Allgemeine Berichte | 23.06.2026, 11:38 Uhr

Hubschrauber-Crew kontrolliert im Auftrag der evm-Gruppe die Mittelspannungsfreileitungen zwischen Eifel und Westerwald

Mit dem geschulten Blick von oben für sichere Stromnetze

Noah Bach (links) und Niclas Hauffe besprechen die Flugroute, bevor sie vom Flugplatz Ailertchen aus zur Befliegung der Mittelspannungsleitungen starten
55

Koblenz/Westerwald/Eifel. Wenn Noah Bach und Niclas Hauffe in die Luft gehen, ist das kein Zeichen schlechter Laune, sondern hoch konzentrierte Präzisionsarbeit. Im Auftrag der Energienetze Mittelrhein (enm) inspizieren die beiden aktuell per Helikopter die Mittelspannungsfreileitungen zwischen Eifel und Westerwald. Ihr Ziel: mögliche Schäden frühzeitig erkennen, bevor sie zu Störungen führen. Während Pilot Noah Bach den Hubschrauber zielsicher entlang der Trassen steuert, prüft Niclas Hauffe aufmerksam Leitungen, Masten und umliegenden Bewuchs.

Früherkennung aus der Luft

Was für viele nach einem außergewöhnlichen Einsatz klingt, ist ein wichtiger Beitrag zur stabilen Energieversorgung. Denn Hubschrauber kommen nicht nur in Rettungseinsätzen zum Einsatz, sie sind auch ein wertvolles Instrument für Netzbetreiber. „Durch regelmäßige Befliegungen erkennen wir potenzielle Schwachstellen frühzeitig und können ungeplante Stromausfälle vermeiden“, erklärt Uwe Kaltbeitzer, zuständiger Fachbereichsleiter bei der enm. „So sichern wir die Zuverlässigkeit unseres Netzes.“ Beim aktuellen Einsatz geht es um nicht weniger als 796 Kilometer Mittelspannungsleitungen und 5.552 Strommasten.

Präzisionsarbeit in niedriger Höhe

Start- und Landeplatz für die Einsätze ist der Flugplatz in Ailertchen (VG Westerburg). Von hier aus hebt Noah Bach mit seinem schwarzen Helikopter ab und steuert gezielt einzelne Leitungsabschnitte an. Ziele sind sowohl Orte im Kreis Ahrweiler, im Großraum Koblenz sowie im Westerwald. Orientierungspunkt ist jeweils ein bestimmter Mast – von dort orientiert er sich am Verlauf des Leitungsseils. Der Flug verläuft dabei in konstantem Auf und Ab, in nur drei bis vier Metern Abstand zur Leitung. Eine anspruchsvolle Aufgabe, die höchste Konzentration erfordert. „Eine gute Kommunikation ist das A und O“, betont Bach. „Eigentlich reden wir die ganze Zeit miteinander.“ Das eingespielte Team legt Wert auf maximale Sicherheit und Präzision.

Jeder Schaden zählt

Während des Fluges richtet sich die gesamte Aufmerksamkeit von Niclas Hauffe auf kleinste Auffälligkeiten. Ob Spechtschäden an Holzmasten, beginnende Fäulnis, Abplatzungen an Betonmasten, zu dichter Bewuchs oder Spuren von Blitzeinschlägen – nichts entgeht seinem geschulten Blick. Jeder Befund wird fotografisch dokumentiert. Die Aufnahmen sind mit GPS-Daten versehen, sodass die Netzexperten der evm-Gruppe die betroffenen Stellen später exakt lokalisieren und gezielt instand setzen können.

Sorgfältige Vorbereitung am Boden

So anspruchsvoll wie der Flug selbst ist auch die Vorbereitung. Die enm stellt der Crew der Firma Heli Transair aus Egelsbach detailliertes digitales Kartenmaterial bereit, in dem jeder Mast und jede Leitung exakt verzeichnet ist. Zudem holt Heli Transair im Vorfeld alle notwendigen Genehmigungen ein. Vor jedem Einsatz verschafft sich Pilot Bach einen genauen Überblick über die Strecke: Wo verlaufen Leitungen durch Wälder? Wo gibt es landwirtschaftliche Flächen oder Industrieanlagen? Besondere Aufmerksamkeit gilt Pferdehöfen. „Pferde reagieren sehr sensibel auf Helikopter“, erklärt der 24-Jährige. „Wenn wir Tiere sehen, steigen wir deutlich höher, um sie nicht zu erschrecken.“ Gerade im enm-Gebiet sei die Zahl der Reiterhöfe auffällig hoch.

Leidenschaft fürs Fliegen

Für Noah Bach ist jeder Einsatz auch ein Stück gelebter Traum. Seit einem Hubschrauber-Rundflug, den er mit elf Jahren geschenkt bekam, hat ihn die Faszination für das Fliegen nicht mehr losgelassen. Vor fünf Jahren machte er seine Leidenschaft zum Beruf und erwarb die Pilotenlizenz. „Fliegen macht mir einfach Spaß“, sagt er mit breitem Lächeln. Die Vielfalt begeistert ihn besonders: mal Rundflüge, mal besondere Chartereinsätze mit „Promis“ – und eben auch Einsätze, die entscheidend zur Sicherheit der Stromversorgung in der Region beitragen.

Pressemitteilung evm

Mit diesem schwarzen Helikopter führt das Team von Heli Transair die Kontorolle von knapp 800 Kilometer Leitungsnetz im nördlichen Rheinland-Pfalz durch.

Mit diesem schwarzen Helikopter führt das Team von Heli Transair die Kontorolle von knapp 800 Kilometer Leitungsnetz im nördlichen Rheinland-Pfalz durch. Foto: Sascha Ditscher.de / evm-gruppe

Noah Bach (links) und Niclas Hauffe besprechen die Flugroute, bevor sie vom Flugplatz Ailertchen aus zur Befliegung der Mittelspannungsleitungen starten Foto: Sascha Ditscher.de / evm-gruppe

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis – inkl. E-Paper
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Hausmeister, bis auf Widerruf
Anzeige Sonderpreis wie vereinbart
Kirmes in Miesenheim
Imageanzeige Dauerauftrag 10/2025
Bestellung Nr.: 4300003040-W100-606  / Kampagne Rheinschiene, KW 30-51
Empfohlene Artikel
Pünktlich vor dem zweiten Herbstferienwochenende in Rheinland-Pfalz gibt der ADAC Mittelrhein seine aktuelle Stauprognose für den 9. bis 11. Oktober heraus.
208

Rheinland-Pfalz. Am zweiten Ferienwochenende in Rheinland-Pfalz ist mit einer steigenden Staugefahr auf den deutschen Autobahnen zu rechnen. Darauf weist der ADAC Mittelrhein hin. Der Beginn der Herbstferien in Bremen, Niedersachsen, Sachsen, Schleswig-Holstein und Thüringen sowie die laufenden Ferien in Hessen und dem Saarland tragen zu einem erhöhten Verkehrsaufkommen bei. Besonders am Freitagnachmittag...

Weiterlesen

Die Ehrengäste vor einer fauchenden Dampflok.
59

Brohl. Ende des 19. Jahrhunderts nahmen Überlegungen Gestalt an, das Rheinstädtchen Brohl durch das Brohltal mit Oberzissen und Kempenich zu verbinden. Denn in Brenk und Kempenich wurde vulkanisches Gestein abgebaut, insbesondere Phonolith (wichtig für die Glaserzeugung), Tuffsteine, Bimsstein und Basaltschotter, das über den Rhein besser abtransportiert werden konnte. Die neugegründete „Brohlthal-Eisenbahngesellschaft“ begann 1898 mit dem Bau der 23,83 Kilometer langen Brohltalbahn.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Foto: Feuerwehr und Rettungsdienst Bonn
317

Bonn. Am Samstag, 10.10. um 03:27 Uhr meldeten mehrere Anrufer eine Rauchentwicklung aus einem Gebäude an der Thomastraße. Bei dem Objekt handelt es sich um ein viergeschossiges Wohngebäude, das als Wohnheim genutzt und in verschiedene Wohngruppen unterteilt wird. Das Gebäude befindet sich im rückwärtigen Bereich des Geländes des Prälat-Schleich-Hauses und wird vom Caritasverband betrieben.

Weiterlesen

Lukasmarkt in Mayen 2026 Festumzug
206

Mayen. Gelebte Tradition, ehrenamtliches Engagement und ein starkes Gemeinschaftsgefühl prägten den Auftakt des 621. Lukasmarktes in Mayen. Bei strahlendem Sonnenschein zog der traditionelle Festumzug durch die Innenstadt und bot den zahlreichen Besucherinnen und Besuchern ein farbenfrohes Bild.

Von Stefan Müller aus Mayen

Weiterlesen