Allgemeine Berichte | 20.05.2022

Ensemble „Musici di Sayn“ spielte in Abteikirche Bendorf-Sayn

Musikalische Zeitreise ins Barock

Das Ensemble „Musici die Sayn“. Foto: privat

Bendorf-Sayn. Endlich wieder ein richtiges Konzert. Das Ensemble „Musici die Sayn“ bot in der Abteikirche Bendorf-Sayn eine Zeitreise ins Barock, kunstvolle Musik für Traversflöten, Violoncello und Cembalo.

Die Instrumente ausgetauscht hatte Martin Wolff, Mediziner und Musiker aus Andernach. Statt Skalpell führte er die Flöte neben Ulrike Friedrich, Traversflöte. Der volle, warme Klang beider Instrumente war gleich zu Beginn beim Divertimento in G-Dur op. 3,4 von Anna Bon di Venizia zu hören, einer musikalischen Rarität. Johannes Geffert, Cembalo, der auch diesmal mit seiner aufschlussreichen und freundlichen Moderation durch das Programm führte, nannte Anna Bon di Venezia „die Grande Dame des Barock“. Sie trug den Ehrentitel „Virtuosa di Musica di Camera“. Trotz eines erfolgreichen Lebens als weitgereiste Sängerin, Cembalistin und Komponistin verlieren sich ihre biografischen Spuren im Dunkeln, führte Geffert aus.

Einen ganz anderen Charakter hat die Musik von Georg Philipp Telemann, dessen Sonata in E-Moll als zweites Stück von Mizuki Ideue, Violocello, und Johannes Geffert, Cembalo, dargeboten wurde.

Mit Pierre Danica Phildor und der Suite I in G-Dur wurde das Auditorium nach Frankreich entführt, eines jener geistlichen Konzerte, die an großen kirchlichen Feiertagen aufgeführt wurden. Rhythmus gebend das Cello von Mizuki Ideue, tänzerisch die beiden Flöten von Ulrike Friedrich und Martin Wolff mit Johannes Geffert am Cembalo.

Das Cembalo als Partner der Flöte, Ulrike Friedrich und Johannes Geffert, war in der Sonata in G-Dur von Franz Benda zu hören.

Eigentlich wurden „Die verliebte Nachtigall“ und „Die Nachtigall als Gewinner“ von Francois Couperin fürs Cembalo geschrieben. Doch man kann Johannes Geffert nur zustimmen, dass die Blockflöte, Martin Wolff, besser zum Nachtigallen-Gesang passt, wobei das Cembalo ihren Gesang begleitete.

Die Troisonate von Christoph Schaffrath, im Beliner Stil geschrieben, bildete als eine weitere Rarität den Abschluss dieses bezaubernden Konzertes, für das sich das Publikum mit großem Applaus bedankte.

Und als Zugabe präsentierte das Ensemble – zwei Traversflöten, Cello und Cembalo – den 1. Satz aus der Sonate für Blockflöte, Traversflöte, Violoncello und Cembalo von Johann Joachim Quantz, dem Flötenlehrer von Friedrich dem Großen.

Und da Barock und Feiern einfach zusammengehören, waren die Gäste zum ersten Mal wieder zu einem kostenlosen Umtrunk bei Wein und Saft in den Kreuzgang eingeladen. So wurden den Ohrenfreuden kleine Gaumemfreuden hinzugefügt.

Musikalisch geht es schon bald in der Abteikirche Bendorf weiter mit den „Internationalen Orgelkonzerten“, die Johannes Geffert am Freitag, 15. Juli 2022, um 19:00 Uhr eröffnen wird. In Folge werden immer freitags am 29. Juli Johannes Quack aus Köln, am 12. August Vita Kalnciema aus Riga, am 26. August Hanna Dys aus Danzig und am 9. September 2022 Norbert Düchtel aus Regensburg zu hören sein.

Das Ensemble „Musici di Sayn“ wird sich am Sonntag, 9. Oktober 2022, um 17:00 Uhr zum Herbstkonzert wieder die Ehre geben.

Weitere Informationen: Tel. (01 77) 5 99 65 21.

Das Ensemble „Musici die Sayn“. Foto: privat

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