Allgemeine Berichte | 20.11.2018

Das Närrische Corps Blau-Weiß aus Koblenz-Niederberg verlieh die Auszeichnung „Pour le Carneval“

Marion Schröder und Bruno Most sind die neuen Ordensträger

Die neuen Ordensträger Marion Schröder (Zweite von links) und Bruno Most (Fünfter von links) mit den Laudatoren Peter Gries (Dritter von links) und Günter Pauli (Vierter von links).BSB

Koblenz. Die Verleihung des Ordens „Pour le Carneval“ hat eine im Jahr 1966 begründete Tradition, zu der das Närrische Corps Blau-Weiß („NC“) aus Koblenz-Niederberg jährlich eine stattliche Zahl an Ehrengästen einlädt. Die passende Bühne stellt dem Verein bereits seit Langem das Koblenzer Autohaus BMW Hanko zur Verfügung. Auch in diesem Jahr konnte der Hausherr, Geschäftsführer Frank Hakvoort, eine illustre Gästeschar in der Mini-Cooper-Lounge begrüßen.

Die Zeremonie der Ordensverleihung

Mittelpunkt der rund vierstündigen, mit einem exzellenten Drei-Gänge-Menü gewürzten Veranstaltung war natürlich die Ordensverleihungs-Zeremonie. Die Auszeichnung geht jeweils an zwei Persönlichkeiten (je eine aus dem Bereich Wirtschaft und Karneval), die sich bewusst für Freundschaft und Verständigung sowie die Erhaltung des rheinischen Brauchtums einsetzen. So gibt es bis heute mehr als 120 Ordensträger, wobei die Frauenquote mit knapp zehn Prozent noch gehörig schwächelt. Doch in diesem Jahr fiel die Wahl wieder einmal auf ein „heterogeschlechtliches Duo“. Die Pour-le-Carnevalsträger 2019 sind Marion Schröder und Bruno Most. Marion Schröder, die einen Friseursalon in Koblenz betreibt und Vorstandsmitglied sowie Obermeisterin in der Friseur- und Kosmetiker-Innung Mittelrhein ist, wurde dem Bereich Karneval zugeordnet, denn ihr närrischer Lebenslauf ist lang. Über ihr Debüt in der Tanzgruppe bei der Traditionsgarde Rot-Weiß in Lahnstein stieg sie Anfang der neunziger Jahre in die Koblenzer Fastnacht ein, als sie erstmalig Hoffriseurin der amtierenden Confluentia wurde. Das Stylen, Schminken und Frisieren der im Karneval Aktiven ist ihr närrisches Steckenpferd, das sie Beruf und Brauchtum verbinden lässt. Ihr Heimatverein ist die Narrenzunft Gelb-Rot.

Von ihr wurde sie mit dem Großen Verdienstorden ausgezeichnet und in den Kreis der Ehrensenatoren berufen. Auch andere Karnevalsvereine haben Schröders Verdienste um die fünfte Jahreszeit mit Auszeichnungen belohnt. Der Laudator auf die neue Pour-le-Carnevalsträgerin war Peter Gries (Geschäftsführer Griesson de Beukelaer), einer der dem Prinzenjahr geschuldeten ausnahmsweise vier Vorjahres-Ordensträger. In Anlehnung an das chinesische Horoskop, wonach die am 10. Juni 1960 geborene, in Moers am Niederrhein aufgewachsene Marion Schröder eine Metall-Ratte ist, stellte Gries besonders ihre Schokoladenseiten heraus. „Wenn ich dem Horoskop glauben darf, ist sie nicht nur hübsch, klug und liebenswürdig, sondern dazu noch geistesgegenwärtig, einfallsreich und vielseitig. Das muss sie wohl sein, wenn sie ihren Kunden sogar Seilbahnen auf den Kopf frisieren kann.“ Schröder freute sich derart über die Wahl als neue Ordensträgerin, dass sie glatt „die Handtasche ihres Lebens sausen ließ“, als Vorsitzender Otto Fischer ihr telefonisch die Nachricht überbrachte. Auch Bruno Most sah sich sehr geehrt durch die Ordensverleihung. Seit 2015 ist er Abteilungsleiter A im Kommando Sanitätsdienst der Bundeswehr sowie Standortältester in Koblenz-Lahnstein. Die Lobrede auf ihn hielt als weiterer Ordensträger des Jahres 2018 Günter Pauli (Geschäftsführer Steinlein & Kunze). In seiner mit Applaus gefeierten Ansprache gab er Mosts Biografie einen humoristischen Anstrich. Most wurde 1962, „als die Welt fast unterging“, in Kassel geboren. Nach wechselnden Einsatzorten jetzt in Koblenz stationiert, wurde der Generalarzt Mitglied im Carnevalsclub Korpskommando und im Jahr 2017 vom Koblenzer Alt-Herren-Corps 1936 zum „Schängel“ getauft. Dass er „Wein“ als eines seiner Hobbys anführt, sei er allein seinem Namen schuldig, meinte Pauli.

Nach der feierlichen Ordensverleihung stand die Ehrung der von der Narrenzahl elf geprägten Ordensjubilare an. Die Elf spielt in diesem Jahr auch für die beiden Moderatoren des Abends, den NC-Vorsitzenden Otto Fischer und den NC-Präsidenten Bernd Müller, eine bedeutende Rolle. Müller ist ein Mal elf Jahre Ex-Prinz und zwei Mal elf Jahre NC-Mitglied sowie 18 Jahre Präsident des Vereins. Fischer ist vier Mal elf Jahre Vereins-Vorsitzender und ganz ohne die Elf schon 50 Jahre lang Mitglied. Beide sind, wie von vielen Seiten bestätigt, ein Glücksfall für den Verein.

In einer umfangreichen Lobrede ging Präsident Müller auf das „überaus erfolgreiche Wirken Fischers für das NC“ ein. Er, der am längsten amtierende Vorsitzende im Koblenzer Karneval, gehöre zu seinen herausragenden Persönlichkeiten. Das NC habe er mit viel Ideenreichtum zu der Größe reifen lassen, wie es sich heute darstellt. Zudem habe er dem Orden unter seiner Regie seit 1974 zu seinem aktuellen unschätzbaren Wert verholfen.

Vier Prinzengestellungen gestaltete und leitete Fischer in der Zeit seines Vorsitzes. Zahlreiche Ehrungen, wie der Große AKK-Verdienstorden, die Goldene Ehrennadel am Bande der RKK oder in der vergangenen Session der „Zinnhannes Kulturpreis“ für sein Lebenswerk schmücken seine närrische Biografie. Fischer sei schlichtweg der „Gröfaz“, der größte Fastnachter aller Zeiten, wie ihn Generalfeldmarschall Patrick Vetter einmal ehrte. Otto Fischer, den Müller als seinen Freund und Kritiker bezeichnete, habe dem Verein nicht nur einen Namen, sondern auch ein Gesicht gegeben. Doch dieser Weg, den Vorsitzender und Präsident nun schon so lange gemeinsam im NC beschreiten, wird bald eine andere Richtung nehmen. Ab dem Jahr 2021 will sich der Vorstand bedeutend verjüngen.

Der Sessionsorden 2019 mit dem Motto „Wir gehen mit der Zeit“ spiegelt bereits die Umbaupläne des Vereins wider. Der Hofnarr des vergangenen Prinzenjahrs, Fabian Pattar, wird als Präsident in Müllers Fußstapfen treten, Ex-Prinz Marcel Müller wird Werner Emmerich als Zweiten Vorsitzenden ablösen und Hoffotograf Christoph Kohl wird an der Stelle von Otto Fischer Vorsitzender. Bernd Müller zeigte sich davon überzeugt, dass dieses junge Freundes-Trio das Potenzial habe, das NC in die Zukunft zu führen.

Doch noch geleiten Otto Fischer und Bernd Müller als kongeniales Team den Verein weiter durch dick und dünn, wie der Koblenzer Oberbürgermeister, David Langner, in seinem erfrischenden Grußwort zur Ordensverleihung sagte. Ohne die beiden wäre das NC nur Weiß. „Sie sorgen für das Blau in diesem Verein“, fügte er hinzu und hatte prompt die Lacher auf seiner Seite.

Natürlich machte auch das von der „Großen Koblenzer Karnevalsgesellschaft 1847“ gestellte Koblenzer Tollitätenpaar der Session 2018/2019 dem NC seine Aufwartung. Prinz Hubertus von Rhenus und Mosella (Hubertus Kleppel) und seine Confluentia Sabine (Helmes), angereist mit kleinem Hofstaat, spülten „Viva Venezia in Kowelenz“ in den Saal und ehrten Otto Fischer sowie die neuen Ordensträger mit dem Vereinsorden. Noch mehr Augenschmaus boten die Auftritte von Tanzmariechen Lara Adolphs, der „Funiculi-Funicula“-Tanz der Garde sowie die Darbietung der NC-Showtanzgruppe, die in dieser Session mit Biene Maja, Willi und ihren Freunden in besonders hübschen Blümchen- und Bienchen-Kostümen auf der Blumenwiese tanzen.

Für die musikalische Untermalung sorgte Alleinunterhalter Klaus Weber mit Keyboard, Trompete und Akkordeon. BSB

2021 werden (von links) Christoph Kohl,Fabian Pattar und Marcel Müller dem Verein ein jüngeres Gesicht geben.

2021 werden (von links) Christoph Kohl, Fabian Pattar und Marcel Müller dem Verein ein jüngeres Gesicht geben.

Die neuen Ordensträger Marion Schröder (Zweite von links) und Bruno Most (Fünfter von links) mit den Laudatoren Peter Gries (Dritter von links) und Günter Pauli (Vierter von links).Fotos: BSB

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