Leerstand in Adenau: Eigentümerbefragung offenbart Handlungsbedarf und geringe Beteiligung
Hoffnung auf neue Nutzungskonzepte, aber strukturelle Blockaden bleiben
Adenau. Im Rahmen der für 2026 und 2027 vorgesehenen Förderung der „Innenstadtimpulse“ bat Citymanagerin Sarah Rotterdam die Eigentümer leerstehender Gewerbeimmobilien in Adenau erneut um Mitwirkung beim Thema Innenstadtentwicklung. Eine kurze Eigentümerbefragung sollte den Ist-Zustand sowie die Bereitschaft zu neuen Mietkonzepten in der Adenauer Innenstadt erfassen.
Die Ergebnisse der Befragung zum Leerstand zeichnen ein ernüchterndes Bild: Von insgesamt 20 angeschriebenen Immobilieneigentümern sowie einer zusätzlichen Veröffentlichung über die Adenauer Nachrichten gingen lediglich fünf Rückmeldungen ein. Damit beteiligte sich nur knapp ein Viertel der Eigentümer. Dies gilt als deutliches Signal für die weiterhin geringe Bereitschaft zur aktiven Mitwirkung an der Innenstadtentwicklung.
Besonders kritisch ist die hohe Zahl an Nicht-Rückmeldungen. Rund 68 Prozent der Eigentümer äußerten sich auch nach mehrfacher schriftlicher Kontaktaufnahme und Einladung zu persönlichen Terminen überhaupt nicht zur Situation ihrer Immobilien. Dadurch wird nicht nur eine realistische Einschätzung der tatsächlichen Leerstandslage erschwert, sondern auch die Umsetzung gezielter Maßnahmen zur Belebung des Stadtzentrums behindert.
Von insgesamt sieben Rückmeldungen, von denen zwei bereits vor Beginn der Umfrage eingegangen waren, teilten zwei Eigentümer mit, dass ihre Objekte inzwischen vermietet sind oder in den kommenden Monaten vermietet werden. Ein weiterer Eigentümer schloss sowohl Mietanpassungen als auch alternative Vermietungsformen wie Pop-up-Stores oder Zwischennutzungen kategorisch aus. Ein großer Teil des Leerstands bleibt damit weiterhin strukturell blockiert.
Positiv bewertet wird, dass vier Eigentümer grundsätzlich offen für neue Wege sind. Sie signalisierten Bereitschaft, über Mietanpassungen oder alternative Nutzungskonzepte zu sprechen. Dieses Potenzial reicht jedoch nicht aus, um die Leerstandsproblematik spürbar zu entschärfen.
Die Stadt Adenau steht seit Längerem wegen der Leerstände in der Kritik. „Wir reden nicht nur darüber, wir handeln.“ Mit den „Innenstadtimpulsen“ für 2026 und 2027 sollen die notwendigen Rahmenbedingungen geschaffen werden, damit sich in der Innenstadt tatsächlich etwas bewegen kann. Vorgesehen sind eine klare Bestandsaufnahme, die direkte Ansprache der Eigentümer, Informationen zu Fördermöglichkeiten sowie das Angebot, gemeinsam passende Nutzungsideen zu entwickeln.
Gleichzeitig wird deutlich gemacht, dass die Stadt diese Aufgabe nicht allein bewältigen kann. Wenn Eigentümer auf Schreiben nicht reagieren, Gespräche ablehnen oder grundsätzlich keine Veränderungen zulassen, sind Handlungsmöglichkeiten begrenzt. Förderung, Konzepte und Unterstützung können nur wirken, wenn die Beteiligten mitziehen. Die Stadt bleibt offen für Gespräche und bietet konkrete Hilfe an. Damit Leerstand spürbar zurückgeht, ist jedoch deutlich mehr Bereitschaft zur gemeinsamen Zusammenarbeit erforderlich.BA
