Rheinbach gedenkt Flutopfern mit neuem Denkmal
Rheinbach. Der Tag der Erinnerung am 2. Jahrestag der Flut war für Rheinbach etwas Besonderes. Am 14. Juli trafen sich Bürger, Politiker, Helfer der Blaulichtabteilung, Angehörige der Flutopfer und der Bürgermeister der Stadt Rheinbach, Ludger Banken, an der Kreuzung Stadtpark/Neugartenstraße, um der Flutopfer zu gedenken.
Die Stadt Rheinbach hatte dort eine Steinstele errichten lassen, um an die Flutkatastrophe vor zwei Jahren zu erinnern. Die Stele wurde in nur wenigen Tagen in einer parkähnlichen Umgebung mit einladenden Sitzbänken aufgestellt. Der Entwurf der Stele stammte vom Steinmetzbetrieb Hans-Josef Samulewitz und der Glaskünstlerin Helga Feuser-Stasdas.
Anwesend waren Angehörige der Bundeswehr, Politiker der Kommunal-, Landes- und Bundespolitik sowie der Freiwilligen Feuerwehr, die bei der Flut zwei Todesfälle unter ihren Kameraden zu beklagen hatten.
In seiner bewegenden und emotionalen Rede bezeichnete Bürgermeister Ludger Banken die Stele als „ein Zeichen des Gedenkens, insbesondere an die fünf Rheinbacher Bürger, die bei der Flut ihr Leben verloren haben. Aber auch ein Dank an alle Helfer und Helferinnen, organisiert oder spontan. Ob vom DRK, Malteser, THW oder Bundeswehr. Dieser Ort, an dem wir heute stehen, ist ein Zeichen des Zusammenhalts, den wir nicht für möglich gehalten hätten. Dieser Ort für die Erinnerungstele könnte nicht besser sein. Hier war der Ausgangspunkt der Katastrophe. Hier hat ein Mensch in der Flut sein Leben verloren.“
Die Trauer um die Verunglückten sei immer noch sehr groß. Auch die Beseitigung der großen materiellen Schäden und der Wiederaufbau beschäftigen die Menschen stark. Es seien auch seelische Herausforderungen und Belastungen spürbar, so der Bürgermeister in seiner Einladung zum Gedenken an die Flutkatastrophe und zur Übergabe der Gedenkstele.
Er dankte dem Stadtrat für die harmonische Auswahl des Standorts. Stellvertretend für den Landrat Sebastian Schuster kam seine Stellvertreterin Ute Krupp zur Gedenkfeier. Rheinbach habe nun eine neue Stätte der Erinnerungskultur, und Frau Krupp drückte in ihrer Rede eine tiefe Dankbarkeit an alle Helfer bei der Flutkatastrophe aus. „Das gibt Mut und Hoffnung für die Zukunft“, sagte die stellvertretende Landrätin.
Sie wies darauf hin, dass Anträge für Flutopferhilfe weiterhin gestellt werden können, da die Politik das Annahmedatum um drei Jahre verlängert hat. In der Beratungsstelle des Kreises im GTZ Rheinbach sind Beratungen auch weiterhin möglich.
Der Landtagsabgeordnete Oliver Kraus (CDU) richtete seine Worte an die Angehörigen, Freunde und die Freiwillige Feuerwehr Rheinbach, die Todesopfer während der Flut zu beklagen haben. „Die Menschen fehlen jeden Tag und sind nicht zu ersetzen. Viele Menschen werden noch viel Zeit brauchen, um diese unfassbaren Todesfälle verkraften zu können. Ihnen gehört unsere Anteilnahme“, sagte Kraus, der zum Abschluss seiner Rede ein Gebet sprach.
Zustande gekommen war die Gedenkstätte durch einen Bürgerantrag für ein Denkmal zur Erinnerung an die Flutkatastrophe am 14. Juli vor zwei Jahren. Aufgrund einer Bürgerbeteiligung beschloss der Rat der Stadt Rheinbach, einen Gedenkstein nach dem Vorschlag der Gewinner des Wettbewerbs an der Kreuzung Stadtpark/Neugartenstraße zu errichten. Für die Gestaltung wurde ein öffentlicher Wettbewerb ausgeschrieben, an dem sich acht Teilnehmer, darunter auch Kunstschaffende, beteiligten.
Die Stadt Rheinbach gab 5.000 Euro für dieses Vorhaben aus. Die Mitglieder aller Ratsfraktionen spendeten weitere 2.000 Euro..
Im kommenden Jahr soll noch eine Bepflanzung rund um die Gedenkstele den Ort noch würdiger erscheinen lassen.
Sonnenblumen mit Trauerflor würden für jedes Todesopfer der Flut an der neuerrichteten Gedenkstätte niedergelegt.
