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Klaus Ridder und Kurt Schumacher besuchten die 92-jährige Gisela Herbstrith geb. Creutz

Ihr Vater war der Erbauer des Nürburgrings

06.01.2018 - 09:00

Region. Mit 88 Jahren fuhr sie zum letzten Mal über die Nordschleife des Nürburgrings. Ihr Vater Dr. Otto Creutz war der Erbauer der legendären Rennstrecke in der Eifel, er hatte in der „armen Zeit“ nach dem 1. Weltkrieg die Idee, eine kreuzungsfreie Gebirgs-, Renn- und Prüfstrecke in der Eifel rund um die Nürburg zu bauen. Die Rennstrecke wurde 1927 mit dem Eifelrennen, das der Remagener Rudolf Caracciola gewann, eröffnet. Gisela Creutz war damals fünf Jahre alt. Heute ist sie 95 Jahre alt und noch super fit.


Das Jubiläum 2017


Der Nürburgring feierte sein 90-jähriges Jubiläum und dabei war auch Gisela Creutz, nunmehr Gisela Herbstrith, aus Pforzheim. Die Festveranstalter hatten die noch rüstige ‚alte Dame‘ von zu Hause abgeholt. Sie war wohl der einzige Mensch unter den Festgästen, der auch 1927 schon dabei war. Sie unterhielt sich angeregt mit Marianne Genn, der langjährigen Chefsekretärin vieler ‚Nürburgringbosse‘. Gisela Herbstrith ist dem Nürburgring immer eng verbunden geblieben, mit 88 Jahren drehte sie die letzte Runde auf der legendären Nordschleife.


Ein Besuch in Pforzheim


Eine Dame im roten Kostüm empfängt Motorjournalist Klaus Ritter und den „Nürburgringfrisör‘“ Kurt Schumacher aus Müllenbach in einem Haus in Pforzheim. Sie wohnt in einer geräumigen Wohnung im ersten Stock, eingerichtet im Chippendale-Stil mit einer Bildergalerie alter Stiche an den Wänden- auch ein Bild des Eifelmalers Fritz von Wille, ein Freund der Familie Creutz, ist dabei. Das Bild zeigt den Ort Nürburg mit der Nürburg im Hintergrund. Die Besucher blättern im Gästebuch und in alten Alben. Gisela Herbstrith erzählt dabei: „Geboren wurde ich 1922 in Bitburg (Eifel), mein Vater arbeitete damals als Asessor in der Kreisverwaltung. Dann ging‘s nach Berlin, wo mein Vater im Innenministerium tätig war, bevor er Landrat in Adenau wurde. Es gab die Meldung, dass man bei Münstereifel eine Rennstrecke bauen wollte, um der armen Eifel, in Berlin nannte man sie „Preußisch Sibirien“, zu helfen. Über seine guten Verbindungen in die Hauptstadt Berlin konnte er erreichen, dass die Rennstrecke nunmehr im Kreis Adenau gebaut wurde, rund um die Nürburg. Der Ingenieur Gustav Eichler Ravensburg war der eigentliche Konstrukteur der damals fast 30 Kilometer langen Rennstrecke mit etwa 300 Metern Höhenunterschied. Mein Vater hatte die Idee, die Rennstrecke kreuzungsfrei zu bauen, die Rennwagen sollten nicht im hohen Tempo durch die Eifeldörfer fahren. Immer wieder fuhr er nach Berlin ins Innenministerium, um neues Geld für den Bau der Eifel-Rennstrecke zu bekommen. Bei der Einweihung im Juni 1927 war ich fünf Jahre alt. 1932 wurde der Kreis Adenau, einer von insgesamt 54 Kreisen, aufgelöst und wir gingen zurück nach Berlin. Mein Vater hing immer am Nürburgring, die Nazis verboten es ihm aber, in seine alte Heimat zu kommen.“ Die Drei sprechen nicht über den Tod des Landrates, aber Kurt Schumacher, Nürburgring-Historiker und Friseurmeister aus Müllenbach, südlich des Nürburgrings gelegen, hat ein Gedicht ausgegraben, das bei der Beerdigung 1951 am Grab vorgetragen wurde und liest es der alten Dame vor. Sie konnte sich nicht mehr daran erinnern.


Alben und „Neuzeit“


Dem Nürburgring ist Gisela Herbstrith, die den neuen Namen durch Heirat mit dem Pforzheimer Schmuckfabrikanten Otto Herbstrith bekam, immer verbunden geblieben. Sie übernachtete immer im Dorint-Hotel und hielt es abends lange in der Cockpit-Bar, mit den vielen Exponaten und Bildern aus der mittlerweile über 90 Jahre alten Nürburgringgeschichte, aus. Dort traf sie auch Kurt Schumacher, der nunmehr das Gästebuch der Familie Creutz erwarb. Die Familienalben zeigen einzigartige Bilder aus der Ära Dr. Creutz, so eine Fahrt ihres Vaters auf der noch nicht geteerten Rennstrecke in einem Opel, ein Bild ihrer Eltern vor einem riesigen, neuen Horch-Pkw oder Rudolf Caracciola im Fahrerlager. Auch ein Bild, wo sie mit Eltern und Bruder Rolf in einem Strandkorb zu sehen ist, ist dabei. Es waren schöne und glückliche Jahre in ihrer Kindheit.


Resümee


Der Nürburgring ist die wohl bekannteste Rennstrecke der Welt „mit Charakter“. Der Bau ist dem Landrat Dr. Otto Creutz zu verdanken. Es bleibt zu hoffen, dass die legendäre Rennstrecke auch nach den turbulenten letzten Jahren noch lange dem Motorsport erhalten bleibt. Übrigens, auch 1926/27 wurde das veranschlagte Finanzvolumen um ein Vielfaches überschritten und die örtliche Presse hat trotzdem das einmalige Vorhaben unterstützt.

Klaus Ridder, Motorjournalist aus Siegburg, ist stets auf der Suche nach Bildern und Geschichten rund um den Nürburgring. Weitere Informationen gibt es online auf www.motorsportridder.de und www.klaus-ridder.de

Klaus Ridder

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S. Schmidt:
Was macht ihr denn wenn sich die AfD eurem Antrag anschließt?
Andrea Müller:
Die Probleme der "Party Szene" in Frankfurt, Stuttgart und anderen Städten wie Koblenz sind Hausgemacht. Die Polizeiberichte sprechen eine deutliche Sprache. Auch nach Corona werden unsere Städte leider nicht friedlicher werden. Ganz im Gegenteil. Diese wirklichen Hintergründe will Altmaier und Co. nicht benennen.
Herbert Kaufmann:
Diese Haltung der Stadtspitze in dieser Frage ist ignorant und in der Sache fehlerhaft. Nachdem der OB Langner ja bereits bei der Frage des Tragens von AntiFa Symbolen im Stadtrat Führungsschwäche gezeigt hat und seine Haltung durch den Brief von Bundestgasvizepräsident Kubicki ad absurdum geführt wurde kann man dieses neueerliche Versagen auch als Opportunismus gegenüber der "Partyszene" bezeichnen. Es geht ja nicht nur um Corona sondern auch seit Jahren schon um das Einhalten von Immissionsvorgaben. Der möglichen Handlungsweisen gibt es viele, von der Veränderung der seit der BuGa verkürzten Sperrzeiten ( diese wurden nicht mehr zurückgenommen! ) aufgrund des Immissionsgesetzes bis hin zum Verbot von Mitbringen von Alkohol, denn das ist ganz bestimmt kein Grundrecht.
Jürgen Müller:
Der Bitte/Forderung von Anwohnern/Herrn Altmaier ist seitens der STADT zu folgen, die bisher KEINE Weitsicht und Kompetenz gezeigt hat - im Gegenteil.Die Reaktion von Herrn Langner ist mehr als bedenklich und kindergartenmässig.Die Auswüchse von alkohol- und feierwütigen Unbelehrbaren in Coronazeiten hat er NICHT im Griff - auch NICHT seine offensichtliche Eitelkeit und Reaktion auf berechtigte Kritik.

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Gabriele Friedrich:
Woher kam das Fahrzeug? Es sieht jedenfalls aus wie eine alte Schüssel aus Rumänien oder sonst etwas. Ein paar mehr Informationen hätte man als Leser schon gerne.
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