Allgemeine Berichte | 23.09.2025

Die einheimische Krebsart trägt dazu bei, dass die Gewässer sauber bleiben

Koblenz: Wiederansiedlung bedrohter Steinkrebse

Klimaschutzministerin Katrin Eder setzt gemeinsam mit SGD-Nord-Präsident Wolfgang Treis junge Steinkrebse in einem Bach bei Koblenz aus.Foto: MKUEM

Koblenz. Klimaschutzministerin Katrin Eder setzt junge Steinkrebse in einem Bach bei Koblenz aus – dies soll helfen, dass sich die im Bestand bedrohte Art wieder ansiedelt. Diese einheimische Krebsart kommt nur in sauberen, kalten und strukturreichen Gewässern vor und trägt selbst dazu bei, dass die Gewässer sauber bleiben, indem die Tiere abgestorbene Pflanzen und Aas fressen.

„Je größer die Arten- und Lebensraumvielfalt ist, desto stabiler sind Ökosysteme. Denn jede Art hat ihre Aufgabe. Steinkrebse beispielsweise helfen, dass unsere Gewässer sauber bleiben, indem sie abgestorbene Pflanzen und Aas fressen. Der Klimawandel, verbaute Ufer, der Signalkrebs, eine invasive Art sowie die Krebspest haben aber dazu geführt, dass es immer weniger von ihnen gibt. Das wollen wir ändern und helfen daher in einem wissenschaftlich begleiteten Wiederansiedlungsprojekt, dass die Krebsart weiterhin vorhanden bleibt und sich an zusätzlichen Standorten wieder ansiedelt“, so Klimaschutzministerin Katrin Eder am heutigen Montag in Niederfell bei Koblenz. Dort setzt sie gemeinsam mit SGD-Nord-Präsident Wolfgang Treis sechs Monate alte Steinkrebse aus.

„Steinkrebse sind ein wichtiger Indikator für die Qualität von Gewässern, da sie nur in sehr klaren, kühlen und strukturreichen Bächen vorkommen. Da unsere Gewässer klimawandelbedingt immer wärmer werden, haben sie es schwer. Neben Artenschutzprojekten wie diesem ist es daher wichtig, dass wir auch die Erderhitzung bremsen“, so Eder.

„Das nördliche Rheinland-Pfalz ist für den Steinkrebs von besonderer Bedeutung, weil hier noch stabile Bestände dieser selten gewordenen Art vorkommen. Damit hat unsere Region eine Schlüsselrolle für sein Überleben. Aus dieser Verantwortung heraus unterstützt die SGD Nord die Entwicklung neuer Methoden zur Nachzucht und Wiederansiedlung des Steinkrebses jährlich mit rund 130.000 Euro – eine Investition, die sich bereits seit dem ersten Wiederbesiedlungsversuch auszahlt“, so SGD-Nord-Präsident Wolfgang Treis.

Die rund 500 jungen Steinkrebse wurden unter professionellen Bedingungen aufgezogen: Dazu wurden Elterntiere aus einem Bach gefangen und in einen geschützten Verpaarungsteich in Koblenz überführt und über die Wintermonate dort belassen. Im Frühjahr wurde der Teich abgelassen, und die eiertragenden Weibchen eingesammelt. Die Eier wurden vor Ort mit einer Pinzette von den Schwimmfüßchen abgestreift und in die Brutkörbe überführt. In der Aufzuchtstation in Schleswig-Holstein wurden die Eier künstlich bebrütet und anschließend in Aufzuchtbecken gehältert, wo sie geschützt vor Fressfeinden die ersten Monate ihres Lebens, bis zur Vorstreckung, verbringen konnten. Anschließend erfolgte der Rücktransport nach Rheinland-Pfalz.

Das Projekt zur Wiederansiedlung wird vom Umweltcampus Birkenfeld wissenschaftlich begleitet. Es ist bereits das dritte Mal, dass dort Steinkrebse ausgesetzt werden, nachdem die erste Wiederansiedlung im Herbst 2023 erfolgreich war. Ziel ist es, dass der Steinkrebsbestand stabil ist, sich das Tier weiter ansiedelt und eine selbsterhaltende Population ausbildet.

„Der heutige Besatz ist weit mehr als eine biologische Maßnahme – er ist ein starkes Zeichen für gelebten Biotop- und Artenschutz. Er zeigt, dass wir mit gezielter Forschung, grenzüberschreitender Zusammenarbeit und einem langen Atem auch vermeintlich unbedeutende und oft nicht sichtbare Arten wieder geeignete Lebensräume bieten können“, so Eder.

Pressemitteilung MKUEM

Klimaschutzministerin Katrin Eder setzt gemeinsam mit SGD-Nord-Präsident Wolfgang Treis junge Steinkrebse in einem Bach bei Koblenz aus. Foto: MKUEM

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