Rheinland-pfälzischer Lehrlingswettbewerb von „schreinerrheinland-pfalz“
Kreative Schreinerkunst unter dem Motto „Klare Linie“
Handwerkliches Geschick und technisches Verständnis sind für Schreiner Grundvoraussetzungen, genauso wie kreative Ideen und viel Fantasie. Um diese Eigenschaften zu fördern, schrieb „schreinerrheinland-pfalz“ auch in diesem Jahr erneut den Lehrlingswettbewerb aus. Hier konnten die Auszubildenden aus dem derzeitigen 2. Lehrjahr ihr kreatives Potenzial unter Beweis stellen. Der jährlich ausgerichtete Wettbewerb stand 2017 unter dem Motto „Klare Linie“. Schirmherr des Wettbewerbs war der Rheinland-pfälzische Wirtschaftsminister Dr. Volker Wissing.
Alle Lehrlinge waren dazu aufgerufen, eigenständig kreative Ideen zu entwickeln und umzusetzen, um Erfahrungen im Bereich der Formgebung und Gestaltung zu sammeln. Formgebung kombiniert mit Funktionalität ist gerade im Schreinerhandwerk von besonderer Bedeutung. Zum einen ist die Gestaltung ein persönlicher Ausdruck und zum anderen ist es wichtig, auf die individuellen Wünsche der späteren Kunden eingehen zu können.
Kreative Lösungen gesucht
Gesucht wurden kreative Lösungen, umgesetzt mit der heutigen Technologie, die das Motto „Klare Linie“ kreativ auffassten. Als Material durfte alles verwenden werden, was in modernen Schreinereien verarbeitet wird. Dabei sollte der Anteil von Holz und Holzwerkstoffen überwiegen.
Folgende Regeln mussten von den Teilnehmer/innen beachtet werden: Der Entwurf muss vom Auszubildenden selbst stammen, es ist nur eine Einzelteilnahme möglich, von jedem/jeder Teilnehmer/in kann nur ein Entwurf eingereicht werden, die größte Projektionsfläche ist auf 0,7 qm beschränkt und das Stück muss im Fall der Zulassung selbstständig in höchstens 40 Stunden gebaut werden können.
Insgesamt reichten 28 angehende Schreiner/innen aus ganz Rheinland-Pfalz ihre Entwürfe ein. Zwei Wochen lang konnten die Exponate im Kinopolis in Koblenz von interessierten Besucher/innen begutachtet und bewertet werden. Die Jury mit den Mitgliedern Alexandra Birk-Märker, Studiendirektorin an der Carl-Burger-Schule Mayen, Frank Sprenger von der Handwerkskammer Koblenz und Michael Oster von der IKK Südwest bewertete die Stücke und vergab die Plätze. Bei der Siegerehrung Ende Juni wurden die drei besten Arbeiten prämiert und ein Publikumspreis vergeben.
Wolfram Lehnen, stellv. Landesinnungsmeister „schreinerrheinland-pfalz“ gratulierte allen Teilnehmern und bezeichnete alle als Gewinner. Auch die Schul- und Kulturdezernentin der Stadt Koblenz, Dr. Margit Theis-Scholz, gratulierte und sagte: „Ein gut erlernter Beruf ermöglicht die Teilhabe an unserer Gesellschaft“.
Staatssekretärin Daniela Schmitt vom Rheinland-pfälzischen Wirtschaftsministerium sprach ebenfalls ihre Anerkennung aus: „Der Lehrlingswettbewerb des Tischlerverbandes, in dem junge Auszubildende zeigen, wie kreativ und einzigartig die Handwerkskunst eines Tischlers sein kann, ist authentisches und wirkungsvolles Marketing für die Branche. Wer kann besser zeigen, wie toll ein Handwerksberuf ist, als die jungen Fachkräfte selbst? Sie werden zu Markenbotschaftern, die selbstbewusst ihr Handwerk vertreten. Ein positives Image des Handwerks ist ein wichtiger Baustein, um auch zukünftig den Fachkräftebedarf zu decken. Sie alle sind ein eindrückliches Aushängeschild für das Tischlerhandwerk!“
Joschka Peterschilka aus Cochem belegte den ersten Platz
Den ersten Platz belegte Joschka Peterschilka aus Cochem (Ausbildungsbetrieb Massivholz-Werkstatt Vallendar, Pommern) mit seinem Bettregal in Eiche und MDF, das im Inneren eine geheimnisvolle Funktion besitzt: Die rechte Seite kann hochgeklappt werden und zum Vorschein kommt eine Halterung für zwei Weingläser und eine Flasche Wein. Peterschilka erhielt für sein Stück ebenfalls den Publikumspreis, den die Besucher des Kinopolis wählten.
Jonas Volk aus Neuwied (Ausbildungsbetrieb Tischlerei Manfred Salomon, Melsbach) belegte mit seinem „Stummen Diener“ Platz zwei. Er versah sein Stück mit Details wie einem Spiegel und einer extra Auskerbung zur Ablage von Uhr oder Schmuck.
Auf Platz drei schaffte es Andreas Kosok aus Konz-Krettnach (Ausbildungsbetrieb Unikat Möbeltischlerei GmbH, Gusterath-Tal) mit seinem Couchtisch „Mose“, der insbesondere durch den besonderen Verlauf der Maserung besticht. Außerdem lässt er sich seitlich öffnen und bietet im Inneren viel Stauraum.
Der rheinland-pfälzische Lehrlingswettbewerb wird im nächsten Jahr unter dem Motto „Stapelbar“ durchgeführt.
Pressemitteilung
„Schreinerrheinland-pfalz“
Für seinen Couchtisch „Mose“ erhielt Andreas Kosok den dritten Platz.
Jonas Volk belegte mit seinem „Stummen Diener“ den zweiten Platz.
Joschka Peterschilka (r.) mit seinem Chef Bernhard Vallendar. Peterschilka erhielt für sein Bettregal den ersten Platz und den Publikumspreis.
Die diesjährigen Teilnehmer/innen mit Staatssekretärin Daniela Schmitt (ganz rechts), Frank Sprenger von der Handwerkskammer Koblenz (ganz links), Dominic Honnert von schreinerrheinland-pfalz (2. v.l.), Wolfram Lehnen, stellvertretender Landesinnungsmeister (3.v.l.), Dr. Margit Theis-Scholz, Schul- und Kulturdezernentin der Stadt Koblenz (4.v.l.) und Arne Brettschneider von schreinerrheinland-pfalz (5.v.l.).
