Allgemeine Berichte | 27.06.2018, 11:46 Uhr

Landesjagdverband Rheinland-Pfalz e. V. fördert Artenvielfalt

Jäger und Landwirte bringen Felder zum Blühen

Förderprogramm im Rahmen des WFW stellte bis jetzt rund 35.000 Euro zur Verfügung

Gensingen. Seither konnten Jäger und Landwirte gezielte Maßnahmen zur Erhöhung der Artenvielfalt im Offenland durch das Wildschutzprogramm Feld & Wiese (WFW) des Landesjagdverbandes Rheinland-Pfalz e. V. (LJV) fördern lassen. Der Maßnahmenkatalog umfasst unter anderem die Förderung von Saatgut für ein- und mehrjährige ökologische Vorrang- und Blühflächen, von Rebhuhnfütterungen sowie von Fallen und Fallenmeldern. „Unser Maßnahmenkatalog unterstützt Lebensraumverbesserungen und Prädatorenmanagement - die beiden Säulen des WFW“, sagt WFW-Projektleiterin Sarah Wirtz. „Wenn Jäger und Landwirte eng zusammenarbeiten, kann der Verlust der Artenvielfalt auf unseren Feldern reduziert werden.“

Gesamtfläche von ca. 43 Hektar wurden eingesät

25 Reviere aus neun Landkreisen haben vom Saatgutprogramm Gebrauch gemacht und eine Gesamtfläche in der Größe von rund 40 Fußballfeldern (ca. 43 Hektar) mit speziell für das WFW zusammengestellten Saatmischungen eingesät. „Das Besondere an den WFW-Mischungen: Die eingesäten Flächen bieten eine große Blütenvielfalt mit langer Blühdauer, was Insekten sehr zu Gute kommt“, so Wirtz.

Ermöglicht wurde die Blütenpracht durch ein spezielles Förderprogramm im Rahmen des WFW, das im April 2018 startete und für das bis jetzt rund 35.000 Euro eingesetzt wurden. Die Bewohner des Offenlandes wie Feldhasen, Rebhühner, Kiebitze oder Feldhamster profitieren von der Pflanzenvielfalt durch ein abwechslungsreiches Nahrungsangebot, Versteckmöglichkeiten und Schutz vor Witterung. Je nach Maßnahme und Saatgut-Auswahl (ein- oder mehrjährig) übernimmt das WFW zwischen 20 und 75 Prozent der Kosten für die Saatmischung.

90 Bausätze für Rebhuhnfütterungen förderte das WFW seit Beginn des Programms im April. Die Förderung dieser Maßnahme sieht eine 80-prozentige Kostenübernahme und die kostenfreie Lieferung von 25 Liter Futterweizen pro bestellter Fütterung vor. 21 Reviere aus neun Landkreisen bestellten die Bausätze.

„Diese Maßnahme dient dazu, Rebhühner vor allem unmittelbar nach der Ernte und in den kommenden Wintermonaten bei der Nahrungssuche zu unterstützen“, betont die WFW-Projektleiterin.

Das WFW fördert zudem Fangjagd-Systeme

Da Beutegreifer, wie der Fuchs, einen wesentlichen Faktor darstellen, der die Artenvielfalt im Offenland gefährdet, fördert das WFW zudem Fangjagd-Systeme (Fallen und Fallenmelder) mit 25 bis 40 Prozent der Kosten für Fanggeräte und 70 Prozent für Fallenmelder.

„Beutegreifer lassen sich nicht allein durch die klassische Ansitzjagd regulieren“, erklärt WFW-Lebensraumberater Christian A. Lintow. „Nur eine intensive Fangjagd kann die hohen Raubwilddichten nachhaltig senken.“ Insgesamt gingen 39 Fanggeräte und 67 Fallenmelder an 18 Reviere in acht Landkreisen. Werden Fallenmelder am Fanggerät installiert, erhält der Jäger eine Benachrichtigung, sobald die Falle ausgelöst wurde. Das ermöglicht eine zeitnahe Kontrolle der eingesetzten Fallen. „Das Förderprogramm des WFW ist auf großes Interesse bei Jägern und Landwirten gestoßen“, freut sich Wirtz. „Wir stehen aber erst am Anfang. Wenn wir mehr Kooperationen zwischen Jägerschaft und Landwirtschaft mit unserem Programm anregen können, wäre das ein echter Gewinn für die Artenvielfalt in Rheinland-Pfalz.“

Pressemeldung

Landesjagdverband

Rheinland-Pfalz e. V.

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