Lahnsteiner sammeln
Kerzenspenden für Ukraine
Lahnstein. Über 1,5 Tonnen Kerzen und Wachsreste für die Herstellung von Büchsenlichtern in der Ukraine sammelte die Kolpingfamilie Lahnstein, St. Martin.
Bei fünf Mitgliedern standen gut zwei Monate Sammelboxen vor den Haustüren. Zwei Mitglieder des Vereins „Dobre – Ukraine Hilfe im Rheinland e.V.“ aus Erftstadt holten die Wachsreste und intakte Kerzen in 72 Bananenkisten in Lahnstein ab. Auf die Reise gehen auch zwei Benzin-Stromgeneratoren, gestiftet von der Kolpingfamilie.
Dienen die intakten Kerzen als Lichtquellen, werden die Wachsreste zu Büchsenlichtern eingeschmolzen. Aus zwei Kilo Wachs entstehen 10 Büchsenlichter, die Wärme spenden und als Alternative zum Gas- oder Elektrokocher Verwendung finden. Sowohl bei Soldaten an der Front, wie in Privathaushalten, die bombardiert wurden und unter Stromausfällen zu leiden haben.
Bereits zum zweiten Mal führte die Kolpingfamilie St. Martin die befristete Aktion durch. „Wir bekamen tolle Unterstützung nicht nur durch die Lahnsteiner Bevölkerung, sondern zum Beispiel auch von Menschen aus Arzheim, Koblenz oder aus Vallendar und von ukrainischen Flüchtlingen“, meinte Karl-Josef Peil aus dem Kolping-Vorstand. „Wir hoffen, dass wir die Aktion im kommenden Winter nicht nochmals durchführen müssen und der Krieg ein Ende findet“, so Kolping-Mitglied Stephan Otto.
40 Tonner-LKWs bringen die Ware zusammen mit Sammlungsergebnissen aus ganz Deutschland zu 15 familiären Manufakturen, verstreut in der gesamten Ukraine, welche die Büchsenlichter aus Konservendosen und Pappresten als Dochtersatz herstellen. Die Kolpingfamilie verwirklichte einen Leitspruch des „Gesellenvaters“ Adolph Kolping (1813-1865): „Die Nöte der Zeit werden euch lehren, was zu tun ist.“ „Allen, die mitgesammelt haben, sagen wir ein herzliches ‚Vergelt‘s Gott‘“, so Kolpinger Karl-Josef Peil.
