Interessante NABU-Käferexkursion
Kreis Ahrweiler. Versuchsweise hat der NABU-Ahrweiler in diesem Frühjahr zum ersten Mal eine Käferexkursion angeboten. Obwohl das Wetter mitspielte und mit Dr. Thomas Wagner (Uni Koblenz/Landau) ein absoluter Experte auf dem Gebiet für die Exkursion auf die Landskrone gewonnen werden konnte, war die Beteiligung sehr mager. Die Welt der Käfer hat anscheinend keine große Anhängerschaft, obwohl die Käfer die zweitartenreichste Tierordnung in Deutschland stellen.
Die Überfamilie der Rüsselkäfer ist am artenreichsten vertreten. Viele Rüsselkäferarten sind nur wenige Millimeter groß und werden daher meist übersehen. Manchmal sind sie nur mit Lupe oder gar mithilfe eines Binokulars zu bestimmen. Kennt man sich aus, so hilft einem oft auch die Pflanzenkunde weiter, da viele Käferarten abhängig von bestimmten Pflanzenarten sind.
Der mitgebrachte Klopfschirm war hilfreich um die kleineren Käferarten von Büschen und höheren Kräutern zu klopfen. So wurde durch das gezielte abstreifen von Brennnesseln der gekörnte Nesselrüssler (Parethelcus pollinarius) aufgespürt. Dieser ca. 3 mm lange Rüsselkäfer lebt monophag auf Brennnesseln und konnte sogar kopulierend fotografisch festgehalten werden.
Highlight der Exkursion war der kleine ca. 3 mm lange Rindenkäfer Synchita undata. Er ist in der Roten Liste mit drei (gefährdet) eingestuft. Dieser kleine Käfer lebt vermutlich u.a. von den Sporenlagern eines Baumpilzes - Cryptostroma corticale - welcher als Erreger der Ahorn-Rußrindenkrankheit gilt. Besonders betroffen von dieser Krankheit sind unter Trockenstress leidende Bergahorne. Da Trockenstress aufgrund der Klimaerwärmung auch in unseren Wäldern immer häufiger zu derartigen Baumpilzerkrankungen führt, ist auch dieser kleine Käfer ein Nutznießer der Klimaerwärmung und daher auch in unseren Wäldern inzwischen häufiger zu finden.
Insgesamt wurden zehn kleinere Käferarten auf der Exkursion durch Dr. Thomas Wagner vorgestellt. Ohne Experten und Klopfschirm hätte man keinen dieser Käferarten gefunden und kennengelernt. Diese daher spannende Exkursion fand in einer gemütlichen Runde mit Kaffee und Kuchen ihren Abschluss auf dem Parkplatz am Heimersheimer Bahnhof. Bleibt zu hoffen, dass im nächsten Jahr die Beteiligung größer sein wird.
