Allgemeine Berichte | 07.09.2019, 10:04 Uhr

Begegnungsstätte :KERIT in Ahrweiler feierlich eröffnet

Ökumenisches Projekt für Menschen

Das Zentrum hilft einsamen, notleidenden Menschen mit Rat und Unterstützung

Das Organisations-Team vor dem Gebäude in der Ahrweiler Schülzchenstraße 11. Von links: Arl-Peter Gerigk, Josef Pratzner, Marion Eisler, Minna Bildhoff. Foto: privat
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Bad Neuenahr-Ahrweiler. Viel lokale Prominenz war gekommen zur offiziellen Eröffnung der Begegnungsstätte „:KERIT“. Die feierliche Einsegnung übernahmen der katholische Pfarrer Peter Dörrenbächer und sein evangelischer Kollege Friedemann Bach. „Hier sollen Menschen Hilfe und Ermutigung finden. Das ist die Aufgabe der Kirchen und des Christseins“, sagte Dörrenbächer. Hinter Kerit steht die Idee, dass die Besucherinnen und Besucher den Alltag im Haus selbst organisieren und so ihre Bedürfnisse und Fähigkeiten entdecken und entwickeln können. Unterstützt werden sie dabei von erfahrenen Sozialarbeitern und engagierten Ehrenamtlichen. Als Festredner sprach Professor Dr. Stefan Sell, der sich als Sozialwissenschaftler vorrangig mit Armutsforschung beschäftigt. In seinen Ausführungen legte er den Finger in so manche Wunde: Das Bild vom Ahrkreis als Ort des unbekümmerten Daseins in Wohlstand und guter Versorgung bekam Risse. Es wurde klar, warum ein Zentrum wie :KERIT für notleidende und einsame Menschen nötig ist. Laut Sell ist besonders die steigende Altersarmut ein Problem, dem sich Gesellschaft und Politik unbedingt stellen müssen. Oft gehe materielle Armut mit sozialer Armut einher. Maßgebliche Initiatorin des Projekts ist die Diplom-Sozialpädagogin Marion Eisler. Im Rahmen ihrer Arbeit bei der Ahrweiler Tafel habe sie viele Menschen getroffen, deren Potential brach liegt. „Mir war klar, dass hier praktische Hilfe notwendig ist, keine Beratung“, so Eisler in ihrer Rede. Als Vertreterin des Dekanats Ahr-Eifel unterstrich Dekanatsreferentin Andrea Kien-Groß noch einmal die erfolgreiche ökumenische Zusammenarbeit der beiden Konfessionen und appellierte an die zahlreichen Gäste, die Augen nicht zu verschließen, sondern sich zu kümmern. „Armut und Einsamkeit sind häufig versteckt. Schauen Sie hin!“, bat sie. Die Idee, dass alle Menschen Gottes Kinder sind und als sein Ebenbild wertvoll, sei hier in diesem Haus nicht nur Theorie. „Hier bekommt die Idee Hand und Fuß“, betont Andrea Kien-Groß. Der Name :KERIT ist Programm. Der Doppelpunkt vor dem Namen ist die freie Stelle. Das heißt: jeder ist willkommen. Die Buchstabenfolge steht für eine ganze Reihe von Begriffen wie Kommunikation, Engagement, Rat, Innehalten, Tun. Das Angebot ist vielfältig, dazu zählen gastliche Räumlichkeiten, Mittagstisch, alkoholfreie Getränke, Waschmaschinennutzung, Beratungsangebote und mehr. Die Nutzerinnen und Nutzer selber pflegen den Garten und die Räumlichkeiten. Träger des Projekts in der Schülzchenstraße 11 in Ahrweiler sind die evangelische Kirchengemeinde und die katholischen Pfarrgemeinden in Bad Neuenahr-Ahrweiler. Unterstützt werden sie von den kirchlichen Wohlfahrtsverbänden Diakonie und Caritas. Hinzu kommt die Förderung durch die Deutsche Fernsehlotterie. Zum Organisationsteam gehören neben Marion Eisler, der Diplom-Politologe Karl-Peter Gerigk, Minna Bildhoff und Josef Pratzner. Regelmäßig im Einsatz sind zudem viele ehrenamtliche Helferinnen und Helfer. Öffnungszeiten sind montags bis freitags von 12 bis 17.30 Uhr. Weitere Informationen gibt es unter der Tel. (0 26 41) 8 93 93 80 oder (01 76) 51 16 06 84.

Pressemitteilung

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Das Organisations-Team vor dem Gebäude in der Ahrweiler Schülzchenstraße 11. Von links: Arl-Peter Gerigk, Josef Pratzner, Marion Eisler, Minna Bildhoff. Foto: privat

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