Allgemeine Berichte | 10.03.2026

Philosophisches Gespräch am Gymnasium Calvarienberg

Metaphysik im Licht des christlichen Glaubens

Abiturienten im Gespräch mit Dekan Strauch.

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Am Gymnasium Calvarienberg schloss Ende Februar der Philosophie-Kurs der MSS 13 seine Unterrichtsreihe zur Metaphysik mit einem besonderen Höhepunkt ab.

Zu Gast war Dekan Peter Strauch aus dem Pastoralen Raum Bad Neuenahr-Ahrweiler, der einen lebendigen Dialog zwischen Philosophie und christlicher Theologie mit den Abiturient/innen führte.

Im Zentrum stand die Frage, wie sich Geschichte verstehen und deuten lässt – und welche Rolle Glaube, Freiheit und Verantwortung dabei spielen.

Die Schüler präsentierten zunächst Modelle der Geschichtsphilosophie nach Popper, Vico, Kant und Marx. Während Popper die Idee einer einheitlichen Menschheitsgeschichte in Frage stellt, beschreibt Vico einen Zyklus von Aufstieg, Dekadenz und Neubeginn. Kant und Marx entwerfen dagegen lineare Entwicklungen, die Vernunftentfaltung und dialektischen Fortschritt in Aussicht stellen.

Dekan Strauch betonte, es gebe kein „christliches Modell“ im strengen Sinn, wohl aber die Hoffnung auf ein gutes Ende der Geschichte in Gott. Freiheit des Menschen und göttliche Vollendung stünden dabei in einem spannungsreichen, aber sinnstiftenden Verhältnis.

Auf die Frage der Schüler nach dem „Ende der Geschichte“ verwies Strauch auf eine Vollendung, die in der Liebe Gottes und der persönlichen Hingabe ihren Ort findet. Diese Perspektive präge auch das Handeln in der Gegenwart: „Bei allem, was du tust, bedenke das Ende.“ Das Reich Gottes sei keine Utopie, sondern Maßstab, der Sinn, Moral und Vernunft trägt – auch wenn einzelne Epochen als sinnlos erfahren werden. Der Kurs diskutierte zudem die Verstrickung von Religion und Kriegen, wobei Pfarrer Strauch feststellte, dass Glauben und Liebe nicht erzwungen werden können und Missbrauch religiöser Sprache Machtinteressen dient. Mit Blick auf aktuelle Politik erkannte der Philosophiekurs, dass radikale Vereinnahmungen christlicher Werte kritisch zu prüfen seien. Ein Beispiel sei die Selbststilisierung politischer Akteure als „Messias“, die dem Christentum widerspreche und dem Glauben schade. Abschließend kamen die Abiturienten zu dem Schluss, dass Metaphysik Orientierung geben, weil sie kritisches Denken und Glauben verbindet – gerade in unsicheren Zeiten.

Abiturienten im Gespräch mit Dekan Strauch. Foto: Dr. Annette Gies

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