Allgemeine Berichte | 24.11.2023

„Parlament des Handwerks“ sendet positive Signale

Die 48 Mitglieder der Vollversammlung, die sich sowohl aus Arbeitgeber- wie auch Arbeitnehmervertretern des Handwerks aus dem Kammerbezirk zusammensetzt, verabschiedeten wichtige Entscheidungen für die „Wirtschaftsmacht von nebenan“ im nördlichen Rheinland-Pfalz.  Fotos: HwK Koblenz / Dagmar Schweickert

Koblenz. Bei der Vollversammlung der Handwerkskammer (HwK) Koblenz, die in den Kongressräumen des Mensaneubaus am HwK-Standort August-Horch-Straße stattfand, wurde die Stärke des Handwerks in herausfordernden Zeiten betont. Die Fähigkeit zum Anpacken und Optimismus des Handwerks wurden in den Mittelpunkt gerückt. Aktuelle Herausforderungen wie Kriege, gestiegene Energiekosten, Lieferengpässe, Inflation und Fachkräftemangel wurden diskutiert.

Kurt Krautscheid, Präsident der HwK Koblenz, betonte, dass das Handwerk in der aktuellen Situation optimistisch bleibe und daran arbeite, die Füllstände des metaphorischen Glases zu verbessern. Die Vollversammlung war geprägt von ehrlichen Diskussionen, konkreten Handlungsempfehlungen und positiven Signalen.

Die Vollversammlung, das „Parlament des Handwerks“ im nördlichen Rheinland-Pfalz, tagt einmal jährlich und besteht aus 48 gewählten Mitgliedern, darunter Arbeitgeber und Arbeitnehmervertreter. Sie treffen wichtige Entscheidungen für die zahlreichen Handwerksbetriebe im Kammerbezirk.

Trotz der schwierigen gesamtwirtschaftlichen Lage, die durch die Herbstumfrage des Handwerks nicht widergespiegelt wurde, konnte das Handwerk positive Zahlen vorweisen. Die Kfz-Betriebe verzeichneten besonders gute Geschäftslagen, während die Baubetriebe mit Herausforderungen wie hohen Baupreisen und gestiegenen Zinsen konfrontiert waren. Dennoch gab es positive Signale, darunter eine Zunahme von 10 Prozent bei den Ausbildungsverhältnissen in den Bauhandwerken.

Entlastung der Betriebe gefordert

Wirtschaftsministerin Daniela Schmitt betonte die Notwendigkeit, das Handwerk wettbewerbsfähig zu halten. Sie forderte eine Entlastung der Betriebe von hohen Energiekosten und bürokratischen Auflagen. Die Förderung von Energieeffizienzmaßnahmen und erneuerbaren Energien wurde ebenfalls als Möglichkeit zur Senkung der Energiekosten genannt. Bürokratieabbau wurde als entscheidend für die Entlastung der Handwerksbetriebe hervorgehoben.

Joachim Noll, Arbeitnehmer-Vizepräsident der HwK, warb für die Nutzung des Programms „Jhnges Wohnen“ zur Förderung von Wohnraum für Studierende und Auszubildende im Handwerk. Er betonte auch die Bedeutung der Tarifbindung und die positiven Auswirkungen guter Arbeitsbedingungen im Kampf gegen den Fachkräftemangel.

Die Fachkräftesicherung ist eine wichtige Aufgabe für das Handwerk, und es wurden steigende Ausbildungszahlen und offene Lehrstellen verzeichnet. Die positive Nachricht über acht Bundessieger aus dem Koblenzer Kammerbezirk bei der „Deutschen Meisterschaft im Handwerk“ wurde ebenfalls hervorgehoben.

Abschließend wurde die Bedeutung von Künstlicher Intelligenz (KI) im Handwerk betont. KI wird bereits in verschiedenen Aktivitäten der HwK Koblenz eingesetzt und bietet Chancen zur Prozessoptimierung und Bewältigung von bürokratischen Aufgaben. KI wird als Werkzeug betrachtet, das das Handwerk unterstützt, anstatt es zu ersetzen. BA

HwK-Vizepräsident Joachim Noll (links), hier im Bild mit dem HwK-Hauptgeschäftsführer Ralf Hellrich, sprach für die Arbeitnehmervertreter im Handwerk.

HwK-Vizepräsident Joachim Noll (links), hier im Bild mit dem HwK-Hauptgeschäftsführer Ralf Hellrich, sprach für die Arbeitnehmervertreter im Handwerk.

Die 48 Mitglieder der Vollversammlung, die sich sowohl aus Arbeitgeber- wie auch Arbeitnehmervertretern des Handwerks aus dem Kammerbezirk zusammensetzt, verabschiedeten wichtige Entscheidungen für die „Wirtschaftsmacht von nebenan“ im nördlichen Rheinland-Pfalz. Fotos: HwK Koblenz / Dagmar Schweickert

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