Allgemeine Berichte | 13.09.2025

Wolf soll Mutterschaf auf Weide am Walderlebnispark Kempenich gerissen haben

Nach mutmaßlichem Wolfsriss in Kempenich: Sachverständiger nimmt Proben zur eindeutigen Klärung

Eindeutige Bissspuren deuten auf den Beutegreifer hin. Foto: GS

Kempenich. Hat ein Wolf ein Mutterschaf auf einer Weide unweit des Walderlebnisparks Kempenich gerissen? Alle am Kadaver im Revier von Claus Frankenheim gesichteten Spuren deuten darauf hin. Einer seiner Mitjäger hat das gerissene Tier bei seiner täglichen Revierrunde gefunden. Wie Frankenheim gegenüber BLICK aktuell berichtete, muss der mutmaßliche Wolf „das Muttertier in einem Gatter eines Nebenerwerbsschäfers gerissen und dann rund 100 Meter in den Wald geschleppt haben“. Von den beiden Lämmern, die in drei Wochen das Licht der Welt erblickt hätten, fehlt jede Spur. Insgesamt seien jedoch drei Schafe abgängig. „Ob die beiden anderen Schafe auch gerissen wurden, wissen wir nicht“, so Frankenheim, der vor Ort auch Ortsbürgermeister Dominik Schmitz informierte. Auch ein Sachverständiger des Koordinationszentrums Luchs und Wolf war extra angereist, um DNA-Proben zu nehmen. Diese werden vom Senckenberg-Institut in den nächsten Wochen ausgewertet, um den Hergang eindeutig zu klären und zu ermitteln, ob derselbe Beutegreifer schon andernorts zugeschlagen hat.

Fakt ist, dass in jüngster Vergangenheit ein Wolf oder gar ein Rudel im Gebiet der Verbandsgemeinden Brohltal und Altenahr schon mehrfach Tiere gerissen hat. Im extremsten Fall waren es 13 Stücke Damwild in einem Gatter in Kempenichs Nachbarort Spessart. Fakt ist aber auch, dass der Nebenerwerbsschäfer so ziemlich auf seinen Kosten sitzenbleibt. Neben dem Verlust des Muttertieres und der beiden Lämmer kommen noch die Kosten für die gesetzlich vorgeschriebene Entsorgung in einer Tierkörperbeseitigungseinrichtung hinzu. „Das wird dann schon vierstellig“, sagte der Schäfer, der nicht genannt werden will, zu Blick aktuell.

Ortsbürgermeister Dominik Schmitz sieht durch die zunehmenden Wolfsattacken auf Nutztiere auch die Kommunen vor Probleme gestellt: „Denn wer pachtet in Zukunft noch ein Revier, in dem ein Wolf sein Unwesen treibt?“ Und er hofft, dass Beutegreifer zumindest den Walderlebnisparkt meiden, denn dort gehe es durch Publikumsverkehr doch etwas lauter zu, und das schrecke die scheuen Tiere in der Regel ab. GS

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