Ein gemeinsamer Tag in Rüdesheim
Jahrgang 1956/57 auf großer Fahrt
Rüdesheim. Unter dem Motto „Auch mit 60 hauen wir noch auf die Pauke“ startete der Jahrgang 1956/57 mit 29 Teilnehmern zu einem ganztägigen Ausflug nach Rüdesheim am Rhein. Los ging es um 10 Uhr mit einem opulenten Frühstück im Gasthaus „Zur Post“. Nach einem Sektempfang konnte man sich an dem reichhaltigen Buffet stärken, bevor es anschließend mit dem Bus nach Rüdesheim ging. Die beiden Organisatorinnen Helga Best und Gisela Weber, die in altbewährter Manier den Ausflug professionell geplant hatten, überreichten jedem Teilnehmer einen Lunchbeutel, der mit allerlei Wegzehrung versehen die eineinhalb stündige Busfahrt versüßen sollte. In Rüdesheim angekommen ging es nach einer kurzen Weinprobe mit der Seilbahn hinauf zur Besichtigung des Niederwalddenkmals, welches an die Einigung Deutschlands 1871 erinnern sollte und zur Zeit des deutschen Kaiserreichs errichtet wurde. Nach diesem kulturellen Höhepunkt ging es zu Fuß durch den Wald zu einer Seilbahn, die die Gruppe wohlbehalten wieder ins Tal beförderte. Auf dem circa zwei Kilometer langen Weg wurde dem ein oder anderen Jahrgangsmitglied sein mittlerweile doch recht hohes Alter bewusst, sodass auf dem teilweise leicht ansteigenden Weg die ein oder andere Verschnaufpause eingelegt werden musste. Unterstützung wurde von den Betroffenen kategorisch abgelehnt. Stattdessen wurde der Weg nach der Erholungspause leichtfüßig wie ein „junges Rehlein“ fortgesetzt. Im Tal angekommen ging es dem Schiff von Assmannshausen zurück nach Rüdesheim. Nach einem Bummel durch die berühmte Drosselgasse hatten beide Organisatorinnen um 19 Uhr Plätze im „Bollesje“ reserviert. In einem Gewölbekeller wurden alle als Gefangene zunächst erkennungsdienstlich behandelt. Es wurden Fingerabdrücke genommen und jeder wurde einzeln in einer mittelalterlichen Zelle fotografiert. Als äußeres Zeichen seiner Gefangenschaft musste jeder fortan eine Gefangenenkappe tragen. Anschließend wurde nach einem strengen Ritual das Essen eingenommen, wobei zur Einnahme der Speisen lediglich ein Holzteller, sowie ein Holzlöffel zur Verfügung standen. Die dreistündige Veranstaltung im Bollesje verging wie im Flug. Es wurde gegessen und getrunken, gesungen und gelacht. Etwas wehmütig ging es um 22 Uhr nach Hause, wo die Gruppe gegen 23:45 Uhr wohlbehalten wieder ankam. Alle Teilnehmer waren sich einig, einen unvergesslichen und kurzweiligen Tag erlebt zu haben.
Das essen wurde traditionell mit Holzteller und Holzlöffel serviert.
