreas Geron (Bürgermeister der Stadt Sinzig), Sven Teuber (Minister für Kommunen, Bauen, Wohnen und Kultur), Vanessa Fischer (Staatssekretärin im Ministerium für Kommunen, Bauen, Wohnen und Kultur); Achim Juchem (Bürgermeister der Gemeinde Grafschaft), Peter Diewald (Erster Beigeordneter der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler). Foto: MKBWK / Jonas Birk
36

Kreis Ahrweiler. Sven Teuber, Minister für Kommunen, Bauen, Wohnen und Kultur des Landes Rheinland-Pfalz, hat kürzlich das Ahrtal besucht. Nach seinem Amtsantritt hat er die Landrätin des Landkreises Ahrweiler, Cornelia Weigand, die Bürgermeister der Verbandsgemeinden Altenahr und Adenau, die Bürgermeister von Sinzig und der Grafschaft, sowie den Ersten Beigeordneten von Bad Neuenahr-Ahrweiler zu einem gegenseitigen Kennenlernen getroffen.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Bei der 45. Auflage des Deichstadtfestes warten wieder zahlreiche Acts darauf, für gute Unterhaltung zu sorgen.
1476

Neuwieder feiern vom 9. bis 12. Juli wieder ihr Deichstadtfest

Vier Tage Festival-Feeling mitten in der City

Neuwied. Wenn das Gefühl, nachhause zu kommen, vier Tage lang auf jede Menge gute Mucke auf gleich fünf Bühnen trifft, kann das nur eines bedeuten: Es ist wieder Deichstadtfest-Zeit! Denn von Donnerstag bis Sonntag, 9. bis 12. Juli, feiert Neuwied mitten im Herzen der Innenstadt sein kostenfreies Musikfestival.

Weiterlesen

Symbolbild.
946

Klettenberg. Nach einem schweren Verkehrsunfall auf der Bundesautobahn 4 zwischen dem Kreuz Köln-West und der Anschlussstelle Klettenberg am Montagabend, dem 15. Juni, ist die Polizei auf der Suche nach Zeugen. Bei der betroffenen Fahrerin des Seat handelt es sich um eine 22-jährige Frau aus Bonn, die noch am Unfallort aufgrund ihrer schweren Verletzungen verstarb.

Weiterlesen