Ausstellung im Meckenheimer Ratssaal eröffnet
Meckenheimer Künstler interpretieren „Heimat“
Meckenheim. Was verstehen die Menschen unter dem Begriff Heimat? Diese Frage wurde in den letzten Jahren vermehrt gestärkt und diskutiert und teilweise auch neu interpretiert. Dabei kristallisiert sich heraus, dass dieser Begriff keinesfalls dem Populisten am rechten Rand überlassen werden kann, sondern die Auseinandersetzung damit in die Mitte der Gesellschaft gehört. Mit der Frage was Heimat ist, haben sich in der Vergangenheit 17 Meckenheimer Künstler und Künstlerinnen intensiv auseinandergesetzt, um ihre ganz eigenen Interpretationen in Gemälden, Objekten und Fotoarbeiten festzuhalten. Die Meckenheimer Künstlerin Martha Barduhn fand hierzu sehr eigene Worte: „Das Wort Heimat ist zurzeit ein sehr strapazierter Begriff. In einer Flut von Veröffentlichungen, Fernsehsendungen und politischen Debatten wird der Begriff idealisiert, missbraucht oder gedankenlos verwendet. Heimat kann in einer schönen Landschaft gefunden werden, im Vertrautsein in der Nachbarschaft, in einem Verein, in der Familie oder im Freundeskreis. Heimat kann eine lebenslange Sehnsucht oder Erinnerung bleiben. Das Thema Heimat umfasst schmerzhafte Verluste, Entwurzelung, ein Nicht-dazu gehören.“ Die Arbeiten der 17 Meckenheimer Künstler ermöglichen dem Betrachter all diese Aspekte und Facetten zu verstehen, sie geben neue Einsichten, Deutungen und Erkenntnisse. Besonders interessant an der Ausstellung ist auch, dass diese 17 Künstler nicht alle ursprünglich aus Meckenheim kommen, sondern 16 von ihnen völlig unterschiedliche Herkünfte und Lebensstationen durchlaufen haben, bevor sie in der Apfelstadt ihre neue Heimat gefunden haben.
Dass die Veranstalter mit dem Thema den Nagel auf den Kopf getroffen hatten, wurde auch bei der Vernissage deutlich, denn für viele Besucher gab es im Ratssaal nur noch Stehplätze, so groß war das Interesse der Meckenheimer an dieser Ausstellung. Ein Umstand, den auch Bürgermeister Bert Spilles bei seiner Begrüßung höchst lobenswert fand und die Hoffnung äußerte, dass sich möglichst viele Meckenheimer diese Ausstellung anschauen können. Einen fachlichen Einblick in das Thema gaben der Kunsthistoriker Dr. Hans M. Schmidt sowie Dr. Johannes Mehlitz vom Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes NRW.
Geöffnet ist die Ausstellung im Ratssaal des Verwaltungsgebäudes am Siebengebirgsring 4 jeweils montags zwischen 14 und 18 Uhr sowie donnerstags von 14 Uhr bis 15.30 Uhr. STF
Installation von Martha Barduhn: „Heimat auf dem Butterbrot“.
