Mehr als tausend Karnevalisten stürmten „Bundeswehr-Burg“ und ehemaliges Rathaus
OB Langner spottete: „Die kommen mit Rasenmäher“ - Prinz Oli und Confluentia Ricarda erhielten Schlüssel und die Macht über Koblenz
Koblenz. Auf Wanderschaft sind die Koblenzer Narren mit ihrem steht‘s erfolgreichem Sturm auf Bundeswehr und Rathaus.
Vor Jahren noch rückten die in der AKK (Arbeitsgemeinschaft Koblenzer Karneval) zusammen geschlossenen Vereine auf die Originalgebäude der BAAINBw (Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr) am Koblenzer Rheinufer und das Rathaus am Willi-Hörter-Platz vor.
Und weil es dort für weit über tausend angreifende Narren zu eng war, wanderte die AKK aus ans Schloss.
„Dort steht ein großes Gerüst und es gibt kaum Platz. Den brauchen wir aber für unsere vielen teilnehmenden AKK-Vereine“, erklärte gegenüber BLICK aktuell die AKK-Medienbeauftragte Jennifer de Luca.
Also Umzug auf den Münzplatz und auf den Plan wo im alten Rathaus das DRK residiert. Los ging es mit dem närrischen Angriff auf die Bundeswehr, die sich mit ihren Sanitätern verteidigte. Die hatten eine „unbezwingbare?“ Burg errichtet mussten aber der närrischen Macht Stück für Stück zurückweichen.
Denn sie verloren gegen die Karnevalisten die Spiele wie durchsteigen des Hula-Hoop-Reifens sowie erraten von Karnevalsliedern und Dienstgraden.
Schließlich schossen die AKKler mit den Konfetti-Kanonen „Dicke Tina“, „Rosalia“und „DeSchang“ die Burg sturmreif, so das Prinz Oli und Confluentia Ricarda mit Gefolge die Burg in Beschlag nehmen konnten. Dem Generalstabsarzt Dr. Johannes Backus, Kommandeur des neuen Kommandos Gesundheitsversorgung, blieb nichts Anderes übrig, als die Kapitulationsurkunde zu unterschreiben und dem Tollitätenpaar den Schlüssel zu übergeben.
Doch das reichte nicht, denn für die Macht musste noch der Stadtschlüssel erobert werden. So zogen die mehr als tausend Narren auf den Plan, wo die Stadtspitze sich hinter den Stadtsoldaten auf der Treppe des ehemaligen Rathauses verschanzt hatte.
Hier residierte im 19. Jahrhundert der Koblenzer Oberbürgermeister, dann die Feuerwehr und jetzt das DRK. „Die wissen gar nicht, dass hier mein Büro nicht ist“, spottete Oberbürgermeister David Langner beim Angriff der Narren und weiter: „die kommen ja mit Rasenmäher.“
Mit den dahinter installierten Konfettikanonen „neutralisierten“ die Narren bildlich die Stadtspitze, indem sie deren Bilder auf einem Turm abschossen. Es gab aber noch eine Hürde: Eine Mauer (Kartons) und die zur Verteidigung angetretenen Stadtsoldaten. Die hatten aber keine Chance gegen das Tollitätenpaar mit Gefolge und wurden einfach „überrollt“.
Oberbürgermeister David Langner, der als Feuerwehrmann angetreten war, musste schließlich den Stadtschlüssel und damit auch die Macht an die Narren übergeben. Dennoch freute sich Langner: „Ich habe jetzt fünf Tage Sonderurlaub...“ HEP
Mit der Kanone Dicke Tina wurde das alte Rathaus sturmreif geschossen. Foto: HEP
Auf dem Plan unterstützten über 1000 Narren den Sturm auf Rathaus. Foto: HEP
Die Sanitäter hatten erfolglos die Verteidigung der Bundeswehr Burg übernommen.
