Schützenbruderschaft Rheinbach
Parole: Niemals aufgeben!
Rheinbach. Motto: Niemals aufgeben! Unter diesem Motto arbeiteten die Mitglieder der St. Sebastianus und St. Hubertus Schützenbruderschaft 1313 Rheinbach e.V. in den letzten 30 Monaten nach der Hochwasserkatastrophe vom 14. Juli 2021 und der Pandemie für den Erhalt des Schützenanwesens und der Schützenbruderschaft. Bürgermeister Ludger Banken und die Stadtverwaltung Rheinbach haben unterstützend mit der Bruderschaft die Möglichkeiten ausgelotet, einen neuen Schützenplatz abseits des Gräbbaches und ohne Hochwassergefahr zu errichten. Der Planungshorizont dafür liegt noch in weiter Ferne.
Der Gedanke, den seit 1856 im Besitz der Schützenbruderschaft befindlichen Schützenplatz an der Schützenstraße aufzugeben, stand jedoch nie im Fokus der Bruderschaft. In der Zwischenzeit haben die Schützinnen und Schützen mit viel Elan, Mut und großem Aufwand den Hochstand wieder instand gesetzt. Bereits zweimal nach der Katastrophe konnte er wieder für die Ermittlung der neuen Majestäten anlässlich der Schützenfeste 2022 und 2023 genutzt werden. Auch die zur Tradition gewordene Ausrichtung des Narrenkönigsschießens für die befreundeten Karnevalsvereine mit der Ermittlung des Narrenkönigs der Kernstadt, das Sommerfest für die Mitglieder und Familien der Bruderschaft und die Ermittlung der Patronatsschützen konnten mit viel Herzblut in der von der Flut verschonten „Holzhalle“ auf dem Schützenplatz provisorisch wieder durchgeführt werden. Die Schützinnen und Schützen haben mit Unterstützung zahlreicher Helfer*innen in sehr vielen Stunden Eigenleistung die Schützenhalle entkernt.
Genehmigung für den Bau des Schützenplatzes
Das lange passive Warten, die Schützenhalle wieder instand zu setzen, zu reparieren und endlich wieder als Heimat für die Schützenfamilie, für Bürgerfeste, für viele Vereine und als Sportstätte nutzen zu können, hat nun bald ein Ende. Die Stadt Rheinbach und der Rhein-Sieg-Kreis haben die Genehmigung für den Bau des Schützenplatzes unter besonderen Auflagen erteilt. Die Bruderschaft hat den Bauämtern der Stadt und des Kreises dargelegt, wie die zuständigen Behörden in die Planungen zur Sanierung der Schützenhalle und der Sportanlagen einbezogen werden, um der Bruderschaft eine zukunftssichere Heimat zu geben. Die aktuellen baurechtlichen Bestimmungen und die sicherheitstechnischen Anforderungen an den Schießstandbau müssen eingehalten werden.
Auch hierfür hat die Bruderschaft Vorsorge getroffen. Architekt, Sachverständiger für Brand- und Hochwasserschutz und der Schießstandsachverständige wurden in die Planungen einbezogen, halfen bei der Überarbeitung und Fertigstellung. So konnte die Bruderschaft fristgerecht am 30. Juni 2023 mit Unterstützung der Stadt Rheinbach einen Antrag auf Förderung des Wiederaufbaus beim Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen stellen. Erste Rückfragen zum Antrag wurden bearbeitet und beantwortet. Nun gilt es für die Verantwortlichen der Bruderschaft, Angebote für die Gewerke einzuholen, um die Schützenhalle und die Sportanlagen wieder nutzbar zu machen. Hier sollen nach Möglichkeit vorrangig Rheinbacher Firmen angefragt und beauftragt werden.
Trotzdem konnten die Mitglieder wieder eine reichhaltige Mischung aus gesellschaftlichem und sportlichem Leben genießen. Der Besuch auswärtiger Bruderschaften und Schützenfeste im Bezirksverband Voreifel sowie des Bundesschützenfestes in Mayen, das gemeinsame Sommerfest „Rheinbacher Sommer“ mit dem Spielmannszug Rheinbach und der Prinzengarde oder der Besuch des Erntedankgottesdienstes des Diözesanverbandes Köln im Kölner Dom sind einige Beispiele dafür. Im Schießsport konnten die Rheinbacher Schützen bei Meisterschaften auf allen Ebenen bis hin zu den Deutschen Meisterschaften in München, Dortmund und Hannover gute Erfolge erzielen. Besonders stolz sind die Grünröcke auf ihren Erfolg beim Bezirksfest des Bezirksverbandes Voreifel. Im Oktober 2023 gelang es dem Rheinbacher Schützenkönig Marcel Eich mit viel Motivation, Trainingsfleiß und Nervenstärke die Konkurrenz aus den teilnehmenden Bruderschaften hinter sich zu lassen. Als neuer Bezirksschützenkönig vertritt er nicht nur die Rheinbacher Schützen, sondern auch den Bezirksverband als höchster Repräsentant.
Die Bruderschaft bedankte sich bei der Pfarrgemeinde St. Martin Rheinbach für die Möglichkeit der Nutzung des Pfarrzentrums zur Durchführung der Patronats- und Schützenfeste, bei der Schützenbruderschaft Meckenheim für die Nutzung des Schießstandes zum Training und Wettkampfbetrieb und beim NCR Blau-Gold für die Nutzung des Vereinsheimes.
710 Jahre Bruderschaftsgeschichte und Tradition, die von 1313 bis heute gute und schlechte Zeiten einschließlich zweier Weltkriege erlebt haben, werden mit Zuversicht, festem Willen und höchstem Engagement fortgeführt. Eine arbeitsintensive Zeit liegt vor den Mitgliedern der Bruderschaft, die sich gemeinsam und solidarisch mit anderen Vereinen, Firmen und Helfern dieser Herausforderung stellen wird. BA
