Allgemeine Berichte | 05.11.2024, 14:23 Uhr

THW-Einsatzübung „Enkeladus“: Ortsverband Cochem trainiert für den Ernstfall im Erdbebengebiet

Rettungsmaßnahmen und Teamarbeit unter realistischen Bedingungen

Für die Bergungsgruppe des Ortsverbandes ging es auf die Trümmerstrecke nach Lahnstein, wo eine in Folge des Bebens eingestürzte Wohnsiedlung simuliert wurde. Fotos: THW/Kerstin Sesterhenn
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Cochem. Unter dem Kosenamen Enkeladus, ein Gigant der griechischen Mythologie, welcher die Verkörperung der gewalttätigen und unberechenbaren Natur der Erde spiegelt, fand eine Einsatzübung des THW Ortsverbandes Cochem statt. Ein schweres Erdbeben im Rhein-Lahn-Kreis bildete das Szenario der Übung.

Auf zumEinsatzgebiet an der Lahn

Mit Alarmierung zog es alle Einsatzkräfte am Freitag um 17 Uhr in die THW-Unterkunft nach Cochem-Brauheck. Hier lag der erste Einsatzauftrag vor: Die Verlegung des gesamten Technischen Zuges in das Einsatzgebiet an die Lahn mit eigener feldmäßiger Unterbringung und Verpflegung. Die Einsatzleitung ging formal mit Entsendung der Einsatzkräfte vom Ortsbeauftragten in die Einsatzstruktur an den Zugtrupp (ZTr) über. Während die Fahrzeuge beladen und die persönliche Ausstattung nochmal gecheckt wurde, folgte direkt der zweite Einsatzauftrag für die Fachgruppe Wassergefahren (FGr W). Diese wurde unverzüglich in einen Einsatz nach Lahnstein entsendet. Hier galt es auf einer Trümmerstrecke Zuwegungen zu beräumen und Lasten fachmännisch zu bewegen. Gleichzeitig diente die Übung auch der eigenen Anwendungssicherheit im Umgang mit dem Ladekran sowie dem Zwei-Schalengreifer, welcher Ausstattung des erst kürzlich ausgelieferten Einsatzfahrzeuges der FGr W darstellt. Die Dunkelheit konnte dem lichtmäßig top ausgestatteten Fahrzeug nichts anhaben – die Aufgaben wurden gekonnt gemeistert, sodass gegen 21:30 Uhr der erste Auftrag abgearbeitet war.

Währenddessen verlegte die restliche Mannschaft aus der THW-Unterkunft Cochem-Brauheck auf den Sportplatz der Lahngemeinde Dausenau. Hier wurde durch die Fachgruppe Notversorgung und Notinstandsetzung (FGr N) mit personeller Unterstützung der Bergung eine feldmäßige Unterbringung errichtet – diese bestand aus umfangreicher Beleuchtung des Geländes, den Aufbau und die Einrichtung von Zelten, Feldbetten und einer Versorgungs- und Verpflegungsstelle. Ziel dieser Einsatzaufgabe war die Erprobung der eigenen Ausstattung zur Herstellung einer autarken Unterkunft. Der erste Abend der Übung endete mit der kulinarischen Verkostung verschiedener Einpersonenpackungen (EPA).

Nachdem die Nacht – auch dank der eingeteilten Nachtwache – friedlich verlief, sorgte Enkeladus ab 6 Uhr Samstagfrüh für eine Reihe weiterer Einsatzaufträge.

Für die Bergungsgruppe des Ortsverbandes ging es auf die Trümmerstrecke nach Lahnstein, wo eine in Folge des Bebens eingestürzte Wohnsiedlung simuliert wurde. Das sehr junge Team der Bergungsgruppe musste hier Fachwissen und Ideenreichtum zeigen, um den gestellten Anforderungen an die Suche und Rettung der Vermissten gerecht zu werden. Während Stemmarbeiten an der Oberfläche kam es sodann auch noch zu einem künstlichen Nachrutschen von Bauschutt. Hierbei wurde einer der eigenen Kameraden bei der Erkundung einer möglichen Zuwegung zu verletzten Personen durch die Kanalisation eingeschlossen. In gemeinsamer Teamleistung der Trupps konnte der verschüttete Helfer zeitnah befreit und aus den engen Rohren der Kanalisation gerettet werden.

Währenddessen hatten die Einsatzkräfte der FGr W das Vergnügen mit dem Mehrzweckboot zunächst auf der Lahn, anschließend auf dem Rhein zu manövrieren. Die Anforderung an die Gruppe lautete die wasserseitige Erkundung der Gewässer zwischen Koblenz und Bingen am Rhein, um mindestens fünf Punkte zur Errichtung einer behelfsmäßigen Überquerung zu bestimmen. Im Ergebnis galt es einen Lagevortrag vorzubereiten mit Angaben der geforderten Informationen auch hinsichtlich der Anforderungen an materielle sowie personelle Ressourcen.

Doch wer denkt, dass die FGr N nur mit dem Rückbau der Unterbringung beschäftigt wurde, irrt. Die FGr N erhielt den Einsatzauftrag die Betriebsstoffversorgung sicherzustellen und die Erkundung für eine mögliche Erweiterung des errichteten Verfügungsraumes in der Ortslage Dausenau. Hierbei musste das Gelände erkundet und die umliegende Infrastruktur geprüft werden. Ziel des Einsatzauftrages war die Klärung, ob eine Erweiterung des bestehenden Verfügungsraumes grundsätzlich möglich ist sowie die anschließende Konzepterarbeitung mit Bestimmung der erforderlichen Parameter hinsichtlich Infrastruktur, Aufnahmekapazität und benötigte Facheinheiten des THWs.

Der Zugtrupp leitete und koordinierte die eingesetzten Kräfte des eigenen Ortsverbandes während der gesamten Übungsdauer. Hierzu gehörte, den Überblick in der gesamten Einsatzlage zu behalten, Kommunikationspläne vorzuhalten und Führungshaken fortzuschreiben. Daneben galt es eingehende Einsatzaufträge an die entsprechenden Einheiten weiterzuleiten und diese zu entsenden.

Wertvolle Erkenntnisse

Abschluss der Übung bildete ein gemeinsames Antreten des gesamten Technischen Zuges in der Unterkunft des befreundeten THW-Ortsverbandes Bendorf. Hier präsentierten die Führungskräfte ihren Lagevortrag und stellten sich fachkundigen Fragen der Einsatzleitung. Die Szenarien rund um Enkeladus wurden erfolgreich abgearbeitet und die Schäden nach der Erdbebenkatastrophe behoben. Darüber hinaus konnte jede Einheit wertvolle Erkenntnisse und auch Defizite hinsichtlich der eigenen Ausrüstung und Ausstattung aufdecken und jede Einsatzkraft konnte den eigenen Einsatzrucksack samt Inhalt auf die Probe stellen.

Gegen 19 Uhr am Samstagabend fand das Einsatzübungswochenende Enkeladus mit einem gemeinsamen Abendessen in der Cochemer THW-Unterkunft ein erfolgreiches Ende.

Pressemitteilung des

THW Ortsverband Cochem

Auch bei Dunkelheit wurde weitergearbeitet.

Auch bei Dunkelheit wurde weitergearbeitet.

In gemeinsamer Teamleistung der Trupps konnte der verschüttete Helfer zeitnah befreit und aus den engen Rohren der Kanalisation gerettet werden.

In gemeinsamer Teamleistung der Trupps konnte der verschüttete Helfer zeitnah befreit und aus den engen Rohren der Kanalisation gerettet werden.

Unter dem Kosenamen Enkeladus fand eine Einsatzübung des THW Ortsverbandes Cochem statt.

Unter dem Kosenamen Enkeladus fand eine Einsatzübung des THW Ortsverbandes Cochem statt.

Für die Bergungsgruppe des Ortsverbandes ging es auf die Trümmerstrecke nach Lahnstein, wo eine in Folge des Bebens eingestürzte Wohnsiedlung simuliert wurde. Fotos: THW/Kerstin Sesterhenn

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