Allgemeine Berichte | 24.04.2023

Stefan Marx aus der Grafschaft erhielt am 24.04.2013 eine lebenswichtige Stammzellenspende

„Meine Chance auf ein zweites Leben“

 Stefan Marx aus der Grafschaft war krank. Sehr krank. Im Alter von nur 25 Jahren erhielt Stefan die erschütternde Diagnose Blutkrebs. Heute, zehn Jahre später, ist er geheilt. Sein Retter kam aus Sachsen-Anhalt und heißt Marcel. Auch eine große Typisierungaktion mit 700 Teilnehmern fand Ringen statt. Heute blickt Stefan zurück auf die Erlebnisse der letzten Jahre, die er beinahe verpasst hätte. Denn genau heute vor zehn Jahren, am 24.04. 2023 erhielt er die lebenswichtige Stammzellenspende. In einem bewegenden Brief wendet er sich an die Öffentlichkeit um „Danke“ zu sagen. 

„Es ist jetzt schon 10 Jahre her, seit ich die für mich lebenswichtigen Stammzellen bekommen habe: Es war Mittwoch der 24.04.2013, gerade lief Dortmund gegen Real Madrid im Fernseher, da ging die Tür auf und da kamen sie ganz unscheinbar in einem kleinen Beutel und wurden mir über den Tropf gegeben: die Stammzellen. Das war meine Chance zum Weiterleben. Seit diesem Tag darf ich meinen zweiten Geburtstag feiern. Was war passiert? Im Alter von 25 Jahren bin ich an Blutkrebs erkrankt. Die Diagnose erhielt ich am 13.03.2013: MDS (Myelodysplastisches Syndrom). Eine Blutkrankheit, die zur Folge hat, dass die lebenswichtige Produktion von roten Blutkörperchen zum Stillstand kommt. Die roten Blutkörperchen sind für den Sauerstofftransport im Körper zuständig. Die Überlebenschance wurde bei mir als sehr schlecht eingestuft. Deshalb kam für mich nur eine Stammzelltransplantation in Frage.

Große Solidarität

Meine Freunde und KameradInnen der Freiwilligen Feuerwehr haben einen Weg gesucht, mich in dieser schwierigen Situation zu unterstützen und haben deshalb im April 2013 eine Typisierungsaktion in Grafschaft-Ringen unter dem Motto „Gemeinsam für Stefan und andere“ organisiert. Durch den Einsatz von vielen helfenden Händen war die Typisierung ein voller Erfolg: Rund 700 neue potenzielle Spender wurden in die Datei bei der DKMS aufgenommen. Die riesige Bereitschaft zu helfen war größer als es das Wort „Danke„ jemals ausdrücken kann. Es war für mich und meine Familie kaum in Worte zu fassen. Leider war es mir aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich an der Aktion teilzunehmen. Das Risiko einer Infektion war viel zu hoch. In sämtlichen Spenderdateien wurde nach meinem genetischen Zwilling gesucht, nach langer Suche gab es tatsächlich einen Treffer. Damit gab es für mich überhaupt die Möglichkeit, der Krankheit den Kampf anzusagen und die Behandlungen anzutreten. Eine Genesung stand in weiter Ferne. Höchste Vorsicht war geboten: Um den Erfolg nicht zu gefährden, haben sich für mich in dieser Zeit kaum Kontaktmöglichkeiten ergeben.

Zwei prägende Jahre 

Der Heilungsprozess nahm 2 Jahre in Anspruch. Mein Ziel war, wieder an einem normalen Leben teilnehmen zu können. Zwei Jahre, die mich geprägt haben. Grundsätzlich darf in den ersten Jahren zwischen Spender und Empfänger kein Kontakt erfolgen. Nach dieser Zeit und der Zustimmung des Spenders, durfte ich meinen Lebensretter Marcel kennenlernen. Er hat mir durch seine Spende die Chance auf ein zweites Leben geben. Marcel wohnt im Bundesland Sachsen-Anhalt und hatte sich bereits vor meiner Erkrankung typisieren lassen. Mit Marcel habe ich nicht nur meinen Blutszwilling kennengelernt, sondern einen sehr guten Freund gewonnen. Wir sind im regelmäßigen Kontakt und haben uns bereits mehrmals getroffen. Wie sieht mein Leben aktuell aus? Ich bin immer noch Firmenkundenberater bei einer Volksbank, allerdings nicht mehr vor Ort in Bad Neuenahr. Die Liebe meines Lebens hat mich in die Pfalz geführt. Ich bin verheiratet und glücklicher Vater von zwei Töchtern. Diese Chance auf ein zweites Leben ist nicht nur meinem Stammzellspender zu verdanken, sondern allen Personen, die mich unterstützt und an mich geglaubt haben.

Spender werden immer gesucht

Deshalb geht ein ganz besonderer Dank an meine Eltern und meine Familie, an meine Freunde, die KameradInnen der Freiwilligen Feuerwehr, meine ehemaligen Kollegen und all die Menschen, die mich in der Zeit unterstützt haben. Jetzt in diesem Moment kämpfen gerade andere Menschen hier in Deutschland und weltweit gegen Blutkrebs. Laut DKMS erhält in Deutschland alle 12 Minuten ein Mensch die niederschmetternde Diagnose Blutkrebs, weltweit alle 27 Sekunden. Viele davon sind ebenfalls auf eine Stammzellspende angewiesen. Damit auch sie die Chance auf ein zweites Leben haben, gilt das Motto: „Mund auf gegen Blutkrebs - Stäbchen rein, Spender sein.“ (DKMS). Bspw. bei der DKMS kannst du dir direkt im Internet ein Registrierungsset bestellen (www.dkms.de/aktiv-werden/spender-werden). Womöglich kannst auch du Lebensretter sein, also leg los!“- Stefan Marx

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Kommentare
25.04.202309:26 Uhr
Malte Hofmeister

Stefans Geschichte ist ein echtes Beispiel für den Wert von Zusammenhalt und Solidarität. Es zeigt, wie wichtig es ist, für einander da zu sein und wie viel man gemeinsam erreichen kann. Die Freiwillige Feuerwehr und all die anderen Helfer, die diese Typisierungsaktion ins Leben gerufen haben, beweisen, dass Mitgefühl und Zusammenarbeit Leben retten können.

Aber mal ehrlich, sollte es nicht normal sein, dass wir uns gegenseitig helfen? Wir leben in einer Gesellschaft, in der zu oft jeder nur an sich selbst denkt. Stefans Schicksal erinnert uns daran, dass wir alle irgendwann auf die Hilfe anderer angewiesen sein könnten. Es ist an der Zeit, dass wir uns auf die wirklich wichtigen Dinge im Leben besinnen und uns für das Wohl unserer Mitmenschen einsetzen.

Macht mit und lasst euch typisieren, um anderen die Chance auf ein neues Leben zu ermöglichen! Die DKMS und andere Organisationen machen es uns leicht, uns als potenzielle Stammzellspender zu registrieren.

24.04.202319:35 Uhr
Silvana

Was für eine berührende Geschicht... Alles Gute Herrn Marx aber auch für seinen Spender Marcel!

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