Jahreshauptversammlung des Meckenheimer Verbundes
In Sachen Stadtmarketing könnte sich in Meckenheim schon bald einiges tun
Bürgermeister Bert Spilles berichtete von Plänen, eine gemeinsame Organisation zu gründen – Willi Wittges-Stoelben einstimmig als Vorsitzender wiedergewählt
Meckenheim. In Sachen „Stadtmarketing“ könnte sich in Meckenheim in nächster Zeit einiges tun. Das stellte zumindest Bürgermeister Bert Spilles (CDU) bei der jüngsten Mitgliederversammlung des „Meckenheimer Verbundes“ im Zeughaus der Stadtsoldaten in Aussicht. Im Auftrag des Stadtrats prüfe die Stadtverwaltung derzeit ein von Stadt und Meckenheimer Verbund gemeinsam getragenes Konzept zur Neuaufstellung des Stadtmarketings unter Beteiligung der beiden Institutionen. Dafür soll eine neue Organisation gegründet werden, an der sich neben der Stadt und dem Zusammenschluss der Gewerbetreibenden auch weitere Organisationen beteiligen könnten. Wie das genau aussehen soll, soll mithilfe eines externen Beraters erarbeitet werden.
„Stadtmarketing hat auch etwas mit der Stadt zu tun“, hatte Willi Wittges-Stoelben, der Vorsitzende des Meckenheimer Verbundes, zuvor in seinem Rechenschaftsbericht deutlich gemacht. Der Vorstand sei ohnehin schon überlastet und strebe in Zusammenarbeit mit Stadtverwaltung und Meckenheimer Politik eine Umstrukturierung an. Die Aufgabe des Stadtmarketings solle demnach künftig hauptsächlich bei der Stadt angesiedelt sein, weshalb man schon eine Reihe von Gesprächen geführt habe, und mittlerweile sei alles auf einem guten Wege. „Das Stadtmarketing muss auf mehrere Schultern verteilt werden, nun muss nur noch geklärt werden, wie die Zusammenarbeit mit der Stadt und anderen Organisationen und Vereinen aussehen könnte“, so Wittges-Stoelben.
Wichtig, was der Meckenheimer Verbund für die Stadt leistet
Wobei Bürgermeister Spilles darauf hinwies, dass zu einem die städtische Wirtschaftsförderung nur aus einem Mann, nämlich Wirtschaftsförderer Dirk Schwindenhammer, bestehe, und der auch noch eine Reihe von anderen Aufgaben übernehmen müsse. Letztlich habe der Rat die Entscheidungshoheit in dieser Frage, doch auch dort sei mittlerweile klar, dass es überaus wichtig sei, was der Meckenheimer Verbund für die Stadt leiste. Deswegen wolle man schauen, dass eine vernünftige Lösung gefunden werde.
Der Haupt- und Finanzausschuss habe mittlerweile schon den Auftrag gegeben, mögliche Alternativen auszuloten. Dabei sollen die Ressourcen gebündelt und Synergien gehoben werden. So könne sich Spilles einen gemeinsamen Verein vorstellen, dessen Gremien von beiden Seiten bestückt werden müssten. Mit gegenseitiger personeller und finanzieller Unterstützung könne man dann etwas Neues und Zukunftsfähiges aufbauen, hoffte er. Angesiedelt werden soll die neue Organisation, wie immer sie auch aussehe, bei der Wirtschaftsförderung der Stadt. In den gerade verabschiedeten Doppelhaushalt sei dafür bereits Geld eingestellt worden, unter anderem um einen externen Berater damit zu beauftragen, die Stadt und den Meckenheimer Verbund bei dem Prozess zu unterstützen und gemeinsam nach einem tragfähigen Konzept zu suchen. „Ein hervorragendes Ergebnis“, fand nicht nur Spilles.
Zahlreiche Aktivitäten des Meckenheimer Verbundes
Wittges-Stoelben hatte zuvor in seinem Rechenschaftsbericht noch einmal all die zahlreichen Aktivitäten vorgestellt, die der „Meckenheimer Verbund“ regelmäßig anbietet. So sei man erst in der vergangenen Woche bei der Einweihung der „Rheinischen Apfelroute“ mit von der Partie gewesen, denn der damit zusammenhängende verkaufsoffenen Sonntag habe „eine sehr schöne Frequenz auf die Hauptstraße gebracht, doch leider hat das Wetter das Ende ein wenig verhagelt.“ Auch das Projekt „Eignungstest“ der Meckenheimer Handwerker habe man unterstützt und Gutscheine des Meckenheimer Verbundes als Prämien für die Besten ausgelobt. Die Messe „Haus und Garten“ der Raiffeisenbank Voreifel, die in diesem Jahr in der neuen Jungholzhalle stattfand, habe man ebenfalls finanziell unterstützt.
Sehr vielversprechend sei auch ein Termin im Düsseldorfer Wirtschaftsministerium gewesen, wo die Mitglieder des „Unternehmernetzwerks Rhein-Voreifel“ über ihre Erfahrungen mit den verkaufsoffenen Sonntagen und den Klagen der Gewerkschaft „Verdi“ dagegen dargelegt hätten. „Wir konnten der zuständigen Abteilung im Ministerium unsere Probleme und Sorgen sehr gut deutlich machen.“ Der Gewerbeverein Rheinbach habe mittlerweile sogar schon beschlossen, überhaupt keine verkaufsoffenen Sonntage mehr durchzuführen, weil das ein zu hohes Risiko sei. Das sei auch für Meckenheim nicht anders, denn wenn ein verkaufsoffener Sonntag kurz davor durch eine einstweilige Verfügung untersagt werde, „dann haben wir 10.000 Euro zum Fenster hinausgeworfen.“
Zahl der Einbrüche ging seit 2012 deutlich zurück
Erfreulich sei auch ein Treffen mit dem „Kriminalpräventiven Rat des Rhein-Sieg-Kreises“ gewesen, der nach dem Brand in der Mehrzweckhalle aus der Taufe gehoben worden sei. Dabei habe man erfahren, dass die Zahl der Einbrüche und ähnlicher Delikte deutlich zurückgegangen und 2018 auf dem geringsten Stand seit 2012 gewesen sei. Am Neuen Markt gebe es möglicherweise ein Problem mit dem Parkdeck, denn derzeit werde untersucht, wie standsicher es sei und wie es damit weitergehe.
„Wir warten sehnsüchtig auf den Nahversorger auf dem Marktplatz, der ist unbedingt notwendig zur Belebung der Innenstadt“, fand Wittges-Stoelben. Derzeit sei ein Nahversorgungszentrum mit 2200 Quadratmetern Verkaufsfläche geplant, wovon 1600 Quadratmeter für einen Verbrauchermarkt mit Produkten des täglichen Bedarfs und 400 bis 600 Quadratmeter für einen Drogeriemarkt vorgesehen sein. „Ich hoffe, dass kein kleinteiliger Einzelhandel mehr dazukommt, denn davon haben wir genug in der Hauptstraße.“ Auf jeden Fall müsse sich der neue Nahversorger von vorne anfahren lassen und nicht so weit nach hinten von der Hauptstraße zurückstehen. Schließlich sei eines der wichtigsten Ziele, Frequenz auf der Hauptstraße zu bekommen, und nicht auf die Klosterstraße. Ein reiner Cash&Carry-Markt jedenfalls bringe den Geschäften auf der Hauptstraße gar nichts.
Nacht unter der Kastanie am 12. Juli
Der Meckenheimer Verbund sei aber auch Veranstalter des Altstadtfestes mit seinem reichhaltigen Musikprogramm, hier habe sich vor allem der Freitagabend ganz hervorragend entwickelt. Ebenso eine Erfolgsgeschichte sei der „Zintemaat“ in der Vorweihnachtszeit, aus dem ein toller Weihnachtsmarkt geworden sei. Alle zwei Jahre veranstaltet der Meckenheimer Verbund auch die „Nacht unter der Kastanie“, am 12. Juli sei es auf dem Stephansplatz wieder so weit. Die Vorbereitungen liefen bereits, berichtete Cheforganisator Wilhelm Ley, ein solches Event gebe es in der ganzen Region kein zweites Mal. Mittlerweile sei auch die neue Homepage des Meckenheim Verbundes online unter der Adresse www.unternehmen-für-meckenheim.de.
Den Kassenbericht gab Schatzmeisterin Nadja Hügle-Ginster und berichtete von einem guten Kassenstand. Sie wies darauf hin, dass in den vergangenen zehn Jahren rund 980 Gutscheine des Meckenheimer Verbundes ausgestellt worden seien im Gesamtwert von 25.000 Euro. 6500 Euro davon seien noch nicht eingelöst worden. „Die Gutscheine sind eine gute Sache, denn damit ist gewährleistet, dass das Geld in der Stadt bleibt und Kunden in die Geschäfte gezogen werden.“ Bei den Veranstaltungen des Meckenheimer Verbundes schlügen die GEMA-Gebühren stark zu Buche, und auch die Beiträge zur Künstlersozialkasse hinterließen spürbare Lücken in der Kasse. Die Kassenprüfer Sven Goebel und Matthias Lesch hatten keinerlei Beanstandungen, sodass der Vorstand insgesamt einstimmig entlastet wurde.
Dank an Wilhelm Ley für 15 Jahre im Vorstand
Vor der nun anstehenden Neuwahl bedankte sich der Vorsitzende Willi Wittges-Stoelben bei Wilhelm Ley, der seit 2004 aktiv im Vorstand der Werbegemeinschaft mitgewirkt hatte, zuletzt als zweiter Vorsitzender, und nun nicht mehr antreten wollte. Er habe die Geschicke des Vereins über 15 Jahre hinweg wesentlich mitgestaltet, dafür gebühre ihm der Dank der Mitglieder.
Zum Vorsitzenden wiedergewählt wurde einstimmig Willi Wittges-Stoelben, zweiter Vorsitzender wurde Sven Schnieber, zum dritten Vorsitzenden steigt Heinz Brun auf. Neuer Schatzmeister ist Sebastian Kunze, Schriftführer bleibt Ralf Braß. Zu Beisitzern wurden Sabine Dräbing, Stephanie Rosenberger, Sirin Irmak und Bärbel Weihsweiler gewählt. Die Kasse prüfen auch weiterhin Sven Goebel und Matthias Lesch.
JOST
Für 15 Jahre Arbeit im Vorstand dankte der Vorsitzende Willi Wittges-Stoelben (rechts) seinem langjährigen Stellvertreter Wilhelm Ley. Foto: Volker Jost
