Kelten & Römerfest auf dem Martberg
Kurzweiliges Spektakel lockte viele Hundert Gäste
Pommern. Wenn Centurio Quintus Montius Albinus, alias Hans-Werner Berg, lautstark sein „periculum“ (Achtung) verkündet, dann steht sein „Contubernium“, bestehend aus acht römischen Legionären, mit ihrem Pilum (Wurfspeer) und Gladius (römisches Kurzschwert) bei Fuß. So auch beim diesjährigen Römer- und Keltenfest auf der gallorömischen Tempelanlage des Pommerner Martbergs, das an zwei Tagen einmal mehr viele Hundert Besucher anlockt. Die römischen Darsteller beim auch heuer kurzweiligen Altertumsspektakel gehören zur 1. Römer-Cohorte Oplaten e.V. und präsentieren römisches Feldlagerleben mit sehenswerten Exerziereinheiten, Schwertkampfübungen und Einsätzen am römischen Torsionsgeschütz, welches auch als „Scorpio“ oder „Balliste“ bekannt ist. Dabei erfolgen sämtliche Kommandos des Centurio wie des Optio (Hauptmann) Marcus Flavius Argentarius, alias Markus Gorski, in lateinischer Sprache, was dem Spektakel zusätzlich willkommene Authentizität verleiht. So sehen es auch die augenscheinlich begeisterten Besucher, die zu keinem Zeitpunkt der Vorführungen mit Szenenapplaus sparen und jede Vorführung mit großem Interesse verfolgen.
Dies gilt ebenso für den Auftritt des Legionstrompeters, der während der Präsentationen seinem „Cornu“ festgelegte Tonfolgen lautstark entlockt. Diese galten laut historisch überliefertem Script als Aufmarschsignal für bestimmte Einsatzsituationen, offiziell in die römische Zeit des 1. Jahrhunderts n. Chr. datiert.
Ein weiterer Schwerpunkt bezüglich eines Einblicks in die römische Zivilisation der flavischen Dynastie um 70. n. Chr. (Kaiser Vespasian/Domitian) bieten Stationen über Wohnkultur, Bekleidung, Kosmetik und Körperpflege sowie die Ausübung damaliger Handwerke. Natürlich dürfen auch die deftigen Mahlzeiten aus der römischen Garküche nicht fehlen, die zum aktuellen Spektakel mit der beliebten Römersuppe „Puls“, einem Eintopf mit Schweinefleisch, Zwiebeln, Lauch, Sellerie, Möhren, Knoblauch, Champignons und mediterranen Kräutern, auf erfreute Verkoster treffen. Dazu lässt man sich gerne eine frisch gekühlte „Cervisia“ (Bier) munden oder nippt an einem runden Tonbecher mit „Mulsum“, dem süßen römischen Würzwein, der vor allem den weiblichen Besuchern zusagt.
In unmittelbarer Nachbarschaft des römischen Lagers hat die Keltengruppe „Sucellos“ ihre Zelte aufgeschlagen und vermittelt einen Einblick in deren Leben, das sich bereits 300 Jahre v. Chr. abgespielt hat. Eine ganz andere und von überwiegend harter Handarbeit geprägte Zeit. Die Herstellung von Kupferschmuck, Holzarbeiten, Kräuterkunde, Lederwerk, Flachsspinnen und Kesselkochen stellen dies vor Ort unter Beweis. Zum kurzweiligen Lagerleben während der Veranstaltung zählen auch interessante Führungen durch die Tempelanlage, bei denen sich die Besucher gerne auf eine 2000 Jahre lange Reise zurück in die Zeit des römischen Kulturlebens begeben. TE
Auch eine streitbare Formation keltischer Krieger war mitsamt ihrem Gesinde beim kurzweiligen Spektakel vertreten.
