Allgemeine Berichte | 22.11.2018

Bis zu 130.000 Euro für Ausbildungsförderung aus Kreishaushalt

Landkreis und Gemeinschaftsklinikum fördern Nachwuchsmediziner

Landrat Dr. Alexander Saftig (rechts) und der Kaufmännische Geschäftschäftsführer des Gemeinschaftsklinikums Martin Stein (links) unterzeichneten im Beisein von Dr. Ralph Rüdelstein, Chefarzt für Innere Medizin, dem Ersten Kreisbeigeordneten Burkhard Nauroth, dem Ärztlichen Direktor Dr. Michael Maasberg und Georg Kohl, Geschäftsführender Direktor (hinten von links), die Kooperationsvereinbarung zur Verbundweiterbildung.

Kreis MYK. Der Landkreis Mayen-Koblenz fördert den vom Gemeinschaftsklinikum Mittelrhein im letzten Jahr gegründeten Weiterbildungsverbund mit Hausärzten der Region. Im Rahmen einer abgeschlossenen Kooperationsvereinbarung zwischen Landkreis und Gemeinschaftsklinikum werden innerhalb von drei Jahren bis zu 130.000 Euro aus dem Kreishaushalt zur Verfügung gestellt. „Wir wollen die hausärztliche Versorgung im ländlichen Raum langfristig sichern und sind bereit dafür Geld in die Hand zu nehmen. Mit der Förderung unterstützen wir eine qualifizierte Fort- und Weiterbildung von jungen Allgemeinmedizinern im Gemeinschaftsklinikum Mittelrhein, insbesondere am St. Elisabeth Krankenhaus in Mayen. Die hochwertige Ausbildung macht den Standort attraktiv für junge Assistenzärzte. Eine enge Bindung an die örtlichen Hausärzte kann außerdem die Basis für eine spätere Praxisübernahme bilden“, sagt Landrat Dr. Alexander Saftig.

Wer Hausarzt werden möchte, muss nach dem erfolgreichen Medizinstudium noch eine umfassende Zusatzausbildung von 60 Monaten absolvieren. Davon müssen 18-36 Monate in der Stationären Versorgung mit mindestens 18 Monaten in der Inneren Medizin absolviert werden. In der Ambulanten Versorgung sind zwischen 24 und 42 Monaten abzuleisten.

„Im Rahmen des Weiterbildungsverbunds mit der Kassenärztlichen Vereinigung fungiert das Bildungs- und Forschungsinstitut des Gemeinschaftsklinikums Mittelrhein als Koordinator und Schnittstelle zwischen den niedergelassenen Ärzten und den angehenden Assistenzärzten. Die Nachwuchsmediziner durchlaufen bei uns eine strukturierte Ausbildung auf Basis eines individuell angepassten Rotationsplans und müssen sich ihre einzelnen Weiterbildungsabschnitte nicht mehr mühsam selbst zusammenorganisieren“, erklärt Martin Stein, Geschäftsführer des Gemeinschaftsklinikum Mittelrhein. „Der Übergang zwischen den stationären und ambulanten Einrichtungen wird deutlich erleichtert. Unsere Betreuung ist prima und wir sind sehr gut in das Krankenhausteam integriert“, bestätigt Dr. Jennifer Glang, die seit 2017 als Assistenzärztin am St. Elisabeth in Mayen tätig ist. „Die feste Integration der Weiterbildungsteilnehmer ist uns wichtig. Neben regelmäßigen Fortbildungsveranstaltungen oder der fachlichen Ausbildung am Patienten und am medizinischen Gerät ist daher auch die Organisation von Infoveranstaltungen und Netzwerktreffen ein fester Ausbildungsbestandteil“, so Dr. Ralph Rüdelstein, Chefarzt der Inneren Medizin, Kardiologie in Mayen.

Derzeit befinden sich fünf Assistenzärzte im klinischen Teil der Weiterbildung zum Allgemeinmediziner am Gemeinschaftsklinikum Mittelrhein. „Vier davon am Standort Mayen“, freut sich Rüdelstein, der die jungen Mediziner selbst vor Ort betreut und auch mit Arztpraxen im Verbund in engem Austausch steht. Das Modell der Verbundweiterbildung wird bereits gut angenommen. Der Landkreis Mayen-Koblenz möchte die Verbundweiterbildung und den Standort Elisabeth-Krankenhaus unterstützen und fördern. Dazu Burkhard Nauroth, Erster Kreisbeigeordneter und stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender des Gemeinschaftsklinikums Mittelrhein: „Es gibt heute einen echten Wettbewerb um Fachkräfte. Es gilt daher gezielt Anreize zu schaffen, damit sich die jungen Menschen für uns entscheiden. Der Landkreis fördert die Weiterbildung der Nachwuchsmediziner und deren Vernetzung mit den Hausärzten. So wird eine ideale fachliche Ausbildung ermöglicht, die für die spätere Medizinkarriere enorme Vorteile bringen kann. Das hilft den jungen Ärzten und das stärkt gleichzeitig die qualitative Weiterentwicklung des Klinikstandortes.“

Wenn die komplette Weiterbildung zum Allgemeinmediziner in einer Region stattfinden kann, ist fünf Jahre lang kein Wohnortwechsel notwendig. Die gewonnene hohe Planungssicherheit ist den angehenden Fachärzten für Allgemeinmedizin wichtig und trägt unmittelbar zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf bei. Es wird bereits während der Ausbildungsphase möglich eine Familie zu gründen und innerhalb der Region sesshaft zu werden, während andernorts Nachwuchsmediziner aus dem gleichen Jahrgang heute noch nicht wissen, wo in Deutschland sie nächstes Jahr ihre Hausarztstation absolvieren. „Der Landkreis Mayen-Koblenz hat eine historisch begründete besondere Verantwortung für das Mayener Krankenhaus. Dessen sind wir uns absolut bewusst. Wenn wir freiwillige Leistungen in Höhe von insgesamt 130.000 Euro zur Verfügung stellen, dann tun wir das, weil helfen wollen, die medizinische Versorgung unserer Bürger auch in Zukunft sicherzustellen. Insbesondere im ländlichen Raum gilt es absehbar eine flächendeckende Struktur an Hausärzten zu gewährleisten. Es gibt leider keine Musterlösungen um dieses Ziel zu erreichen. Aber wenn wir Anreize schaffen können, damit eine spätere Praxisübernahme in die Wege geleitet wird, dann sind wir gerne zur Stelle und auch bereit, dafür Geld in die Hand zu nehmen“, versichert Landrat Dr. Alexander Saftig.

Landrat Dr. Alexander Saftig (rechts) und der Kaufmännische Geschäftschäftsführer des Gemeinschaftsklinikums Martin Stein (links) unterzeichneten im Beisein von Dr. Ralph Rüdelstein, Chefarzt für Innere Medizin, dem Ersten Kreisbeigeordneten Burkhard Nauroth, dem Ärztlichen Direktor Dr. Michael Maasberg und Georg Kohl, Geschäftsführender Direktor (hinten von links), die Kooperationsvereinbarung zur Verbundweiterbildung.

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