Ein Jahr nach der Flut - Wissenschaft und Politik im Dialog
KAHR-Projekt begleitete den Wiederaufbau aus wissenschaftlicher Sicht
Weigand: „Reiner Wiederaufbau ist nicht unser Anspruch“
Remagen/Ahrtal. Wetterextreme wie Hochwasser und Starkregen werden infolge des Klimawandels künftig häufiger und heftiger. Auch die massiven Schäden der Flutereignisse vor rund einem Jahr im Ahrtal sowie in Teilen von NRW verdeutlichen, dass der reine Wiederaufbau der alten Strukturen nicht hinreichend ist. Hierbei unterstützt das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Forschungsprojekt „KAHR“ (www.hochwasser-kahr.de) die betroffenen Regionen und verschiedenen Akteure. Die Wissenschaftler:innen und Praktiker:innen aus 13 Institutionen aus ganz Deutschland arbeiten dabei eng mit Entscheidungsträger:innen vor Ort zusammen und schaffen für diese ein Beratungsangebot. In diesem Kontext veranstaltete das KAHR Projekt in der Remagener Rheinhalle kürzlich einen Dialog mit Vertreter:innen der zuständigen Landesministerien, der Kommunal- und Kreispolitik sowie Forscher:innen, die sich mit diesen Fragen im Ahrtal befassen. Das KAHR-Projekt (Klima-Anpassung, Hochwasser, Resilienz) zielt auf eine wissenschaftliche Begleitung der Wiederaufbauprozesse nach der Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen. Die Wissenschaftskonferenz und der Wissenschaft-Praxis-Dialog heben erste Befunde und Modellansätze für einen auf Resilienz und Klimaanpassung zielenden Wiederaufbau und Hochwasserschutz der flutbetroffenen Regionen mit Fokus auf das Ahrtal hervor.
Keine einfachen Lösungen
„Reiner Wiederaufbau ist nicht unser Anspruch, den wir uns stellen. Der vergangene Sommer hat uns vor Augen geführt, wie wichtig es ist, mit genau solchen Ereignissen zu rechnen und auf sie vorbereitet zu sein“, so Landrätin Cornelia Weigand in ihrem Grußwort. Die rheinland-pfälzische Klimaschutzministerin Katrin Eder bezeichnete KAHR, das bereits im vergangenen September an den Start ging, als „tolles Projekt, weil es viele unterschiedliche wissenschaftliche Bereiche miteinander verbindet und auch wissenschaftsbasierte Klimaaspekte mit einbezogen werden“. Thomas Weimer, Beauftragter des Landes Rheinland-Pfalz für den Wiederaufbau, unterstrich die zukünftigen Herausforderungen durch zunehmende Wetterextreme. Hierzu würde es keine einfachen Lösungen geben. Man brauche Antworten auf komplexe Fragen – nicht nur für das Ahrtal.
Fokus auf die Brücken
Dann präsentierten die wissenschaftlichen Sprecher von KAHR, Prof. Jörn Brinkmann und Prof. Holger Schüttrumpf die Ziele, aber auch erste Ergebnisse des Projekts. Zu den Zielen gehört dabei unter anderem die wissenschaftliche Aufarbeitung der Ereignisse von 2021, die Untersuchung von Vorsorgestrategien sowie eine Haushaltsbefragung zu Risikowahrnehmung, Verwundbarkeit und Vorsorge. Daraus soll sich die praxisorientierte Bereitstellung von neuen Erkenntnissen aus der Forschung für die betroffenen Regionen und Akteure ergeben. „Im Endeffekt müssen wir mehr tun, als ‚nur‘ Hochwasserschutz“, so Holger Schüttrumpf. Klar wurde auch, dass bei raumbedeutsamen Planungen und Maßnahmen einschließlich der Siedlungsentwicklung die Risiken von Hochwassern unbedingt zu prüfen sind. Ein überaus wichtiger Aspekt, das machten Brinkmann und Schüttrumpf deutlich, sind die Brücken. Immerhin 117 Ahr-Brücken gab es vor der Flut, die während der Katastrophe als Nadelöhre die Schäden noch erheblich verstärkten. All diese Brücken werden nun untersucht. So soll es zukünftig weniger Brücken geben und auch an höhere Brücken, Hub-Klappbrücken und veränderte Brücken-Rampen wird gedacht.
Der Ahr ihren Raum lassen
Ein weiterer, wichtiger KAHR-Bereich ist die bereits angelaufene Beratung der Bürger in den Flutgebieten. Auch Hochwasserrückhalteoptionen werden intensiv geprüft, für eine Talsperre gibt es laut den Wissenschaftlern jedoch keinen geeigneten Ort. Fakt ist, so Prof. Schüttrumpf „jeder Tropfen, der am Oberstrom zurückgehalten wird, verursacht am Unterstrom weniger Hochwasser.“ Klar ist auch, dass es ohne entsprechenden Raum keinen Hochwasserschutz geben wird. „Wir lassen der Ahr ihren Raum, wir stellen uns der Ahr nicht in den Weg, wir schaffen gemeinsam Rückhalt in der Fläche“, lauten einige der Leitlinien. Besonderer Schutz soll dabei der so genannten „kritischen Infrastruktur“ eingeräumt werden. Als erste Empfehlungen von KAHR wurden kommuniziert, den Wiederaufbau als Chance zu sehen, Potenziale der Hochwassermodellierung zu nutzen, eine angepasste Landnutzung mit Raum für den Fluss, Schutzziele für kritische Infrastrukturen sowie die stärkere Berücksichtigung der Brücken. „Wie hoch der Hochwasserschutz letztlich sein wird, ist noch nicht ersichtlich. Einen hundertprozentigen Schutz wird es aber leider nie geben“, so Holger Schüttrumpf.
RLP-Klimaschutzministerin Katrin Eder.
Thomas Weimer, Beauftragter des Landes Rheinland-Pfalz für den Wiederaufbau, unterstrich die zukünftigen Herausforderungen durch zunehmende Wetterextreme.
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