Eröffnung des 50. Koblenzer Altstadtfestes mit Fassanstich an der Liebfrauenkirche
Moddersprochpreis an Stephan Otto verliehen
Koblenz. Das Koblenzer, Königsbacher Altstadtfest feiert dieses Jahr 2025 sein 50. Jubiläum. Ein stolzes Alter, wenn man bedenkt, wieviel Feste kommen und gehen. Das Altstadtfest hat seine familiäre Ausstrahlung bis heute behalten und besonders auf dem Platz vor der Liebfrauenkirche feiern viele Koblenzer gerne „Metenanner onner de Zwiwwelstärm!“ Das sagt eigentlich schon alles. Wer das versteht, der weiß dann auch, wo er sich befindet. Wer es nicht versteht, schaut steil nach oben und sieht die „Zwiwwelstärm“.
Thema Nummer eins war am Freitag Spätnachmittag auf der Bühne an der Liebfrauenkirche zuerst die Eröffnung des Altstadtfestes, dass wie immer mit dem Fassanstich durch Oberbürgermeister David Langner durchgeführt wurde. Der Platz vor der Bühne mit den Wein-, Bier- und Imbisständen war brechend voll. Su säht mo, wenn all do sinn. Neben vielen Gesichtern, die man nach langer Zeit endlich mal wieder sieht, begeistern sich auch viele Touristen für das sehr familiäre Ereignis, auch wenn sie nicht immer jedes Wort auf der Bühne richtig zuordnen können. Es gab schon sprachliche Verwechslungen die nicht immer stubenrein falsch verstanden wurden.
Auf der Bühne war aber auch volle Besetzung: Neben OB David Langner war noch Bürgermeisterin Ulrike Mohrs und die Abordnung der Großen Koblenzer Karnevalsgesellschaft GKKG vertreten. Daher auch der Name „Die Gruuße Bühn“ obwohl die Bühne eher zu den kleineren gehört. Die GKKG ist nicht nur verantwortlich für die Organisation des Altstadtfestes, sondern verdient auch in Zusammenarbeit mit anderen Interessenvertretungen ein großes Lob und Dankeschön für die Vorbereitung.
Quer durch die Altstadt zieht sich über den Münzplatz, den Brunnenhof Königspfalz zwischen Mehls- und Gemüsegasse, die Eltzerhofstraße, dem Jesuitenplatz und dem Josef-Görres Platz ein dreitätiges Programm mit viel Livemusik und kreativen Angeboten. Als nach einigen kurzen Begrüßungsworten der Fassanstich an dem alten Königsbacher Holzfass gelungen war und alle auf der Bühne mit ihren Steinkrügen zuprosteten, war das 50. Altstadtfest eröffnet. OB David Langner trug übrigens ein weisses T-Shirt mit der Aufschrift „KBLNZ“ was angeblich den Sinn und Zweck hat, dass die Stadt jetzt spart und dafür wurde das „O“ weggelassen!? So hat es zumindest jemand auf der Bühne gerufen.
Moddersprochpreis
Jetzt ergriff Manfred „Manni“ Gniffke das Wort. Er sprach die Laudatio für den diesjährigen Empfänger des Moddersprochpreises. Eigentlich war die Laudatio für Stephan Otto eher so unter dem Motto: Ich erzähle gerne viel über meinen Freund Stephan, aber ohne ihn auch etwas zu ärgern und einige unangenehmen Geheimnisse zu verraten, geht es einfach nicht. Die beiden haben schon viel gemeinsam im Karneval und für die Mundart unternommen, beide kommen natürlich aus der Altstadt und beide haben vor allem den richtigen Humor drauf. Zusammen starteten Sie vor einiger Zeit an der Uni Koblenz eine Initiative zum Erhalt der Koblenzer Mundart woraus ein Buch für Grundschüler in Mundart entstehen wird. Ausgezeichnet wird Stephan Otto, Sitzungspräsident beim katholischen Leseverein, Prinz Karneval für den Bornskrug vor Jahren. In der Eltzerhofstraße geboren. Spricht noch Platt. Trägt gerne Mundartgedichte von Richard Wilke vor. So die Kurzinfo von Laudator „Manni“. Anschließend bekam Stephan Otto von Christian Ferber feierlich den Moddersprochpreis überreicht.
In seiner Dankesrede trug Stephan dann noch ein selbstgeschriebenes Gedicht in Mundart vor mit dem Titel „Wer isset?“ Die oft gestellte Frage, wenn man durch die Stadt geht, trifft Leute und fragt sich „Wer isset?“. Nach dem offiziellen Teil an der Liebfrauenkirche ging es gemeinsam mit allen Gästen und kleiner Blasmusikkapelle einmal quer durch die Altstadtgassen mit Ende am Plan wo dann alle noch lange zusammen feierten. Zum goode Schluß noch Zitat aus Stephans Rede: „Moddersproch ist Kultur, Kultur sollen wir erhalten. Wer die Kultur verliert, verliert seine Idendität und wer keine Seele mehr hat, der ist am guten Schluß nur noch zu bedauern!“ In diesem Sinne „Tschö“!
Der Preisträger des Moddersprochpreis 2025 Stephan Otto (li.) mit Laudator Manfred Gniffke.
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