Allgemeine Berichte | 03.03.2017

Zukunftsprozess der Katholischen Pfarreiengemeinschaft Bad Neuenahr-Ahrweiler nimmt Fahrt auf

Schritte in die Zukunft wagen

Im Rahmen eines Studientages wurden Arbeitsgruppen definiert und priorisierte Themen identifiziert. privat

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Die katholische Pfarreiengemeinschaft Bad Neuenahr-Ahrweiler ist seit gut fünf Jahren gemeinsam auf dem Weg als katholische Kirche im Stadtgebiet. Die aktuellen gesellschaftlichen aber auch kirchlichen Herausforderungen und Entwicklungen machen es notwendig, die Zusammenarbeit der einzelnen Pfarrgemeinden noch weiter zu bündeln, um das kirchliche, religiöse und damit auch das soziale Zusammenleben in der Stadt mitzugestalten. Deshalb hat der Pfarreienrat, das gemeinsame Gremium aus den gewählten Vertretungen aller Pfarrgemeinderäte, beschlossen, einen grundlegenden Prozess zur Gestaltung der Zukunft der Kirche in Bad Neuenahr-Ahrweiler anzugehen. Zudem hat die Synode im Bistum Trier bei ihren Beschlüssen den Rahmen gesetzt: Hier hatten sich rund 280 Synodale mehr als zwei Jahre lang beraten, um mit dem Bischof eine Orientierung für das zukünftige kirchliche Handeln im Bistum zu erarbeiten. Ein Ergebnis sieht die Neugliederung der bisherigen Gemeinden und Gemeinschaften in circa 50 sogenannte große Räume (Pfarreien) vor. Dabei wird es jedoch ganz wichtig sein, in den darin befindlichen Nahräumen (Dörfer, Städte, Stadtteile etc.) das kirchliche Leben vor Ort intensiv zu fördern. Dies soll nach dem Willen der Synode mit dem deutlichen Blick in den dort existierenden Sozialraum geschehen.

In der Startveranstaltung vom vergangenen Oktober wurde der Prozess im Rathaussaal erstmalig der Öffentlichkeit vorgestellt. Erstes Feedback wurde gesammelt, das in die weitere Prozessgestaltung eingeflossen ist. Zudem konnten interessierte Mitbürger zur Mitarbeit gewonnen werden.

Ein wichtiger weiterer Schritt wurde nun Mitte Februar im Rahmen eines Studientages angegangen. Mit circa 40 Teilnehmern aus Gremien und interessierten Gemeindemitgliedern wurden erste grundlegende Prozessschritte eingeleitet, Arbeitsgruppen definiert und priorisierte Themen identifiziert. Die Teilnehmer erarbeiteten eine erste Übersicht, wo sich relevante Lebensräume der Zielgruppen regional verorten lassen. Konkret soll die Situation der Menschen in unserer Stadt in den Blick genommen werden. Wie intensiv sich der/die Einzelne zur Kirche gehörig fühlt, spielt dabei keine Rolle.

Orientierung am Sozialraum

Die Orientierung am Sozialraum der Menschen wird grundlegend sein für die zukünftige pastorale und caritative Arbeit. Die Teilnehmer wurden dazu in die Methodik der Sozialraumanalyse eingeführt. Im Kern geht es darum, die Lebensbedingungen aller Menschen in einem Stadtteil, Viertel oder einem ähnlichen Sozialraum zu verbessern. Das Konzept setzt an den Stärken der Einzelnen an und aktiviert diese. Es soll Menschen in ungünstigen Lebenssituationen ermutigen, die Veränderungen in ihrem Wohngebiet selbst in die Hand zu nehmen.

„Wir werden in diesem Prozess mit anderen Augen auf unsere Gemeinde schauen“, beschreibt Pastor Peter Dörrenbächer die Arbeit, „nicht ´was haben wir`, sondern ´was brauchen wir für die Menschen` ist der Punkt.“

Fünf Schwerpunktthemen

Koordiniert und unterstützt durch eine Leitungs- und Steuerungsgruppe werden ab jetzt die Arbeitsgruppen an den identifizierten fünf Schwerpunktthemen arbeiten:

„Jugend stärken“: Wahrnehmung der Lebenssituation der Jugendlichen. Finden von Ansätzen, die über die bestehende kirchliche Jugendarbeit hinausgehen.

„Familien begleiten“: Aufnahme der Lebensrealität von Familien; Definition des Platzes der Kirche im Netzwerk verschiedener Träger und Anbieter im Bereich Familie.

„Zu allen Menschen gehen“: alternative gottesdienstliche Feiern, was brauchen/erwarten die Menschen, welche Angebote fehlen ?

„Den Nahraum stärken - lokale Kirchenentwicklung“: lokale Kirchenentwicklung; welche Formen gilt es erhalten und zu entwickeln; wie können Menschen befähigt werden, Verantwortung zu übernehmen? Wie geht Netzwerk?

„Jüngerschaft und Taufbewusstsein stärken“: Wie entdecken Menschen ihre Chancen, was zeichnet ein Klima in den Gemeinden aus, das Charismen fördert; in welchen Bereichen haben wir schon „Begabte“, in welchen Bereichen fehlen sie?

In den Arbeitsgruppen wirken Menschen mit, die am jeweiligen Thema ein Interesse haben, sowie „Experten“, die in dem jeweiligen Bereich Erfahrungen mitbringen (aus Beruf oder freiwilligem Engagement). Eine ständige Reflexion des eigenen Handelns und/oder Prozessbegleitung durch Experten professionalisieren den Prozess.

„Es geht uns nicht darum, wie wir unser derzeitiges Pfarrleben in eine neue Struktur retten“, betont Pastor Dörrenbächer, „es geht uns vielmehr darum, unseren Blickwinkel auf das soziale Leben über den kirchlichen Bereich hinaus zu weiten.“

Erste Analyseergebnisse sollen Mitte des Jahres vorliegen, die Entwicklung und Identifikation konsolidierter Handlungsfelder ist bis Ende des Jahres vorgesehen. Wer Interesse hat, sich am Zukunftsprozess der Kirchengemeinde aktiv zu beteiligen und in den Arbeitsgruppen mitzuwirken, kann sich an die Pfarrbüros wenden, Tel. (0 26 41) 2 45 40 oder 3 47 37.

Im Rahmen eines Studientages wurden Arbeitsgruppen definiert und priorisierte Themen identifiziert. Foto: privat

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Neueste Artikel-Kommentare
  • Daniela Jacobs: Auch Fußgänger ????? sollten beachtet werden!Wenn jeder nur ein bisschen, wäre vieles einfacher!
  • K. Schmidt: Die nächste Demo, gerade wenn sie sich an Familien richtet, sollte dann mal unter dem Motto stehen: "Fahrradhelme für alle!"

Kruft: Zwischen Dauerkritik und Tatendrang

  • Rolf Stern : Der Text wirkt weniger wie eine Einordnung, sondern eher wie der Versuch, berechtigte Kritik abzuwürgen. Gerade bei öffentlichen Geldern ist Nachfragen keine Dauerschleife, sondern demokratische Pflicht.
  • Andreas Lung: Liebe Frau Schumacher, Sie haben offensichtlich überhaupt nicht verstanden, worum es geht.
  • Thomas Sebastian Napp: Ich kann der Gemeinde zu dieser Aktion nur gratulieren. Vor allem den Bauhofmitarbeitern muss ich hier ein Lob aussprecheb. Gleichzeitig kann ich es nicht verstehen, dass eine große Naturfläche auf dem...
Dauerauftrag 2026
Holz Loth-Entsorgung
Alles rund ums Haus
Innovatives rund um Andernach
Tag der offenen Tür
Innovatives rund um Andernach
Anzeige KW 14
Dauerauftrag 2026
Stellenanzeige Personalreferent/in
Empfohlene Artikel
Auf der Bühne herrschte bei den Spielen eine lockere Atmosphäre.  Foto:WAMFO.de
14

Nürburgring. Ally-Pally-Atmosphäre am Nürburgring: Tausende Fans der fliegenden Pfeile haben die Ringarena am vergangenen Samstag erneut in einen Darts-Tempel verwandelt. In den Trikots ihrer Lieblingsspieler oder kreativ verkleidet als Zwerg oder Zielscheibe, erlebten rund 4.000 Besucher bereits im fünften Jahr spannende Partien zwischen den bekannten Größen des (Dart)Sports. Auf der Bühne der „Darts-Arena“ lieferten sich die Darts-Stars spannende Duelle.

Weiterlesen

Die Erwachsenengruppe ist weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt.  Foto: privat
21

Remagen. Die Magic Dancers Remagen sind ein traditionsreicher Verein mit Herz, Leidenschaft und einer besonderen Geschichte. Gegründet im Jahr 1993, gingen sie ursprünglich aus einer Aerobic-Gruppe hervor. Über die Jahre entwickelten sie sich stetig weiter und sind seit 2025 als eigenständiger Verein organisiert. Heute stehen die Magic Dancers für Gemeinschaft, Kreativität und tänzerische Vielfalt – und das generationenübergreifend.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Symbolbild.
43

Aufgrund von Wartungsarbeiten muss´die Stromversorgung zeitweise eingestellt werden

Kein Strom in Sinzig-Westum und Löhndorf

Sinzig. Am Dienstag, 14. April, führt die Rhein-Ahr-AöR Arbeiten an der Wasserversorgung in Sinzig-Westum durch. Zur Sicherheit der Arbeiter muss dazu ein Mittelspannungskabel der Energienetze Mittelrhein (enm) zeitweise abgeschaltet werden.

Weiterlesen

Pfarrer Dr. Arno-Lutz Henkel.  Foto:privat
14

Allgemeine Berichte

EIN-Spruch: Fest(e) der Befreiung

Vom 01.-09. April wird die jüdische Pessach Woche begangen, die nahezu zeitgleich zusammenfällt mit der von den Christen begangene Kar- und Osterwoche. Durch Jesus bedingt hängen beide Festtraditionen, auch inhaltlich, miteinander zusammen.

Weiterlesen

Symbolbild. Foto: pixabay.com
328

Leserbrief zu „HeimatCheck: Bad Neuenahr: Zu viele unangeleinte Hunde im Stadtgebiet?“

Leserbrief: „Das ist keine Tierliebe, das ist Egoismus!“

Ich bin fast 75 Jahre alt. Seit meinem 17. Lebensjahr habe ich Hunde. Zwei dieser Hunde wurden von unangeleinten Hunden angefallen, und so schwer verletzt, dass sie nur durch hohe tierärztliche Kunst gerettet werden konnten. Beide hatten ihr Leben lang mit den Folgen zu kämpfen.

Weiterlesen

Daueranzeige
Rund ums Haus
Kreishandwerkerschaft
Kleinanzeigen
Imageanzeige Dauerauftrag 04/2026
Auftrag, Nr. AF2025.000354.0, April 2026
Maschinenbediener, Staplerfahrer
Osterangebot
Container Anzeige
Stellenanzeige mehrere Stellen
Angebotsanzeige (April)
PR-Anzeige
Ostergrußanzeige
Unterstützeranzeige
Unterstützeranzeige
Imageanzeige - Ostern