Allgemeine Berichte | 16.10.2023, 19:14 Uhr

Spurensicherung, Bereitschaftspolizei und Spürhund suchten heute nach Fund bei Müllsammelaktion nach menschlichen Überresten

Leichenfund an der Ahr: DNA-Analyse soll Klarheit bringen

Die Beamten drehten im Suchgebiet im Wortsinne fast jeden Stein um. Foto: GS

Kripp. Mutmaßlich menschliche Überreste haben freiwillige Helfer bei einer Müllsammelaktion in einem Graben in unwegsamem Gelände des Naturschutzgebietes an der Ahrmündung zwischen Kripp und Sinzig gefunden (Blick aktuell berichtete online). Das war am Sonntagvormittag. Die Aktion ging auf Lars Boes zurück, einer der emsigen Helfer seit der Flutkatastrophe 2021 und Initiator mehrerer Aufräumaktionen. Boes war es auch, der der von ihm informierten Remagener Polizei den Fund, eine Elle und einen Unterkiefer mit Zähnen, übergeben hatte. Beim weiteren Räumen aus dem mit Totholz und Gestrüpp übersäten Areal fanden die freiwilligen Helfer weitere Knochen, die sie in zwei Säcken am frühen Sonntagabend ebenfalls der Polizei übergaben. Das bestätigte am Montag Jürgen Fachinger als Sprecher des Koblenzer Polizeipräsidiums. Der Gruppe sei von den Beamten seelsorgerische Betreuung angeboten worden, was jedoch verneint worden sei. „Die Helfer werden jetzt als sogenannte Zeugen in einem Todesermittlungsverfahren geführt“, so Fachinger zum weiteren Vorgehen.

Die Ermittlungen im Fall der Knochenfunde wurden der Kriminalinspektion Mayen übertragen. Diese veranlasste dann am Montag bereits in den Morgenstunden eine großangelegte Suchaktion in dem völlig überwucherten, unzugänglichen Gebiet, in dem die Fundstelle liegt. Experten der Spurensicherung arbeiteten dabei mit Bereitschaftspolizisten aus Koblenz Hand in Hand und drehten fast jeden Stein auf links. Weitere Funde wurden als Asservate in braunen Tüten in einer Box abgelegt.

Zum Einsatz kam auch ein Leichenspürhund der Diensthundestaffel Koblenz: die vierjährige belgische Schäferhündin Arya mit ihrer Hundeführerin. Die Hündin schlug dabei mehrfach an Stellen an, an denen bereits Skelettteile gefunden worden waren, was eine erweitere Suche durch die mit Räumgerät ausgestattete Bereitschaftspolizei zeitigte.

Bei der Zuordnung der Funde gab sich Präsidiumssprecher Fachinger bewusst vorsichtig: „Nach einer ersten Bewertung könnten diese, vorbehaltlich einer gerichtsmedizinischen Bestätigung, menschlichen Ursprungs sein.“ Die bisher aufgefundenen Knochen wurden am Montag der Rechtsmedizin in Mainz zur weiteren Überprüfung übergeben.“ Dort werde festgestellt, ob es sich tatsächlich um menschliche Knochen handele und ob mittels DNA-Abgleich eine Zuordnung zu einer bestimmten Person möglich ist.

„Vermutungen, dass es sich um eine der noch vermissten Flutopfer handeln könnte, können derzeit weder bestätigt noch dementiert werden“, sagte Fachinger an der Fundstelle zu Blick aktuell. „Dies auch aus Respekt vor den Angehörigen.“

Noch geht die Polizei daher laut Fachinger von drei Möglichkeiten aus. „Erstens, dass es sich um einen Unbekannten handeln könnte, zweitens, dass es die sterblichen Überreste einer seit der Flut vermissten Person sind, und drittens, dass es sich um Knochen aus einem von der Flut ausgespülten Grab auf einem Friedhof handelt.“ Und deutlich erklärte der Präsidiumssprecher: „An Spekulationen werden wir uns nicht beteiligen.“

Bei der Flutkatastrophe im Juli 2021 waren an der Ahr 135 Menschen ums Leben gekommen. Darunter ist ein Mann, der erst in diesem Sommer offiziell für tot erklärt wurde. Seine sterblichen Überreste wurden bislang nicht gefunden. Eine weitere Person wird nach wie vor vermisst. GS

Weitere Themen

Die Beamten drehten im Suchgebiet im Wortsinne fast jeden Stein um. Foto: GS

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Mülltonnen -Reinigung, bis auf Widerruf
Vorabrechnung, Nr. AF2026.000438.0, August 2026 Teil 2
50 jähriges Jubiläum / Danksagung
Bestellung Nr.: 4300003040-W100-606   - Pellenzer Lehrstellenbörse 2026
Empfohlene Artikel
(von links) Pascal Rowald, Jan Ritter und Peter Diewald im großen Sitzungssaal des Rathauses.  Foto: GS
367

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler bekommt einen neuen Ersten Beigeordneten. Jan Ritter wird Peter Diewald ablösen, der zum Jahresende in den Ruhestand geht. Ritter wurde vor großem Publikum unter Sitzungsleitung von Bürgermeister Pascal Rowald in dessen erster Sitzung als Stadtchef im zweiten Wahlgang zum Stadt-Vize gewählt. 21 von 36 Ratsmitglieder haben für den 46-Jährigen gestimmt, der für die CDU im Kreistag von Ahrweiler sitzt.

Weiterlesen

Die Junggesellen freuen sich auf unvergessliche fünf Tage. Foto: privat
147

Bad Bodendorf. Der Sinziger Stadtteil Bad Bodendorf steht wieder ganz im Zeichen der traditionellen Kirmes. Der Junggesellenverein (JGV) Bad Bodendorf lädt von Freitag, 4. September, bis Dienstag, 8. September 2026, zu fünf abwechslungsreichen Festtagen ein. Rund um den Kirmesplatz erwartet die Besucher ein buntes Programm für Jung und Alt, musikalische Unterhaltung und zahlreiche traditionelle Höhepunkte.

Weiterlesen

11

Unkel. Offenes Mitmach-Singen veranstaltet vom Kirchenchor des Seelsorgebereichs Unkel von 19 bis 20 Uhr auf dem Gelände des Christinenstifts in Unkel – bei schlechtem Wetter in der Kapelle - als Mitgestalter eines bundesweit von hunderten Chören gemeinsam ausgerichteten Liederabends anlässlich des Einheitsfestes. Liedrepertoire von altem Volksliedgut bis zu bekannten Liedern neuerer Interpreten, die für Freiheit und Frieden stehen.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Das St. Nikolaus-Stiftshospital geht mit gestärkter Position aus der neuen Krankenhausplanung des Landes Rheinland-Pfalz hervor.Foto: St. Nikolaus-Stiftshospital/Holger Lindner
1138

Rheinland-Pfalz bestätigt breites medizinisches Leistungsspektrum und stärkt das St. Nikolaus-Stiftshospital als wichtigen Standort

Krankenhaus Andernach geht gestärkt aus neuer Leistungsgruppenzuteilung hervor

Andernach. Das St. Nikolaus-Stiftshospital geht mit gestärkter Position aus der neuen Krankenhausplanung des Landes Rheinland-Pfalz hervor. Durch die zugewiesenen Leistungsgruppen werden rund 99,5 Prozent des bisherigen Leistungsspektrums vollständig abgebildet. Das Krankenhaus sowie der Träger, die Stiftung St. Nikolaus-Stiftshospital Andernach, sehen darin die hohe medizinische Qualität und breite Expertise des Hauses bestätigt.

Weiterlesen

04.09.: Nickenich: Schwerer Verkehrsunfall: Motorradfahrer kollidiert mit Anhänger
857

Nickenich. Ein schwerer Verkehrsunfall ereignete sich auf der L 118 zwischen Andernach und Kruft. Der Fahrer eines Wohnmobils, das mit einem Anhänger unterwegs war, befuhr die Strecke von Nickenich in Richtung Mendig. In der Nähe eines Schotterparkplatzes entschied er sich, das Gespann über die Gegenfahrbahn zu wenden. Genau in diesem Moment kam ein Motorradfahrer entgegen und kollidierte mit dem Anhänger.

Weiterlesen

Symbolbild.
730

Ulmen. Am Freitag, den 4. September 2026, ereignete sich gegen 00:10 Uhr im Einmündungsbereich der B259 und K2 in der Ortslage Ulmen ein schwerer Verkehrsunfall zwischen zwei Personenkraftwagen. Nach bisherigem Erkenntnisstand befuhr ein Autofahrer die B259 von Ulmen in Richtung Auderath. Ein anderer Fahrer befand sich auf der K2 und wollte nach links auf die B259 abbiegen. Im Einmündungsbereich kam es dann aufgrund einer Vorfahrtsmissachtung zum Zusammenstoß der beiden Fahrzeuge.

Weiterlesen