Allgemeine Berichte | 07.08.2021, 14:44 Uhr

Aktuelles Einsatzgeschehen nach Hochwasser im Kreis Ahrweiler

Mehr als 4.000 Einsatzkräfte weiterhin im Ahrtal aktiv

141 Tote - 16 Vermisste bei Flutkatastrophe im Ahrtal

Kreis Ahrweiler. Bedingt durch das Starkregenereignis und den damit einhergehenden Überflutungen vom 14.07.2021 ist es im gesamten Ahrtal zu erheblichen Überflutungen und Zerstörungen, verbunden mit dem Verlust der Infrastruktur in weiten Teilen gekommen. Zahlreiche Menschen mussten aus Notlagen gerettet werden, Evakuierungen und Räumungen großer Teile der bewohnten Gebiete, Krankenhäuser und Pflegeinrichtungen wurden notwendig und wurden durchgeführt.  Es wurden mehr als 700 Personen verletzt. Bis Samstag, 07.08.2021, sind 141 Personen verstorben. Derzeit werden noch 16 Personen vermisst.

Aktuelle Situation: Weiterhin sind mehr als 4.000 Kräfte von Feuerwehr, Hilfsorganisationen, THW, Polizei und Bundeswehr im Schadensgebiet im Einsatz. Weiterhin wird die Bevölkerung bei den Aufräumarbeiten und bei der Versorgung mit Essen und Trinken durch zahlreiche SpontanHelfer unterstützt. Auch die Hilfe der vielen ehrenamtlichen und spontanen Helfer trägt maßgeblich zur Verbesserung der Lage bei und ist unverzichtbar. Die Wegesituation verbessert sich stetig. Im Bereich Dernau wird eine Behelfsbrücke geplant, um dort die innerörtliche Verbindung zwischen den Ahrseiten zu verbessern. Im Bereich Bad Neuenahr, Landgrafenstraße, wird eine Brücke des THW einsatzbereit hergestellt. Es besteht nach wie vor großer Räumungsbedarf.

Überblick

Altenahr: Die Stromversorgung ist teilweise wiederhergestellt, viele Hausanschlüsse funktionieren allerdings noch nicht. Die Medizinische Versorgung wird durch Hausärzte und den Regelrettungsdienst gewährleistet. Nahrungsmittelversorgung wird durch die Katastrophenschutzeinheiten sowie beauftragte private Caterer sichergestellt. Ein Hangrutsch in Hönningen wurde durch das THW und von Geologen als stabil eingeschätzt. Eine langfristige Lösung wird erarbeitet. Das Bachbett der Ahr wird stromabwärts weiter geräumt.

Adenau: Die Stromversorgung ist fast vollständig wiederhergestellt. 75% der Haushalte sind an das öffentliche Trinkwasser-Netz angeschlossen und werden über den Hochbehälter versorgt. Die Orte Insul und Schuld werden über Wasserbehälter versorgt. Die Nahrungsmittelversorgung wird durch die Katastrophenschutzeinheiten sowie beauftragte private Caterer sichergestellt.

Bad Neuenahr-Ahrweiler: Die Stromversorgung ist fast vollständig, allerdings provisorisch, durch den Versorger hergestellt, allerdings teilweise noch instabil. Es ist noch kein Trinkwasser aus dem Leitungsnetz verfügbar. Rund 90% der Haushalte werden mit Brauchwasser versorgt, welches abgekocht werden muss. Die Nahrungsmittelversorgung wird durch die Katastrophenschutzeinheiten sowie beauftragte private Caterer sichergestellt.

Sinzig: Alle Straßen sind wieder befahrbar, es gibt noch Einschränkungen bei Brücken. Der Regelrettungsdienst übernimmt die Notfallversorgung. Die Versorgung mit Strom ist nahezu völlig (99%) wiederhergestellt. Die Nahrungsmittelversorgung der Einwohnerinnen und Einwohner sowie der Einsatzkräfte wird durch vier Schnelleinsatzgruppen gewährleistet.

Ausblick auf die Einsatzschwerpunkte Fortlaufender Ausbau der Logistik zur Versorgung der betroffenen Bevölkerung mit Nahrungsmitteln, Brauchwasser, Trinkwasser, Strom, Kraftstoff und Medikamenten Rückführung in die medizinische Grundversorgung durch ortsansässige Hausärzte

- Weitere Wiederherstellung der Infrastruktur (Strom, Wasser und Abwasser)

- Aufbau von Behelfsbrücken durch die Bundeswehr und das THW an mehreren Stellen

- Langfristiges Ölschadensmanagement in Planung

Pressemitteilung ADD Rheinland-Pfalz

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