Allgemeine Berichte | 09.11.2017

Krankheit des Kindes lässt sich einfach in den Familienalltag integrieren

Miras Alltag mit Diabetes

Natascha Springer mit ihren fünf Kindern, darunter die sechsjährige diabeteskranke Mira (im rosa T-Shirt). Bunter Kreis

Region. Mira Springer wohnt in einem Dorf mitten im schönen Westerwald. Die Haustür der Familie steht den ganzen Tag über offen, Kinder tummeln sich im Hof, auf der Wiese, im Wohnzimmer – eigentlich überall. Dazwischen ein Hund - nur zur Pflege - und inmitten all dieser Kinder wacht Natascha Springer, Mutter von fünf Kindern. Es ist wuselig, ihre Kinder sehr lebendig und können fast alle von einem schlimmen Unfall, von einer Krankheit erzählen. Thema aber ist die sechsjährige Mira und wie sie und ihre Familie mit der Erkrankung umgehen. Vor einigen Monaten stellte der Kinderarzt die Diagnose Diabetes, und Mira verbrachte mit ihrer Mutter zwei Wochen in der Asklepios Kinderklinik in Sankt Augustin. Ja, die Eltern waren traurig, geschockt, aber dann auch erleichtert, dass es „nur“ Diabetes und nichts Schlimmeres war.

Integration in den Familienalltag

„Ich wusste spätestens nach den Schulungen in der Klinik, dass sich Diabetes einfach in unseren Familienalltag integrieren lässt“, so Mama Natascha. Einziges Problem bis heute ist das Thema Süßigkeiten, denn nun müssen die anderen Rücksicht auf ihre Schwester nehmen und entweder heimlich oder nur mäßig Süßes naschen.

Fünf Tage bekam Mira wegen des zu hohen Zuckergehaltes im Blut Infusionen, dann konnte sie auf eine Insulinpumpe eingestellt werden, die sie an einem Bauchgurt mit sich trägt. Den Katheter wechselt die Sechsjährige nach dem Duschen alleine, die Mutter muss nur noch kontrollieren. Das bedeutet, dass sich dieses kleine quirlige Mädchen alle zwei bis drei Tage die Nadel aus dem Bauch zieht, wäscht und sich anschließend auf ihr Bettchen setzt, um sich allein eine neue Nadel in den Bauch zu pieken. Ihre Pumpe kann sie inzwischen auch halbwegs bedienen und ihre Werte alleine messen. Die Mahlzeiten im Kindergarten musste anfangs die Mutter bereitstellen, inzwischen aber hat die Augustiner Kinderklinik das Kitapersonal geschult, sodass Miras Alltag relativ reibungslos verlaufen kann.

Gute Erfahrungen in Sankt Augustin

Die Kinderklinik im weit entfernten Sankt Augustin hatte Familie Springer gewählt, weil hier Paula, die jüngste Tochter, gerade entlassen wurde und die Familie sehr zufrieden mit der Klinik ist. Paula war zuhause aus einem in acht Meter Höhe gelegenen Fenster gestürzt und hatte sich Augen-, Schädel- und Hirnhautverletzungen zugezogen. Und hier wurde einer von Leons vielen Knochenbrüchen mit einem Fixateur behandelt. Der 11-jährige Leon ist der einzige Junge unter den Geschwistern. Vanessa (12) und Jana (10) scheinen mit den normalen Kinderkrankheiten und –verletzungen noch recht glimpflich davon gekommen zu sein. Wie gut, dass durch den Alltag in der Großfamilie mit so aktiven und aufgeweckten Kindern eine Diabetes-Erkrankung eher zur Nebensache wird. Die Krankheit wird mitgenommen wie ein Schnupfen und das tut allen in der Familie gut.

Normaler Alltag

Mira trägt eine schicke Einhorn-Tasche um den Bauch, aber ansonsten lebt sie das ganz normale Leben eines sechsjährigen Mädchens. Mama Natascha trägt mit ihrem ruhigen und freundlichen Wesen dazu bei, dass alle gesehen werden, keiner zu kurz kommt, die Älteren ihre Pubertät ausleben dürfen, während die Kleineren von ihrer Löwenzahn-Sand-Suppe kosten und Nachbarskinder im Wohnzimmer der Familie spielen. Wenn dann abends Papa Jörg von der Arbeit kommt, wird es allmählich ruhiger im Haus und Natascha gönnt sich eine winzig kleine Verschnaufpause.

In der Kinderklinik lernte die Familie den Bunten Kreis Rheinland kennen. Dagmar van den Berg im Team Koblenz übernahm die sozialmedizinische Nachsorge für Mira nach ihrer Entlassung. Sie setzte sich zunächst mit der Krankenkasse wegen einer Insulinpumpe für Mira in Verbindung. Wichtig für die Mutter waren die mühsamen Gespräche mit der Grundschule, die Mira ab Sommer 2017 besucht. Dagmar van den Berg begleitete die Mutter zu mehreren Besprechungen in die Schule, denn lange Zeit blieb unklar, ob die Schule einen Integrationshelfer für Mira einstellen oder ob die Mutter ihre Vormittage in der Klasse verbringen würde. „Das habe ich aber gleich abgelehnt“, so Natascha Springer, „denn Mira würde so nur einen Sonderstatus bekommen, den ich für sie nicht möchte.“ Mira stünde sowie schon oft genug im Mittelpunkt, weil ihre Erkrankung viel mütterliche Aufmerksamkeit erfordere. Und die Mutter im Klassenzimmer wäre für Miras Selbstständigkeit eher hinderlich.

Miras Selbständigkeit soll unterstützt werden

Inzwischen gibt es von der Schule das Signal, die zuständigen Pädagogen ebenfalls einer Diabetes-Schulung in der Augustiner Kinderklinik zu unterziehen. „Gern begleite ich Mira in den ersten Schuljahren noch auf Klassenausflüge, und natürlich bin ich im Notfall in ein paar Minuten in der Schule“ meint die Mutter. Aber sie möchte bald wieder ihrer Halbtagsbeschäftigung nachgehen und ist froh über die Kooperationsbereitschaft der Schule. Andreas Kuhn, Sozialpädagoge beim Bunten Kreis Team Koblenz, half der Familie bei der Beantragung eines Schwerbehindertenausweises und eines Pflegegrades für Mira. Als Mitarbeiter im Projekt „Geschwisterkinder“ konnte er der Familie die verschiedenen Freizeitangebote für diese oft stark belasteten Kinder näherbringen. Bei diesen eintägigen Veranstaltungen oder Ferienfreizeiten haben die Geschwister kranker Kinder die Möglichkeit, einmal ganz ungestört spielen, toben oder einmal im Mittelpunkt stehen zu können. Andererseits haben sie hier die Chance, gemeinsam mit den betreuenden Sozialpädagogen Strategien zu erarbeiten, um mit ihrer besonderen Lebenssituation besser umgehen zu können.

Natascha Springer mit ihren fünf Kindern, darunter die sechsjährige diabeteskranke Mira (im rosa T-Shirt). Foto: Bunter Kreis

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Lena: Diversität ist wichtig: Der Wolf reguliert Überpopulationen ( z.B. Schwarzwild, Rehwild). Für schlecht geschützte Herdentiere sind die Besitzer verantwortlich.
  • Peter 1: Trotzdem ist der Wolf hier vollkommen überflüssig.
  • Walter Miller : Ein verpixeltes Bild von der durch den Wolf getöteten Ziege. Was will man damit ausdrücken ? Das ein Wolf besonders grausam ist ? Er ist ein Geschöpf der Natur - nicht mehr und nicht weniger. Im Gegensatz zu den 467.000 Jägern in Deutschland.
  • Michael Geiger, 56337 Eitelborn: Michael Geiger, Leider kann ich die Losnummern aus der Ziehung vom 28.03.26 im Globus Bubenheim nicht finden.. Warum nicht
  • Dietmar Gläsener: Leider kann ich meine Gewinnlos Nummern , Ziehung vom 28.03.26 im Clobus in KO-Bubenheim nicht abrufen im Internet. Woran liegt es? D. Gläsener, 56237 Nauort
  • S. Bastian: Herr Winkelmann, Sie werden doch ihren eigenen Artikel kennen. Zitat: "Verbandsbürgermeister Jan Ermtraud machte in einer Rede deutlich, dass die Maßnahmenliste einerseits das Ergebnis eines vertrauensvollen...
  • Andreas Winkelmann: Hallo Frau Roth, von "vertrauensvoll" steht nichts im Bericht. Und die veränderte Maßnahmenreihenfolge ist ausdrücklich erwähnt. Gleich zu Anfang ist auf die dem Ratsinformationssystem zu entnehmenden Details verwiesen, wo u..a.
  • Dagmar Both: Guten Morgen Herr Winkelmann, herzlichen Dank für ihre Berichterstattung. Wenn sie von einer vertrauensvollen Abstimmung im Abstimmungsprozess zum Sondervermögen berichten, - dann gilt dies leider nicht für die Freien Wähler.
Rund ums Haus
Kreishandwerkerschaft
Innovatives rund um Andernach
Auftrag, Nr. AF2025.000354.0, April 2026
Kreishandwerkerschaft
Rund ums Haus
Container Anzeige
Imageanzeige - Ostern
Stellenanzeige Kita
Empfohlene Artikel
Schülerinnen und Schüler der Bienenklasse 3c der KGS Meckenheim sind am Standort Meckenheim der Bücherbrücke in die Bücher vertieft. Foto: Stadt Meckenheim
31

Meckenheim. Die Bücherbrücke Meckenheim/Alfter verzeichnet eine rege Nutzung durch Kindertagesstätten und Schulen im Rahmen der Leseförderung. Unter den teilnehmenden Einrichtungen befinden sich unter anderem Blütentraum, Hüppekästchen, Rasselbande und zahlreiche weitere Kindertagesstätten. An beiden Standorten der Bücherei steht der Mittwochvormittag im Zeichen der Vorschulprogramme, bei denen die Kinder bib(liotheks)fit gemacht werden.

Weiterlesen

Mit 17 Anträgen zur Neuaufnahme in diesem Jahr wurde fast der Spitzenrekord von 2020 geknackt.
49

Leutesdorf. Pascal Berger, Vereinsvorsitzender begrüßte alle Anwesenden zur Jahreshauptversammlung am 28. März und es wurde nach Feststellung einer ordnungsgemäßen Einladung und Bekanntgabe der Tagesordnungspunkte eine Gedenkminute den Verstorbenen gewidmet.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Die Verkehrssituation an der Aloisius-Grundschule stresst die Anwohnerschaft. Foto: ROB
2284

Immer wieder kommt es zu kritischen „Manövern“: Auch die Stadtverwaltung sieht zunehmende Belastung:

HeimatCheck: Ahrweiler: Eltern-Taxis stressen alle

Ahrweiler. Seit mehreren Jahren steht die Aloisius-Grundschule vor einer wachsenden Herausforderung: dem zunehmenden Verkehrsaufkommen durch sogenannte „Elterntaxis“. Leser von BLICK aktuell berichten, dass sich die Situation trotz wiederholter Hinweise und Appelle bislang nicht verbessert habe. Insbesondere zu den morgendlichen Bringzeiten sowie am Mittag beim Abholen der Kinder kommt es regelmäßig zu kritischen Verkehrssituationen rund um das Schulgelände.

Weiterlesen

Symbolbild. Foto: Adobe Stock
133

Bonn. Am kommenden Samstag (04.04.2026) findet in Beuel und in der Bonner Innenstadt der „Bonner Ostermarsch 2026“ statt. Zu dieser Friedensdemonstration erwarten die Veranstalter rund 500 Teilnehmende. Die Versammlung beginnt um 13:00 Uhr auf dem Mirecourtplatz am Beueler Rheinufer. Von dort aus ist folgender Aufzugsweg vorgesehen:

Weiterlesen

Kreishandwerkerschaft
Essen auf Rädern
Mülltonnen -Reinigung, bis auf Widerruf
Kreishandwerkerschaft
Alles rund ums Haus
Fahrer gesucht (m/w/d)
Kleinanzeigen
Innovatives rund um Andernach
Innovatives rund um Andernach
Titel
Vortrag: Arthrose des Hüft- und Kniegelenk
Osterangebot
Anzeige KW 14
Feierabendmarkt Bad Neuenahr / o.B. Sponsoring
Anzeige Lange Samstage
Stellenanzeige